Huthi-Miliz rückt in Mokka vor: Eskalation am Bab al-Mandab
Die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka am Roten Meer ist Berichten zufolge unter Kontrolle der Huthi-Rebellen geraten, während Regierungstruppen sich zurückziehen.
Quick Look
- Die Huthi-Miliz ist laut Augenzeugenberichten in die jemenitische Hafenstadt Mokka einmarschiert.
- Der Rückzug der Regierungstruppen gefährdet die strategisch bedeutsame Schifffahrtsroute Bab al-Mandab, die für den Welthandel und Öltransporte essenziell ist.
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Why It Matters
Der Jemen-Konflikt zwischen den Huthi-Rebellen und der international anerkannten Regierung dauert seit Jahren an. Die Region um das Rote Meer ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Energieexporte.
Das für den Welthandel wichtige Nadelöhr am südlichen Ende des Roten Meers befindet sich etwa 70 Kilometer südlich von Mokka. Augenzeugen schilderten AFP, sie hätten gesehen, wie Huhtis unter dem Ruf »Tod für Amerika, Tod für Israel!« in Mokka einmarschierten.
Auch Videos in den sozialen Netzwerken sollen die Miliz innerhalb von Mokka zeigen. Die Aufnahmen konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden. Viele Anwohner sollen die Stadt aus Furcht vor einer weiteren Eskalation verlassen haben.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet ebenfalls unter Berufung auf jemenitische Regierungskreise, dass die Huthis auch die der jemenitischen Küste vorgelagerten Hanisch-Inseln angriffen, während die Regierungstruppen und ihre Verbündeten sich nach Süden in die Stadt Dhubab zurückzogen. Deren Kontrolle gilt zusammen mit der nahe gelegen Insel Perim als Schlüssel für die Vorherrschaft über den Bab al-Mandab.
Die wegen der gefährlichen Navigationsbedingungen auch als »Tor der Tränen« bekannte Schifffahrtsroute hat im Zuge Irankriegs zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Sie zählt zu den weltweit wichtigsten Strecken für den Transport von Rohöl und Kraftstoffen aus der Golfregion über den Suezkanal ins Mittelmeer sowie in umgekehrter Richtung für Handelsgüter mit Ziel Asien, darunter russisches Öl.
Die Huthis haben der Vergangenheit bereits mehrfach Schiffe im Roten Meer angegriffen und im Zuge der jüngsten Eskalation auch eine Blockade gegen saudische Schiffe ausgesprochen.
Im Jemen kämpfen die von Iran unterstützten Huthis gegen die mittlerweile in der Stadt Aden ansässige Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe. Kürzlich flammten die Kampfhandlungen jedoch wieder auf, Huthis und Saudi-Arabien überzogen einander mit Luftangriffen.
Die Huthis nahmen dabei etwa saudi-arabische Energieeinrichtungen am Roten Meer ins Visier. Saudi-Arabien flog ebenfalls Dutzende Angriffe, nach Huthi-Angaben soll es allein am Donnerstag »etwa 40 Angriffe« in den Provinzen Taizz, Hodeida, Al-Dschau und Marib gegeben haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Bei den Kämpfen wurden bislang mehr als 500 Menschen getötet.
Open Questions
- Wie reagiert die internationale Koalition auf die Blockade?
- Wie viele Zivilisten sind aktuell in Mokka eingeschlossen?


