
AI-generated summary
Das Mehrgenerationenhaus in Blankenburg kombiniert Kita und Pflegeheim unter einem Dach. Die Idee entstand aus praktischer Not: Zu wenige Kinder für die Kita und eine nicht mehr den Anforderungen entsprechende Pflegeeinrichtung. Die Zusammenarbeit besteht seit fast 20 Jahren.
Im Mehrgenerationenhaus in Blankenburg findet Fußball im Sitzen statt. Der 92-jährige Werner Bannasch und andere Bewohner des Pflegeheims im Harz haben bereits im Garten in zwei Reihen einander gegenüber Platz genommen, als die Kinder der integrierten Kita ins Freie stürmen.
"Sitzfußball", ruft ein Kind. Um den letzten freien Platz entsteht ein kurzes Gerangel - aber hier darf jeder mal. "Das Schönste sind die Spiele, die wir machen", sagt Bannasch. "Es ist immer was los." Seine eigenen Kinder, Enkel und Urenkel leben außerhalb von Blankenburg. Doch im Mehrgenerationenhaus kommen er und die anderen Bewohner ganz alltäglich in Kontakt mit den Kita-Kindern.
Bei den Mahlzeiten haben sie die Wahl zwischen der Begegnungsstätte und ruhigeren, zurückgezogenen Räumlichkeiten. Und mindestens einmal die Woche finden gemeinsame Aktivitäten statt: Sitzfußball, Backen, Spaziergänge und sogar ein Kneipp-Becken ist im Garten.
"Überraschungsmomente" beim gemeinsamen Singen
Die Idee für Kita und Pflege unter einem Dach entstand zunächst aus der Not heraus. Denn für die Kita mit 100 Plätzen gab es nicht genug Kinder, eine Pflegeeinrichtung des Trägers entsprach nicht mehr den Anforderungen. Die Zusammenlegung habe sich bewährt - mittlerweile seit fast 20 Jahren, sagt Einrichtungsleiterin Doreen Irrgang: "Gesund älter werden hat ganz viel mit sozialen Kontakten zu tun."
Die regelmäßigen Begegnungen mit den Kindern aktivierten die Pflegeheimbewohner, beobachtet sie. Selbst wenn ein demenzieller Prozess schon in Bewegung sei, würden viele Erinnerungen geweckt. "Gerade wenn wir mit den Kindern Lieder singen, dann stimmen die mit ein", sagt Irrgang. "Das ist immer wieder so ein Überraschungsmoment, der ist ganz herzerwärmend."
Emotionen können eine Demenzerkrankung beeinflussen
Wie sich speziell der Kontakt mit Kindern auf das Altern auswirkt, ist bisher kaum untersucht. Doch nicht nur Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes haben einen entscheidenden Einfluss auf das Demenz-Risiko. "Soziale Kontakte an und für sich sind generell protektiv", betont Demenzforscherin Francisca Rodriguez. Am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) leitet sie die Forschungsgruppe für psychosoziale Epidemiologie und öffentliche Gesundheit.
Schätzungen des DZNE zufolge dürfte die Zahl der Demenz-Erkrankten bis zum Jahr 2050 auf bis zu 2,7 Millionen steigen. 2023 waren es noch 1,8 Millionen. Die Krankheit ist damit häufiger als die meistverbreiteten einzelnen Tumorarten.
Sind Mehrgenerationenprojekte also die Antwort, um hochbetagte und pflegebedürftige Menschen stärker sozial einzubinden und letztlich den Beginn einer Demenz hinauszuschieben? Rodriguez sieht zumindest Hinweise, dass der Umgang mit Kindern sich hier günstig auswirken kann. Gerade zur Rolle von Emotionen zeige die Forschung immer wieder spannende Ergebnisse. Beim Tanzen, Musikmachen, bei kreativen Tätigkeiten etwa seien Effekte zu beobachten, "die einen wichtigen Einfluss haben könnten für das Wohlbefinden, den Verlauf von einer Demenzerkrankung und die neuropsychiatrische Symptomatik", erklärt die Wissenschaftlerin. Noch verstehe man aber nicht so richtig, was das sei.
Nachhaltige Finanzierung für Projekte hilfreich
Ob Pflegeheim und Kita unter einem Dach oder andere nachbarschaftliche Begegnungsmöglichkeiten: Eine nachhaltige Finanzierung für solche Projekte sei in jedem Fall sinnvoll, sagt Rodriguez. "Wenn man durch solche Projekte die Teilhabe aktiv erhalten kann und auch die neuropsychiatrischen Symptome verringern kann und gegebenenfalls auch die individuelle Leistungsfähigkeit länger aufrechterhalten könnte, dann sinken ja auch wieder die Krankenkosten im Allgemeinen."
Denn die Kosten, die mit Demenz einhergehen, sind enorm: Dem DZNE zufolge lagen allein die direkten medizinischen Kosten im Jahr 2023 bei etwa 38 Milliarden Euro. Die informelle - also unbezahlte - Pflege durch Angehörige machte demnach weitere 45 Milliarden Euro aus.
Kombination aus Kita und Pflege bisher selten
Deutschlandweit gibt es bisher nur wenige Einrichtungen wie das Mehrgenerationenhaus in Blankenburg. In Weißenfels etwa betreibt das Deutsche Rote Kreuz einen Mehrgenerationencampus, in Halle kooperieren ein Altenpflegeheim der Paul-Riebeck-Stiftung und eine Montessori-Grundschule eng miteinander, im sächsischen Cunewalde entsteht gerade ein Neubau, der Krippe und Tagespflege ab dem kommenden Jahr miteinander verbinden soll.
Dass von dem Miteinander keineswegs nur die Alten profitieren, unterstreicht in Blankenburg die Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Die Kinder lernten so einen natürlichen Umgang mit Alter und Pflegebedürftigkeit - mit Trauer und Tod, aber eben auch den schönen Seiten des Alterns: etwa, wenn Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims neue Freundschaften oder sogar eine neue Partnerschaft knüpfen.
Schnittstellen erfordern mehr Personal
Nach bald 20 Jahren sei auch das Personal der unterschiedlichen Bereiche gut zusammengewachsen, erklärt Irrgang. Dass Kita und Pflegeheim denselben Träger teilen, mache in der Organisation manches einfacher, als wenn sich zwei Träger zusammentun müssten. Dennoch würde sie sich wünschen, dass für Häuser wie ihres neben Pflegeschlüssel und Erzieherschlüssel auch an die Schnittstellen gedacht werde. Dafür brauche es schon mehr Personal.
Die Warteliste für das Mehrgenerationenhaus in Blankenburg ist jedenfalls lang. Auch Ingrid Schrader kam zunächst in ein anderes Pflegeheim, bevor sie hier einen Platz fand. Die ehemalige Säuglingsschwester sieht nur Vorteile. Natürlich seien die Kinder auch mal laut - "aber wenn es heißt 'leise sein', dann machen sie das auch. Sie sind ganz artig." Die 89-Jährige und die vierjährige Meena neben ihr lächeln sich kurz an.
AI outlook — possibilities, not facts
Die Zahl der Demenz-Erkrankten in Deutschland wird bis 2050 auf bis zu 2,7 Millionen steigen.
Very likely · Within years
Nachhaltige Finanzierung wird für die Ausweitung von Mehrgenerationenprojekten entscheidend sein.
Likely · Within years

Indian students in Germany report racist harassment, especially in regions with a strong AfD presence. The party's rise is sparking concerns about safety, study conditions and long-term prospects of staying, while some dismiss the warnings as fear-mongering.
The article discusses the development of the concept of the 'new father' since the 2000s, its social perception between conservatives and feminists, as well as current debates about fatherhood, family models and the connection to symbols such as Baby Yoda from The Mandalorian in the podcast episode 'The So-called Present'.

The number of hunters in Germany is increasing sharply. While advocates call for hunting for climate-resilient forest conversion, conservationists and associations criticize crash courses, expensive equipment and dubious hunting videos on the Internet.
According to NRW municipalities such as Cologne and Düsseldorf, the bathing ban in the Rhine is having an effect. Controls and fines of up to 800 euros discourage people from swimming, but there were still ten bathing deaths in June.
On the occasion of German Unity Day, numerous mosques in North Rhine-Westphalia and across the country are opening their doors to visitors. Guided tours, exhibitions and discussions are offered. In Cologne, Ditib Federal Chairman Ramazan Ilıkkan and Mayor Torsten Burmester give greetings. The campaign has existed since 1997 on the initiative of the Central Council of Muslims.
At the end of 2025, Hamburg was the youngest federal state in Germany with an average age of 42.3 years, while Saxony-Anhalt had the oldest population at 48.4 years. The federal territory as a whole was aging slightly.