
Während das Alfred-Delp-Haus in Dinslaken gut aufgestellt ist, fehlen in vielen anderen Einrichtungen flächendeckende Kühlsysteme.
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Das Robert-Koch-Institut schätzt jährlich tausende hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. Viele soziale Einrichtungen verfügen bisher nicht über ausreichende Kühlsysteme.
Dinslaken. Heidemarie Pavsek sitzt in ihrem Rollstuhl in der Sonne bei 27 Grad Celsius. Angenehm, findet sie. Die 85 Jahre alte Frau hat schon deutlich heißere Tage hinter sich: Im Juni waren es bis zu 40 Grad in Dinslaken.
Pavsek lebt im Alfred-Delp-Haus, einer Pflegeeinrichtung der Caritas. „Ich vertrage die Hitze eigentlich gut“, sagt sie. An heißen Tagen verlässt Pavsek ihr Zimmer und setzt sich in die klimatisierten Gemeinschaftsräume der Einrichtung. „Ich kann mich zumindest noch selbst bewegen“, sagt sie.
Für viele Bewohner ist die Hitze kaum auszuhalten. Das Alfred-Delp-Haus mit 80 Bewohnern gehört zu den Ausnahmen: Die Einrichtung ist beim Hitzeschutz vergleichsweise gut aufgestellt. Nach einer Erhebung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) sind bei Neubauten bislang nur 14,5 Prozent der Gebäude im Sozialwesen mit Kühlanlagen ausgestattet. Und das, obwohl Hitze für ältere Menschen tendenziell gefährlicher ist als für Jüngere. Zahlen für Pflegeeinrichtungen im Speziellen gibt es bisher nicht.
In diesem Jahr sind nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) deutschlandweit hitzebedingt rund 12.500 Menschen gestorben. Allein in Nordrhein-Westfalen (NRW) waren es rund 2300. Im Juni wurden in Dormagen und Krefeld zwei Pflegeheime wegen der Hitze teilevakuiert.
Im Sommer 2022 verzeichnete Europa laut EuroMomo mindestens 30.000 zusätzliche Todesfälle infolge von Hitzewellen. Besonders kritisch waren die letzte Juni-Woche und die erste Juli-Woche mit insgesamt 24.000 zusätzlichen Toten in diesen Zeiträumen.

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