
Die US-Investmentbank hat ihre Position bei dem Düsseldorfer Immobilienkonzern massiv aufgestockt, kurz nachdem Grand City Properties eingestiegen ist.
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LEG Immobilien ist mit rund 170.000 Wohnungen der zweitgrößte börsennotierte Wohnungskonzern Deutschlands. Die Aroundtown-Tochter Grand City Properties erwarb kürzlich 20,04 Prozent der Anteile.
Frankfurt. Nur eine Woche nach dem Einstieg der Wohnimmobilienfirma Grand City Properties (GCP) beim zweitgrößten deutschen Vermieter LEG Immobilien hat die US-Investmentbank Goldman Sachs eine große Position bei dem Düsseldorfer Unternehmen offengelegt.
Wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, hält die Bank Aktien und Finanzinstrumente, die sich zusammen auf 28,28 Prozent der Stimmrechte der LEG summieren. Zuvor hatte die gemeldete Gesamtposition lediglich 4,54 Prozent betragen.
Eine Sprecherin der LEG wollte das Vorgehen nicht kommentieren. GCP war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Um die LEG entwickelt sich damit eine neue Lage.
Erst vor einer Woche hatte die Aroundtown-Tochter aus Luxemburg erklärt, dass sie 20,04 Prozent der LEG-Anteile halte. Das Aktienpaket hat einen Wert von mehr als 700 Millionen Euro.
Experten vermuten, dass Goldman Sachs GCP bei ihrer Beteiligung an der LEG unterstützt und als sogenannter Finanzintermediär agiert. Die Bank hätte die Anteile demnach im Auftrag Dritter erworben.
Allerdings handelt es sich dabei überwiegend nicht um direkt gehaltene Aktien. Der tatsächliche Stimmrechtsanteil von Goldman Sachs liegt bei lediglich 0,55 Prozent. Weitere 27,73 Prozent entfallen auf verschiedene Finanzinstrumente, darunter Rückforderungsrechte, Nutzungsrechte, Optionen und Swaps.
Die größte Einzelposition besteht aus Kaufoptionen auf 11,6 Millionen LEG-Aktien, die 15,09 Prozent des Grundkapitals entsprechen und am 19. November 2026 auslaufen. Hinzu kommen Rückforderungsrechte auf rund 7,4 Millionen Aktien beziehungsweise 9,67 Prozent der Stimmrechte. Die Meldeschwelle wurde bereits am 20. Oktober überschritten.
Das Vorgehen erinnert an den umstrittenen Zugriff der italienischen Großbank Unicredit auf die deutsche Commerzbank. Unicredit hatte sich dabei auch der Dienste von anderen Banken wie der japanischen Nomura bedient, die vor wenigen Tagen wegen verspäteter Stimmrechtsmitteilungen über ihre Commerzbank-Anteile ein Bußgeld der Finanzaufsicht Bafin erhalten hat.
Die Aroundtown-Tochter GCP hatte ihr LEG-Aktienpaket als Finanzbeteiligung bezeichnet, aber eine Aufstockung ihrer Anteile auf bis zu 29,9 Prozent als eine Möglichkeit gesehen. Die Firma behalte sich aber auch vor, die Beteiligung wieder abzubauen oder ganz auszusteigen, hieß es. Ab 30 Prozent müsste GCP den übrigen LEG-Aktionären ein Pflichtangebot machen.
Bisher ist Aroundtown als Gewerbeimmobilieninvestor bekannt. Hinter dem Unternehmen steht der umstrittene israelische Investor Yakir Gabay, der allerdings mittlerweile nur noch 15 Prozent der Anteile hält und nach Angaben des Unternehmens keinen operativen Einfluss nimmt.
Ob die nun offengelegte Position von Goldman Sachs mit diesem Einstieg zusammenhängt, geht aus der Stimmrechtsmitteilung nicht hervor. Auch lässt sich daraus nicht ableiten, dass die US-Investmentbank selbst eine strategische Beteiligung in entsprechender Höhe anstrebt.
Die LEG ist mit rund 170.000 Wohnungen nach Vonovia der zweitgrößte börsennotierte Wohnungskonzern Deutschlands. Das Unternehmen hat seinen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen. Die Düsseldorfer reagierten auf den Einstieg nur mit der Mitteilung, dass sie die Überzeugung von GCP und Aroundtown teilten, dass sowohl die Strategie als auch das Immobilienportfolio der LEG erhebliches Aufwärtspotenzial biete.
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GCP könnte Anteile auf bis zu 29,9 Prozent aufstocken.
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