
Trotz steigender Zinsen und Lebenshaltungskosten wünschen sich 80 Prozent der 23- bis 30-Jährigen eine eigene Immobilie.
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Eine Studie des Kreditvermittlers Interhyp und des Marktforschungsinstituts Rheingold untersuchte den Wunsch junger Menschen nach Wohneigentum.
Ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung kostet derzeit laut FMH-Finanzberatung 4,4 Prozent Zinsen, was die monatliche Rate um rund 200 Euro erhöht hat.
80 Prozent der Mieter zwischen 23 und 30 Jahren wünschen sich eine eigene Immobilie, wobei Einfamilienhäuser bevorzugt werden.
Zwei Drittel der jungen potenziellen Eigentümer vertrauten auf familiäre Unterstützung in Form von Darlehen oder Schenkungen.
Thomas Kreil von Interhyp fordert eine Senkung der Grunderwerbsteuer, die zwischen 3,5 und 6,5 Prozent beträgt.
München. Die Voraussetzungen, vom Mieter zum Eigentümer zu werden, könnten besser sein: Ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung kostet derzeit laut der FMH‑Finanzberatung 4,5 Prozent Zinsen. Im Juni zahlten Kreditnehmer noch 3,9 Prozent. Dazu kommen durch die gestiegene Inflation höhere Lebenshaltungskosten. Dennoch träumen noch immer 68 Prozent der Mieter in diesem Land von der eigenen Immobilie. Das geht aus der Wohntraum-Studie der Interhyp hervor.
Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Rheingold hat Deutschlands größter Vermittler von Baufinanzierungen über 1500 Menschen in Deutschland befragt, wie sie wohnen möchten und ob sie glauben, sich Wohneigentum leisten zu können.
Einen Schwerpunkt legt die Umfrage auf Mieter zwischen 23 und 30 Jahren, also Angehörige der Generation Z. Bei ihnen ist der Wunsch nach einer eigenen Immobilie mit 80 Prozent deutlich stärker als in der Gesamtheit. Rund die Hälfte der 23- bis 30-Jährigen gab, laut der Studie, zudem an, ihr Wunsch nach Eigentum sei in den vergangenen Jahren stärker geworden, nur bei 15 Prozent habe sich der Wunsch abgeschwächt. Welche Art von Immobilie sich Angehörige der Generation Z wünschen und wie sie diesen Traum verwirklichen wollen, hat Interhyp in der Studie herausgefunden.
„Dass viele junge Menschen ins Eigentum streben, liegt auch am Bedürfnis nach Sicherheit in unsicheren Zeiten wie diesen“, sagt Thomas Kreil, der bei Interhyp das Privatkundengeschäft verantwortet. Diese Sicherheit glaubt gut die Hälfte der Befragten in einem Einfamilienhaus zu finden, auf den Plätzen folgen Landhäuser und Bungalows. Eigentumswohnungen spielen bei den Wohnträumen keine Rolle.
Die Familie hilft – aber nicht immer
Etwa die Hälfte der 23- bis 30-Jährigen mit Kaufwunsch hält es auch für möglich, diesen Wunsch nach Sicherheit wahr zu machen. Dabei vertrauen zwei Drittel dieser Gruppe auf die Familie. Thomas Kreil spricht hier bewusst nicht von Erbschaften, sondern eher von privaten Darlehen und Schenkungen.
Aus seiner Sicht besonders bemerkenswert: „Familiäre Unterstützung ist keine Voraussetzung für Wohneigentum“, sagt Kreil. Rund ein Drittel der jungen Menschen, die es geschafft haben, Eigentümerinnen und Eigentümer zu werden, hat dies ohne Hilfe aus der Verwandtschaft geschafft.
Insgesamt gehen junge Frauen und Männer, so Kreil, sehr realistisch an das Thema Wohneigentum heran. Das heißt konkret: Man sucht im Umland, wenn es in der Stadt zu teuer ist, und die gewünschte Wohnfläche wird kleiner. Zudem wird mehr Geld zur Seite gelegt, um das nötige Eigenkapital zu erreichen. „Das deckt sich nicht mit dem Klischee, einer wenig durchsetzungsfähigen und wenig disziplinierten Generation Z“, sagt Kreil.
Auch wenn angehende Eigentümer pragmatischer werden, ist die Eigentumsquote nach einer Auswertung des Maklerhauses von Poll 2025 auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. Derzeit leben nur 43,5 Prozent aller Menschen in diesem Land in den eigenen vier Wänden. Aus Sicht von Thomas Kreil ist das ein Signal an die Politik: „Die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises beträgt, sollte sinken.“ Ferner hält er Nachrangdarlehen des Bundes oder der Länder für junge Käufer für denkbar.

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