
Das Angebot an Bestandshäusern auf Sylt ist seit 2022 extrem gewachsen. Experten nennen die Entwicklung im Vergleich zu anderen Regionen außergewöhnlich.
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Sylt gehört zu den exklusivsten Immobilienmärkten Deutschlands mit sehr hohen Quadratmeterpreisen.
Sylt zählt zu den exklusivsten Immobilienmärkten Deutschlands. In vier Jahren hat sich das Angebot auf der Ferieninsel versechsfacht. Die Entwicklung ist der Studie zufolge außergewöhnlich.
Häuser auf Sylt: Für Bestandshäuser werden Quadratmeterpreise von mehr als 12.000 Euro aufgerufen. Foto: dpa
Berlin. Auf der beliebten Ferieninsel Sylt stehen immer mehr Häuser zum Verkauf. Das Angebot an Bestandshäusern habe sich seit dem zweiten Quartal 2022 mehr als versechsfacht (plus 514 Prozent), wie das Immobilienportal Immoscout24 am Dienstag zu seiner Auswertung mitteilte.
Seit vier Jahren wachse das Angebot auf Sylt deutlich stärker als im übrigen Deutschland. „Selbst im Vergleich mit anderen hochpreisigen Wohnstandorten wie Starnberg oder Rottach-Egern fällt die Entwicklung außergewöhnlich aus“, hieß es. Bundesweit liege der Zuwachs bei 110 Prozent, in Starnberg bei 185 Prozent und Rottach-Egern bei 174 Prozent.
Sylt zählt zu den exklusivsten Immobilienmärkten Deutschlands. Für Bestandshäuser werden den Angaben zufolge Quadratmeterpreise von mehr als 12.000 Euro aufgerufen – deutlich mehr als in München. „Kaufinteressierte finden auf Sylt heute deutlich mehr Auswahl als noch vor wenigen Jahren“, sagte Immoscout24-Geschäftsführerin Gesa Crockford.
Immobilie in Kampen auf der Nordseeinsel Sylt. Mehr Auswahl als vor einigen Jahren. Foto: IMAGO/Chris Emil Janßen
Für diese Entwicklung sorgen demnach mehrere Faktoren – von den veränderten Marktbedingungen bis zu strengeren Regeln für Ferienwohnungen auf der Insel. „Schnäppchen gibt es auf Sylt dennoch nicht“, betonte Crockford. „Nach der Korrektur haben sich die Angebotspreise auf hohem Niveau stabilisiert.“
Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt eine schwache Dynamik: Laut Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft führen immer weniger Inserate zu tatsächlichen Verkäufen. Eigentümer und Käufer finden aufgrund von Preisvorstellungen schwer zueinander.

Aufgrund der alternden Babyboomer-Generation könnten Millionen Immobilien auf den Markt kommen. Experten warnen vor einem sogenannten „Silver Tsunami“, einer demografisch bedingten Verkaufswelle, die zu sinkenden Preisen führen könnte.

Beim Hauskauf spielt die Heizungsart eine immer größere Rolle. Immobilien mit umweltfreundlichen Wärmepumpen oder erneuerbaren Energien erzielen in Frankfurt und deutschen Großstädten deutlich höhere Angebotspreise als Häuser mit alten Öl- oder Gasheizungen.

In deutschen Großstädten wird ein immer größerer Teil der Mietwohnungen unter der Hand über persönliche Kontakte und WhatsApp-Gruppen vergeben. Dies verschärft die Situation für Wohnungssuchende ohne lokale Netzwerke.

Laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft schwächt sich der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern ab. Inflationsbereinigt sanken die Wohnungspreise im zweiten Quartal sogar leicht um 0,9 Prozent.

Auf der Nordseeinsel Sylt hat sich das Angebot an Bestandshäusern seit 2022 mehr als versechsfacht. Dennoch bleiben die Preise mit Quadratmeterpreisen von über 12.000 Euro extrem hoch.