KI-Start-up Atira sammelt 15 Millionen Dollar für Vertriebs-Automatisierung ein
Das Münchener Unternehmen entwickelt KI-Agenten für komplexe Verkaufsprozesse im Maschinenbau und gewinnt prominente Investoren wie Accel.
Quick Look
- Das Münchener KI-Start-up Atira hat in einer Finanzierungsrunde 15 Millionen Dollar unter Führung von Accel erhalten.
- Die Software unterstützt Vertriebsingenieure bei komplexen Angebotsprozessen und wird bereits von Unternehmen wie ABB E-Mobility genutzt.
AI-generated summary
Why It Matters
Atira wurde im November 2024 von ehemaligen Palantir- und Google-Mitarbeitern gegründet. Das Unternehmen fokussiert sich auf KI-Agenten für Vertriebsingenieure.
Das Start-up Atira will mithilfe von KI-Agenten die Ausarbeitung komplexer Angebote vereinfachen. Der ABB-Konzern nutzt die Software bereits. Jetzt kommt Geld von internationalen Investoren.
Berlin. Für Florian Diegruber steht eine Sache fest. „Der Vertriebsingenieur ist für mich der am meisten unterschätzte Job überhaupt“, sagt er. In diesem Beruf verkaufen Fachkräfte überwiegend komplexe Produkte oder Dienstleistungen und beraten Kunden zugleich in technischen Fragen. Genau für diese Personen möchte Diegruber jetzt Arbeit erledigen, mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI).
Für dieses Geschäftsmodell hat der frühere Palantir-Manager zusammen mit August DuMont Schütte, einem ehemaligen Google-Softwareingenieur, im November 2024 das Start-up Atira gegründet. „Für den Vertriebsingenieur bauen wir unsere Software“, sagt Diegruber. Dessen Arbeit könne bisher noch kein System übernehmen. Die Marktgröße schätzt er auf 128 Milliarden Dollar.
Das Münchener Start-up entwickelt KI-Agenten, die Vertriebs- und Maschinenbauingenieure bei komplexen Verkaufsprozessen unterstützen. Dabei arbeitet die Plattform mit anderen Systemen wie SAP oder Salesforce zusammen und verarbeitet Kundenanfragen, identifiziert Anforderungen und erstellt technische Dokumentationen, Konfigurationsvorschläge und Preisoptionen.
Investoren sehen das Potenzial und stellen Atira jetzt 15 Millionen Dollar für das Wachstum zur Verfügung. Die Finanzierungsrunde wird vom internationalen Risikokapitalgeber (VC) Accel angeführt. „Was uns an Atira beeindruckt hat, war nicht nur das Ausmaß der Chancen, sondern auch, wie schnell das Team seine Vision in ein Produkt umgesetzt hat, das Kunden bereits einsetzen und in ihren gesamten Unternehmen ausweiten“, sagt Accel-Partner Harry Nelis.
Ebenfalls mit von der Partie bei der Runde sind UVC Partners aus München, die Investoren Fortino und Booom sowie Business-Angels wie Ann-Kristin Achleitner und Celonis-Mitgründer Bastian Nominacher.
Das Investorengeld will Diegruber nutzen, um den eigenen Vertrieb auszubauen, die Produktentwicklung anzuschieben wie auch das internationale Wachstum. Die Zahl der Mitarbeiter soll sich von derzeit 22 auf rund 50 mehr als verdoppeln.
Atira bringt die eigenen Ingenieure zu den Kunden
Einer der ersten Investoren war Patrick Hermann von Fortino: „Das Produkt spart Kosten durch die schnellere Bearbeitung von Anfragen und kann Firmen dabei helfen, neue Geschäftsfelder zu erschließen, da sie nun auf Ausschreibungen bieten, die sie früher aus Kapazitätsgründen liegen lassen mussten.“
Benjamin Erhart von UVC Partners sagt: „Dass der Bedarf da ist, zeigt die Nachfrage mit über einem Dutzend Kunden im ersten Jahr, von Mittelständlern wie Robel bis zu Konzernen wie ABB E-Mobility.“ Fast alle seien über Weiterempfehlungen gewonnen worden.
Um den Einsatz in den Unternehmen möglichst problemlos zu gestalten, setzt auch Atira auf die Brückenbauer der KI-Transformation: sogenannte Forward Deployment Engineers, kurz FDEs.
Das US-Datenanalyse-Unternehmen Palantir hat dieses Jobprofil vor Jahren geprägt. Die Ingenieure gehen zum Kunden, bauen dort Software in bestehende Systeme ein und sorgen dafür, dass sie im Alltag funktioniert.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Verdopplung der Mitarbeiterzahl von 22 auf 50 Personen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie wird sich die Mitarbeiterzahl langfristig entwickeln?
- Welche weiteren Branchen plant Atira zu erschließen?






