
Die Huthi-Miliz im Jemen behauptet, strategische Ziele in Saudi-Arabien sowie gegnerische Truppen nahe der Meerenge Bab al-Mandab angegriffen zu haben.
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Der Jemen-Konflikt ist ein Stellvertreterkrieg, in dem die Huthi-Miliz gegen die international anerkannte Regierung und eine von Saudi-Arabien geführte Koalition kämpft.
Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben einen Vorstoß in der Nähe der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab gestoppt. Zudem seien mehrere Ziele im Nachbarland Saudi-Arabien angegriffen worden, teilte die Miliz mit. Darunter seien das Verteidigungsministerium in Riad sowie die Ölraffierie Ras Tanura, die größte Raffinerie im sunnitischen Königreich. Eine Stellungnahme aus Saudi-Arabien lag zunächst nicht vor. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Der Bürgerkrieg im Jemen ist im Zuge des Irankriegs neu entflammt. Die von Iran unterstützten Huthis haben bei einer Offensive weite Teile der Westküste am Roten Meer eingenommen und rückten auch in anderen Provinzen vor. Die Regierung versucht mithilfe verbündeter Milizen und Saudi-Arabiens, die Rebellen zurückzudrängen.
Nun melden die Huthis, sie hätten aus dem Süden Richtung Bab al-Mandab heranrückende gegnerische Kräfte mit schweren Waffen und ballistischen Raketen angegriffen. Es gebe zahlreiche Opfer unter den Gegnern, erklärte die schiitische Miliz. Auch mehrere feindliche Militärfahrzeuge seien zerstört worden.
Bedeutende Schifffahrtsroute
Durch die Meerenge Bab al-Mandab führt eine bedeutende Schifffahrtsroute vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean. Es ist der kürzeste Seeweg zwischen Europa und Asien und außerordentlich wichtig für den Welthandel – insbesondere für den Export saudi-arabischen Erdöls etwa nach China, Indien und Japan. Die Situation an der Straße von Hormus hat die Bedeutung der Route zusätzlich gesteigert.
Immer wieder nimmt die Huthi-Miliz die saudi-arabische Ölindustrie ins Visier. Nun soll auch die Ölraffinerie Ras Tanura von einer Rakete der Rebellen getroffen worden sein. Durch den Beschuss sei ein Feuer auf dem Gelände der Raffinerie ausgebrochen, hieß es von den Huthis. Die Raffinerie ist die größte in Saudi-Arabien und liegt westlich der Straße von Hormus am Persischen Golf. Sie hat eine Kapazität von 555.000 Barrel Öl pro Tag und war zu Beginn des Irankriegs zeitweise geschlossen worden. Zu dem Komplex gehört auch ein Schifffahrtsterminal.
Nahezu alle Ölexporte Saudi-Arabiens laufen über zwei Haupthäfen: Ras Tanura am Persischen Golf und Janbu am Roten Meer. Beide Häfen wurden in der Vergangenheit von den Huthi-Milizen angegriffen.
Trotz der Eskalation im Jemen fielen die Ölpreise am Dienstag leicht. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel auf 114,01 US-Dollar. Das waren 1,47 Prozent weniger als am Vortag. Grund dürften unter anderem die Hoffnungen auf diplomatische Bemühungen in der Region sein.
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