
Ab 75.000 Euro brutto steigen die Sozialabgaben, ab 100.000 Euro besonders kräftig. Unser Rechner zeigt die Mehrbelastung.
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Die Bundesregierung hat am 30. September Beschlüsse gefasst, um die Finanzlöcker in den Sozialkassen, insbesondere der Pflegeversicherung, zu stopfen.
Gutverdienern bleibt 2027 weniger übrig: Ab 75.000 Euro brutto steigen die Sozialabgaben, ab 100.000 Euro besonders kräftig. Unser Rechner zeigt, wie viel Sie künftig mehr zahlen müssen.
Berlin. Für Besserverdienende wird es 2027 spürbar teurer. Die höheren Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sorgen im kommenden Jahr für höhere Abzüge vom Gehalt. Nun kommt aller Voraussicht nach noch eine weitere Belastung hinzu.
Nach zähem Streit in der Koalition hat die Bundesregierung am 30. September beschlossen, wie sie das Milliardenloch in der Pflegeversicherung schließen will. Das Ergebnis: Der allgemeine Beitragssatz von 3,6 Prozent vom Bruttoeinkommen von Arbeitnehmern soll zwar fürs Erste unverändert bleiben. Für bestimmte Gruppen wird es dennoch deutlich teurer.
Wie genau das passieren wird, hat das Handelsblatt in Form eines Sozialabgaben-Rechners kalkuliert. Damit können Sie selbst nachvollziehen, wie viel Sie in Zukunft zusätzlich an Sozialabgaben zahlen müssen.
Konkret sind vor allem zwei Änderungen geplant: Die Beitragsbemessungsgrenze – also die Schwelle, bis zu der Sozialabgaben aufs Einkommen erhoben werden – soll 2027 nicht nur um die übliche jährliche Anpassung auf Basis der Lohnentwicklung steigen, sondern zusätzlich um weitere 300 Euro. Somit klettert sie von heute 69.750 auf rund 76.500 Euro.
Zudem müssen Menschen ohne Kinder ab einem Alter von 23 Jahren 0,3 Prozentpunkte höhere Beiträge zahlen und landen damit bei einem Beitragssatz von 4,5 Prozent.
Wo es abseits der Pflegeversicherung teurer wird
Auch in der Krankenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze nicht nur um den üblichen Anpassungsbetrag, sondern ebenfalls um weitere 300 Euro. Dadurch werden auf einen größeren Anteil des Einkommens Beiträge fällig. Inklusive des durchschnittlichen Zusatzbeitrags liegt der Beitragssatz für Beschäftigte bei 8,75 Prozent.
Des Weiteren steigen auch the Beitragsbemessungsgrenzen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung – wenn auch nur um die übliche jährliche Anpassung. Da die Rente allerdings mit einem Beitragssatz von 9,3 Prozent zu Buche schlägt, stellt sie absolut den größten Batzen dar.
Für die Arbeitslosenversicherung werden zwar lediglich 1,3 Prozent des Bruttoeinkommens fällig. Hier könnte es allerdings schon bald zu einer Beitragssteigerung kommen. Das hat die Regierung zumindest nicht ausgeschlossen, um damit das Milliardendefizit der Bundesagentur für Arbeit zu stopfen.
Was der Rechner als Vorannahmen nimmt
Der Rechner trifft dabei einige kleinere Annahmen. Generell geht es ausschließlich um die Sozialabgaben der Arbeitnehmer. Die der Arbeitgeber, die fast überall die gleiche Summe abführen müssen, bleiben unberücksichtigt.
Daneben geht der Rechner davon aus, dass Sie nicht in Sachsen wohnhaft sind, weil Arbeitnehmer im Freistaat einen größeren Beitrag zur Pflegeversicherung leisten. Das liegt daran, dass hier weiterhin der Buß- und Bettag gilt.
Ferner sind wir davon ausgegangen, dass sich Ihr Einkommen gleichmäßig über zwölf Monate verteilt, und haben den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für gesetzliche Krankenkassen von 2,9 Prozent als Grundlage genommen.
AI outlook — possibilities, not facts
Steigerung der Sozialabgaben und Beitragsbemessungsgrenzen ab 2027
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