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Immobilien: Insolventes Luxushotel hat einen Investor gefunden – doch es gibt noch einen Haken
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Handelsblatt5 hours agoReal_estate3 min readGermanyView translation

Immobilien: Insolventes Luxushotel hat einen Investor gefunden – doch es gibt noch einen Haken

Der britische Immobilienentwickler Comer Group International hat Kaufverträge unterzeichnet, doch EU-Sanktionen gegen einen Miteigentümer verhindern die behördliche Freigabe.

Quick Look

  • Das insolvente Luxushotel Frankfurt Gravenbruch hat mit der Comer Group International einen Käufer gefunden.
  • Der Vollzug scheitert jedoch an EU-Sanktionen gegen den iranischen Miteigentümer Ali Ansari, die den Zugriff auf Vermögenswerte und den Verkauf blockieren.

AI-generated summary

Why It Matters

Das Hotel befindet sich seit August im Notbetrieb, nachdem Hilton den Vertrag aufgrund von US-Sanktionen gegen den Miteigentümer Ali Ansari kündigte.

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Für das ehemalige Hilton-Hotel Frankfurt Gravenbruch gibt es nun einen Investor. Die Kaufverträge seien bereits unterzeichnet. Doch es gibt von Behördenseite noch ein erhebliches Problem.

Der britische Immobilienentwickler Comer Group International hat die Kaufverträge für das insolvente Luxushotel Frankfurt Gravenbruch rechtswirksam unterzeichnet.

Die EU-Sanktionen gegen den iranischen Miteigentümer Ali Ansari verhindern aktuell die Freigabe der Gelder und die Zustimmung für den Verkauf des Hotels durch die deutschen Behörden.

Das US-Finanzministerium hat Ansari als wichtigen Geldgeber für den iranischen Führer sanktioniert, was mutmaßlich zum Rückzug der Hotelkette Hilton und zur Streichung des Hotels von der Buchungsplattform Booking.com führte.

Düsseldorf. Das insolvente Luxushotel Frankfurt Gravenbruch hat laut Insolvenzverwalter Joachim Kühne einen Käufer gefunden: den britischen Immobilienentwickler Comer Group International. „Die Kaufverträge sind bereits unterzeichnet und rechtswirksam“, sagte Kühne in einer Erklärung.

Kühne sprach von der Comer Group als „leistungsfähigem Investor“. Das Immobilienunternehmen verfüge über „jahrzehntelange Erfahrung im Immobilien- und Hotelgeschäft“. Damit gebe es jetzt „eine konkrete Chance, das traditionsreiche Hotel und mehr als 100 Arbeitsplätze zu retten“.

Die Comer Group ist laut eigenen Angaben seit 2006 in Europa aktiv und hat seitdem etwa Einkaufszentren, Bürogebäude, Gewerbeflächen und Wohnbaugrundstücke erworben. Laut der Unternehmenswebseite gehört ihr unter anderem das Hochhaus „die Pyramide“ im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Allerdings gibt es für die Übernahme noch ein erhebliches Hindernis: das europäische Sanktionsrecht.

Ein Miteigentümer des Hotels in Gravenbruch, der iranische Geschäftsmann Ali Ansari, steht seit dem 30. Juli unter Sanktionen der Europäischen Union (EU). Die EU wirft Ansari vor, das iranische Regime und die Revolutionswächter zu unterstützen. Geschäftsbeziehungen mit dem Iraner sind daher untersagt. Ansaris Anwalt reagierte bislang nicht auf Fragen des Handelsblatts.

Infolge der EU-Sanktionen haben die deutschen Behörden die Gelder des Luxushotels eingefroren, auch Insolvenzverwalter Joachim Kühne hat keinen Zugriff darauf. Ein Verkauf des Hotels ist ebenfalls nur mit Zustimmung der Behörden möglich.

Neben der Bundesbank sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) und die Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS) der Generalzolldirektion involviert. Ein Sprecher der ZfS hatte dem Handelsblatt kürzlich gesagt, man könne zu konkreten Einzelfällen nichts sagen. Auch die Bafa wollte sich „mit Blick auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse nicht zu einzelnen etwaigen Ausfuhrvorgängen äußern“.

Kühne forderte die Behörden erneut auf, den Verkauf zu ermöglichen. „Es wäre kaum nachvollziehbar, wenn diese Zukunftsperspektive an den Sanktionen scheitern würde, obwohl das Vermögen unter meiner insolvenzrechtlichen Kontrolle steht und sanktionierte Personen keinen Zugriff darauf haben.“

Die vorläufigen Insolvenzverfahren der Eigentümer- und Betreibergesellschaften hinter dem Hotel waren schon am 23. Juli, also etwa eine Woche vor der EU-Sanktion, eingeleitet worden.

Allerdings war die Maßnahme der EU nicht die erste gegen Ali Ansari: Großbritannien hatte bereits im Herbst 2025 Sanktionen gegen den iranischen Geschäftsmann verhängt. Im Januar 2026 stufte die EU dann die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation ein.

Die Maßnahmen sollen die Buchungsplattform Booking.com dazu bewegt haben, Hotels mit Verdacht auf Verbindungen zu Ansari aus dem Angebot zu nehmen. Letztlich flog Gravenbruch beim weltgrößten Anbieter raus.

Am 10. Juli sanktionierte das US‑Finanzministerium Ansari als „wichtigen Geldgeber“ für den obersten iranischen Führer Modschtaba Chamenei. US-Firmen sollten bis zum 9. August die Geschäfte mit Ansaris Unternehmen Smart Global Limited, einem der Gesellschafter des Hotels in Gravenbruch, beenden. Die US-Hotelkette Hilton kündigte den Vertrag und zog Ende August aus.

Seit Mitte August beherbergt das Hotel keine Gäste mehr und läuft im Notbetrieb weiter. Am 1. Oktober wurden die Insolvenzverfahren eröffnet. Laut Kühne reicht das Geld aus der Insolvenzmasse ab diesem Zeitpunkt etwa für einen Monat.

Kühne sieht vor allem in einem Verkauf eine Perspektive für das Hotel. „Jetzt liegt es an den zuständigen Behörden, durch die notwendigen Freigaben den Weg für die Übernahme zu ebnen“, sagte der Insolvenzverwalter.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Entscheidung der Behörden über die Freigabe des Verkaufs.

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Open Questions

  • Werden die deutschen Behörden eine Ausnahmegenehmigung für den Verkauf erteilen?
  • Wie lange reicht die verbleibende Insolvenzmasse für den Notbetrieb?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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