
Eine technische Störung beeinträchtigt seit Dienstagmorgen das Online-Banking und die App von Deutschlands größter Direktbank ING. Hinweise auf einen Hackerangriff gibt es laut Unternehmen nicht.
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EZB und Bafin warnen seit Jahren vor wachsenden Risiken durch Cyberangriffe im Bankensektor.
Frankfurt. Technische Probleme legen am Dienstag seit den frühen Morgenstunden das Online-Banking von Deutschlands größter Direktbank ING lahm.
„Aktuell kommt es aufgrund einer technischen Störung zu Problemen beim Login ins Internetbanking und in die Banking-App“, sagte ein ING-Sprecher dem Handelsblatt.
„Zudem kommt es zu Einschränkungen bei der telefonischen Erreichbarkeit“, fügte er hinzu.
„Unsere Teams arbeiten mit Hochdruck an der Behebung der Störung.“ Ein entsprechendes Statement veröffentlichte ING auch auf ihrer Website.
Wer sich über die App in sein ING-Konto einloggen will, erhält die Nachricht: „Leider ist ein Fehler aufgetreten. Versuchen Sie es am besten später nochmal.“ Offensichtlich ist die Störung auf Probleme bei ING oder einem ihrer Dienstleister zurückzuführen und nicht auf einen Hackerangriff.
„Es liegen keine Hinweise auf eine externe Ursache vor“, erklärte der ING-Sprecher.
Die ING ist mit gut zehn Millionen Kunden die größte Direktbank in Deutschland.
Auch bei anderen Geldhäusern ist es in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder zu Störungen im Onlinebanking gekommen.
In den allermeisten Fällen ist dies auf interne technische Probleme zurückzuführen und nicht auf Angriffe von außen.
Gleichwohl warnen die Europäische Zentralbank (EZB) und die deutsche Finanzaufsicht Bafin seit Jahren vor den wachsenden Risiken durch Cyberangriffe.
„Die Angreifer werden immer professioneller“, sagte Raimund Röseler, damals oberster Bankenaufseher der Bafin, bereits 2024.
„Wer denkt, alle Risiken im Griff zu haben, liegt mit hoher Sicherheit falsch.“
Die Bafin erhalte täglich Meldungen über Cyberattacken auf Banken, sagte Röseler.
Irgendwann werde es zu einem groß angelegten, erfolgreichen Angriff kommen.
„Dann wird es darauf ankommen, wie gut das betroffene Unternehmen darauf vorbereitet ist.“
Röselers Horrorszenario ist ein Cyberangriff, mit dem Hacker alle Konten einer großen deutschen Bank leer räumen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu komme, sei zwar „furchtbar gering“, sagte der Bafin-Exekutivdirektor 2024.
„Aber wenn es dazu kommt, ist der Schaden extrem hoch.“
Die EZB warnte im Juli 2026 zudem vor steigenden Cyberrisiken durch Angriffe mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI).
„Neuartige KI-Modelle können Softwareschwachstellen aufspüren und diese in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit ausnutzen“, schrieb Claudia Buch, die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, in einem Brief an die CEOs der größten europäischen Geldhäuser.
Finanzinstitute müssten deshalb die Widerstandsfähigkeit ihrer Informations- und Kommunikationstechnologiesysteme (IKT) erhöhen und Schwachstellen schneller beseitigen, mahnte Buch in dem Schreiben.
Die Vorstandschefs fordert sie auf, einen Aktionsplan zur Stärkung ihrer IT-Sicherheit zu entwickeln und ihn bis zum 31. Oktober bei den für sie zuständigen Aufsichtsteams der EZB einzureichen.
Zudem ermahnte Buch die CEOs, umgehend Mängel zu beheben, die die EZB bei den Instituten bei Vor-Ort-Prüfungen sowie in einem Cyberstresstest 2024 festgestellt hat.
„Angesichts der verschärften Bedrohungslage stellen bisher nicht behobene Schwachstellen ein signifikantes Risiko für die operationale Resilienz dar“, betonte Buch.

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