
Eine Auswertung des Jobportals Indeed zeigt einen deutlichen Rückgang von Stellenanzeigen mit Homeoffice-Option in Deutschland.
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Während der Coronapandemie war das Homeoffice populär geworden. Seit Anfang dieses Jahres ist der Anteil von Jobs mit Homeoffice-Option nicht mehr gestiegen.
Drei Tage die Woche im Büro: Das soll bei der Deutschen Bahn in Zukunft wieder der Standard sein. Wie der SPIEGEL berichtete, reduziert der Staatskonzern trotz interner Widerstände seine Option auf Homeoffice deutlich. Bei Mercedes-Benz gilt ab 2027 sogar eine Präsenzpflicht von vier Tagen pro Woche. Konzerne wie die Deutsche Bank oder SAP hatten bereits vor einigen Monaten ihre Vorgaben verschärft.
Während der Coronapandemie war das Homeoffice populär geworden. Mittlerweile zeigt sich der schleichende Abschied von der Heimarbeit auch in neuen Stellenausschreibungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Jobportals Indeed, die dem SPIEGEL vor der Veröffentlichung vorlag.
Demnach sank der Anteil von Ausschreibungen mit der Option auf Remote- oder Hybrid-Arbeit im dritten Quartal in Deutschland auf 13,9 Prozent – dem niedrigsten Wert seit Januar 2022. Ihren Höchststand hatte die Quote im April 2023 mit 16,8 Prozent erreicht. Anschließend blieb sie rund zweieinhalb Jahren weitgehend konstant. Seit Anfang dieses Jahr ist der Anteil von Jobs mit Homeoffice-Option dann in keinem Monat mehr gestiegen.
»Die Wirtschaft steht nach Jahren der Stagnation unter großem Transformationsdruck«, sagt Indeed-Ökonomin Virginia Sondergeld. »Viele Unternehmen bewerten Homeoffice hierfür zunehmend als Hindernis.« Zugleich müssten Arbeitgeber angesichts der wirtschaftlichen Lage weniger um Bewerber buhlen. »Beides zusammen sorgt dafür, dass die Präsenzdebatte jetzt auch im Stellenmarkt sichtbar wird.«
Ein Teil des Trends erklärt sich der Analyse zufolge mit der Struktur des Stellenmarktes: Jobs, die sich für das Homeoffice eignen, haben sich in den vergangenen Jahren insgesamt schlechter entwickelt als solche, die Präsenz verlangen – etwa die Pflege oder der Einzelhandel.
Stärkster Rückgang in der Finanzbranche
Doch auch Bürojobs, bei denen Arbeit von daheim aus möglich wäre, wurden seltener mit dieser Option angeboten. Insgesamt betrug der Rückgang gegenüber dem Vorquartal hier 1,6 Prozentpunkte. Am stärksten war er bei Jobs im Bank- und Finanzwesen(- 4,1), gefolgt von Daten & Analytics (-2,6), Personalwesen (-2,1) und Marketing (-2,0).
»Ob mehr Präsenz den Unternehmen die erhofften Effizienzgewinne bringt und sie auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückführt, muss sich erst zeigen«, sagt Sondergeld. Zwar spreche vieles dafür, dass gemeinsame Arbeit im Büro den Zusammenhalt stärke und Raum für kreative Diskussionen schaffe. »Neue Produkte und Geschäftsmodelle entstehen aber nicht alleine durch Anwesenheit.«

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