
Nach monatelanger Verzögerung wegen EU-Sanktionen gegen einen Miteigentümer hat das insolvente Luxushotel bei Frankfurt eine neue Eigentümerin.
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Das Grand Hotel Gravenbruch geriet durch finanzielle Probleme und EU-sanktionsbedingte Kontensperren in die Insolvenz.
Für die mehr als 100-köpfige Belegschaft des Hotels bei Frankfurt gibt es wieder eine Perspektive. Eine Besonderheit hatte den Verkauf des ehemaligen Hilton-Hotels erschwert.
Luxushotel in Gravenbruch: Das Hotel hat eine neue Eigentümerin. Foto: Gökay Gürsoy/HB
Das insolvente Grand Hotel Gravenbruch in Neu-Isenburg hat die international tätige Comer Group International als neue Eigentümerin erhalten, teilte Insolvenzverwalter Joachim Kühne mit.
Die Übernahme verzögerte sich wegen europäischer Sanktionen gegen einen früheren Miteigentümer des Hotels.
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und die Bundesbank genehmigten schließlich den Verkauf.
Die mehr als 100-köpfige Belegschaft hält den Hotelbetrieb seit Mitte August im Notbetrieb aufrecht, eine Wiederaufnahme des regulären Geschäfts steht noch aus.
Düsseldorf. Nach monatelanger Unsicherheit hat das Grand Hotel Gravenbruch in Neu-Isenburg eine neue Eigentümerin: Das Haus wurde am Freitag an die international tätige Comer Group International übergeben, wie Insolvenzverwalter Joachim Kühne von der Kanzlei CMS Hasche Sigle mitteilte.
Eine Besonderheit hatte die Übernahme des ehemaligen Hilton-Hotels erschwert: das europäische Sanktionsrecht. Denn der iranische Geschäftsmann Ali Ansari, einer der bisherigen Miteigentümer des Hotels, steht seit dem 30. Juli unter Sanktionen der Europäischen Union (EU). Die EU wirft Ansari vor, das iranische Regime und die Revolutionswächter zu unterstützen.
Infolge der EU-Sanktionen hatten deutsche Behörden die Gelder des Luxushotels eingefroren. Selbst Insolvenzverwalter Kühne hatte nur stark eingeschränkt Zugriff darauf. So hatte sich Kühne zwar schon Mitte Oktober mit der britischen Comer Group geeinigt. Doch für der Verkauf des Hotels fehlte bis zuletzt die Zustimmung der Behörden.
Sanktionsbehörden mussten Verkauf genehmigen
Neben der Bundesbank war das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) involviert. Kühne hatte die Behörden immer wieder aufgefordert, den Verkauf des Hotels zu ermöglichen.
Nun habe das BAFA „die Transaktion – also die Übertragung der Immobilie und des Hotelbetriebs insgesamt – genehmigt“. Zudem habe die Bundesbank grünes Licht für die Auszahlung des Kaufpreises gegeben. „Aus dem Kaufpreis für die Immobilie ist zunächst der Grundpfandrechtsgläubiger abgelöst worden. Der Restkaufpreis ist auf meine Insolvenzsonderkonten gezahlt worden“, sagte Kühne. Der Gesellschafter – also Ansari – habe keine Zahlungen erhalten.
Die vorläufigen Insolvenzverfahren der Eigentümer- und Betreibergesellschaften hinter dem Hotel waren schon am 23. Juli, also etwa eine Woche vor den EU-Sanktionen, eingeleitet worden. Denn das Luxushotel war bereits vor den Maßnahmen der EU in Schwierigkeiten geraten.
Großbritannien hatte bereits im Herbst 2025 Sanktionen gegen Ansari verhängt. Das soll die Buchungsplattform Booking.com dazu bewogen haben, Hotels mit Verdacht auf Verbindungen zu Ansari aus dem Angebot zu nehmen. Letztlich flog Gravenbruch beim weltgrößten Anbieter raus.
Am 10. Juli dieses Jahres, wenige Wochen vor der EU, sanktionierte dann das US‑Finanzministerium Ansari als „wichtigen Geldgeber“ für den obersten iranischen Führer Modschtaba Chamenei. US-Firmen sollten bis zum 9. August die Geschäfte mit Ansaris Unternehmen Smart Global Limited, zu diesem Zeitpunkt einem der Gesellschafter des Hotels in Gravenbruch, beenden. Die US-Hotelkette Hilton kündigte den Vertrag und zog Ende August aus. Am 1. Oktober waren dann schließlich die Insolvenzverfahren eröffnet worden.
Comer Group ist seit 2006 in Europa aktiv
Insolvenzverwalter Kühne bezeichnete den neuen Eigentümer, die Comer Group, als „erfahrenen Investor“. Nach eigenen Angaben ist die britische Gruppe seit 2006 in Europa aktiv und hat seitdem etwa Einkaufszentren, Bürogebäude, Gewerbeflächen und Wohnbaugrundstücke erworben.
Laut der Unternehmenswebsite gehört ihr unter anderem das Hochhaus „Die Pyramide“ im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Der Kanzlei CMS Hasche Sigle zufolge ist das Unternehmen zudem „Betreiber und Besitzer mehrerer Hotels in Deutschland.“
Mit der Übernahme gibt es wieder eine Perspektive für die mehr als 100-köpfige Belegschaft, die das Hotel seit Mitte August im Notbetrieb am Laufen hält – dem Zeitpunkt, seit dem keine Gäste mehr beherbergt werden.
Wann mit der Wiederaufnahme des regulären Hotelbetriebs zu rechnen ist, ist noch unklar. Über die weiteren Planungen werde der neue Eigentümer zu gegebener Zeit informieren, schrieb die Kanzlei.

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