Insolvenz bei Galeria: Miteigentümer kritisiert Geschäftsführung
Galeria geht zum vierten Mal in sechs Jahren in die Insolvenz. Miteigentümer Bernd Beetz erhebt Vorwürfe gegen das Management und fordert einen schnellen Umbau.
Quick Look
- Die Warenhauskette Galeria hat erneut Insolvenz angemeldet – das vierte Verfahren in sechs Jahren.
- Miteigentümer Bernd Beetz kritisiert die Geschäftsführung scharf und hält den Schritt für vermeidbar.
- Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete das vorläufige Verfahren an.
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Why It Matters
Galeria durchläuft nach 2020, 2022 und 2024 das vierte Insolvenzverfahren innerhalb von sechs Jahren.
Die angeschlagene Warenhauskette Galeria will das vierte Insolvenzverfahren in den letzten sechs Jahren durchlaufen. Für einen der Miteigentümer ist dafür auch die Geschäftsführung verantwortlich.
Der Miteigentümer der insolventen Warenhauskette Galeria, Bernd Beetz, kritisiert die Geschäftsführung um Tilo Hellenbock für den Insolvenzantrag und fordert einen schnellen Umbau. Er halte die Insolvenz grundsätzlich für vermeidbar, sagte Beetz der "Bild"-Zeitung.
"Die Gesellschafter haben Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben. Entscheidend wäre gewesen, die notwendige Transformation konsequenter und schneller umzusetzen", sagte Beetz. Er führte aus, dafür brauche es "insbesondere ein stringentes Warenmanagement, eine klare Sortimentsstrategie und eine deutlich stärkere Kundenorientierung".
Beetz zeigte sich optimistisch: "Ein Warenhaus kann auch heute erfolgreich sein - aber nur, wenn es sich deutlich vom Wettbewerb abhebt und operativ exzellent geführt wird." Beetz betonte, personelle Entscheidungen müssten jetzt anhand der Frage getroffen werden, wer das größte Vertrauen von Gläubigern, Mitarbeitern, Lieferanten und möglichen Investoren genieße: "Es geht nicht um einzelne Personen, sondern darum, die bestmögliche Führung für die nächste Phase sicherzustellen."
Bereits zahlreiche Filialen geschlossen
Das Amtsgericht Düsseldorf ordnete das vorläufige Insolvenzverfahren für die Warenhauskette an. Das geht aus einer Mitteilung des Gerichts auf dem Portal Insolvenzbekanntmachungen.de hervor. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde der Rechtsanwalt Frank Kebekus. Laut Gerichtsbeschluss ist er nun ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen von Galeria einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Kebekus begleitete als Sachwalter bereits die Insolvenzverfahren für den Konzern in den Jahren 2020 und 2022.
Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der inzwischen vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Infolge der zurückliegenden Insolvenzverfahren wurden schon zahlreiche Filialen geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um der Warenhauskette den Weg aus der Krise zu ermöglichen.
Vor gut zweieinhalb Jahren hatte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Antrag gestellt. Vorausgegangen war die Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa.
Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Galeria verlegte seinen Sitz von Essen nach Düsseldorf.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fortführung des Geschäftsbetriebs in den 83 Filialen vorerst
Very likely · Within days
Open Questions
- Welche Filialen sind von Schließungen bedroht?
- Wie reagieren die Gläubiger auf den neuen Insolvenzantrag?




