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Iran droht mit Eskalation nach US-Angriffen auf Öltanker
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Iran droht mit Eskalation nach US-Angriffen auf Öltanker

Quick Look

  • Nach US-Angriffen auf drei iranische Öltanker droht Iran mit einer Eskalation des Konflikts.
  • Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, die Zeit der spiegelbildlichen Antworten sei vorbei und künftig würden Angriffe auf iranische Interessen schneller, heftiger und schmerzhafter beantwortet.
  • Beide Seiten setzen auf wirtschaftlichen Druck, während die USA Sanktionen gegen eine türkische Bank verhängten, die angeblich die Revolutionsgarde finanziell unterstützt.

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Why It Matters

Der Konflikt zwischen Iran und den USA dauert bereits seit Jahren an und umfasst gegenseitige Sanktionen, militärische Provokationen und Streit um das iranische Atomprogramm. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt für den Transport von Öl und Gas.

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Nach den amerikanischen Angriffen auf drei iranische Öltanker hat Teheran mit einer Eskalation des Konflikts gedroht. „Die Zeit der spiegelbildlichen Antworten ist vorbei“, sagte der iranische Parlamentssprecher und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf in einer Rede, die am Sonntag über seinen Telegram-Kanal verbreitet wurde. „Ab jetzt wird jeder Angriff auf Irans Interessen und Sicherheit eine schnellere, heftigere und schmerzhaftere Reaktion erfahren.“

Schon zuvor hatte Iran versucht, den Vereinigten Staaten einen empfindlichen Schlag zu versetzen, indem es nach eigenen Angaben einen amerikanischen Flugzeugträger und einen Zerstörer mit Raketen beschoss. Die Revolutionsgarde behauptete am Samstag, die Schiffe hätten Schäden erlitten und sich zurückgezogen. Das US-Militär bestätigte keine Treffer, wohl aber den Angriff und bombardierte daraufhin nach eigenen Angaben drei iranische Öltanker. Es veröffentlichte Aufnahmen von einem sinkenden Schiff, das es als M/T Kyolo identifizierte. Der Kommandeur des für die Region zuständigen amerikanischen Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, sagte: „Wir werden nicht zögern, amerikanische Streitkräfte zu verteidigen, und wenn nötig, Irans begrenzte und exponierte Ölflotte zerstören.“

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Zur Vergeltung beschoss die Marine der Revolutionsgarde wenige Stunden später nach eigenen Angaben drei Tankschiffe in der Straße von Hormus sowie drei Schiffe mit Verbindungen zu den Vereinigten Staaten. Zudem veröffentlichte sie ein Video mit Überwachungsaufnahmen von Schiffen, um diese davor zu warnen, mithilfe des US-Militärs die Meerenge zu durchfahren. Im Kern geht es in dem Konflikt weiter um die Kontrolle über die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Vergangene Woche behaupteten Regierungsmitarbeiter in Washington gegenüber dem Sender CNN, dass amerikanische Kriegsschiffe an einem Tag 40 Handelsschiffe durch die Meerenge eskortiert hätten. Iran bestreitet das.

Ghalibaf: Die Iraner tolerieren Härten, aber kein Missmanagement

Beide Seiten setzen zudem darauf, die Gegenseite durch wirtschaftlichen Druck zu Zugeständnissen zu bewegen. Iran hat Interesse bekundet, unter bestimmten Bedingungen zu dem im Juni unterzeichneten Memorandum zurückzukehren. Amerika hat dies Medienberichten zufolge aber gegenüber Teheran ausgeschlossen. Präsident Donald Trump sei nur bereit, ein umfassenderes Abkommen zu schließen, das das iranische Atomabkommen einschließe, heißt es.

Die amerikanische Seeblockade verhindert seit Wochen, dass Iran Öl exportiert. Noch verfügt das Land aber über Dutzende Millionen Barrel Öl auf See, die vor der Seeblockade verschifft wurden. Die Blockade verteuert zudem Importe und treibt die Inflationsrate in Iran auf bis zu 80 Prozent. Das trifft die Bevölkerung derart hart, dass Ghalibaf am Sonntag von der Regierung dringende Gegenmaßnahmen forderte. Die Iraner könnten Härten tolerieren, aber kein Missmanagement, sagte er.

Teheran setzt darauf, dass die hohen Benzinpreise in den Vereinigten Staaten Trump umso mehr schmerzen, je näher die Zwischenwahlen im November rücken. Zugleich rechnet Teheran damit, dass Amerika sein militärisches Vorgehen nach den Wahlen deutlich verschärfen wird. Iran geht davon aus, dass Trump sich derzeit zurückhält, weil der Krieg, den er nicht so nennen will, in der amerikanischen Öffentlichkeit höchst unpopulär ist.

Washington sanktionert eine türkische Bank

Derweil erhöhen die Vereinigten Staaten den Druck auf Irans Nachbarländer, die wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Land einzuschränken. Am Freitag verhängte das Finanzministerium in Washington Sanktionen gegen die kleine türkische Investmentbank Golden Global Bank und zwei ihrer Tochterunternehmen. Das Ministerium warf der Bank vor, die Revolutionsgarde bei finanziellen Transaktionen unterstützt zu haben. Vor wenigen Tagen hatte Amerika bereits Zweigstellen einer ägyptischen Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf eine Sanktionsliste gesetzt.

Beobachter werteten den Schritt gegen die türkische Bank als Warnschuss, auch gegen die türkische Regierung. Der amerikanische Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, schrieb auf der Plattform X, es gehe darum, „die Kanäle zu schließen, durch die Teheran die Erträge seiner Aktivitäten wäscht“. Die türkischen Behörden hätten „die unangenehme Enthüllung nicht als Affront behandelt, sondern sich bemüht, die Unklarheiten aufzuklären und einen Prozess einzuleiten, der die Transparenz künftig stärken wird“.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die USA werden ihr militärisches Vorgehen nach den Zwischenwahlen im November deutlich verschärfen.

    Likely · Within months

  • Iran wird versuchen, die hohen Benzinpreise in den USA politisch auszunutzen, um Druck auf Trump auszuüben.

    Possible · Within months

Open Questions

  • Wie werden die Sanktionen gegen die türkische Bank die finanziellen Netzwerke der Revolutionsgarde beeinflussen?
  • Plant Iran tatsächlich eine Rückkehr zum Juni-Memorandum unter bestimmten Bedingungen?
  • Wie wird die US-Regierung auf die drohende Eskalation aus Teheran reagieren?

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This article was originally published by FAZ.

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