Israelische Siedler sollen Moschee im Westjordanland in Brand gesetzt haben
Nach einem Brandanschlag auf eine Moschee bei Nablus ermittelt das israelische Militär; Oberrabiner Goldschmidt kritisiert mangelnde Strafverfolgung.
Quick Look
- Im Dorf Basaria bei Nablus wurde eine Moschee durch Brandstiftung beschädigt.
- Täter hinterließen hebräische Graffiti, die sich gegen US-Botschafter Mike Huckabee richten.
- Das israelische Militär hat Ermittlungen eingeleitet.
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Why It Matters
Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Gewalt zwischen Siedlern und Palästinensern dort massiv zugespitzt.
Israelische Siedler haben Berichten zufolge eine Moschee im besetzten Westjordanland in Brand gesetzt. Demnach legten Angreifer den Brand in dem Dorf Basaria bei Nablus in der vergangenen Nacht, indem sie ein Fenster der religiösen Stätte einwarfen.
Die Täter hinterließen offenbar Graffiti in hebräischer Sprache. Der Slogan »Grüße von den Terroristen« wendet sich mutmaßlich an den US-Botschafter Mike Huckabee. Dieser hatte nach Angriffen auf palästinensische Familien im Westjordanland zuletzt von »israelischen Terroristen« gesprochen.
Das israelische Militär teilte mit, entsandte Soldaten hätten die Angreifer nicht am Tatort stellen können. Sie habe nun Ermittlungen eingeleitet. Sie verurteile solche Angriffe auf religiöse Stätten aber auf das Schärfste. Berichten zufolge gab es in diesem Jahr bereits mehr als zehn Anschläge auf Moscheen im Westjordanland.
Der Präsident der orthodoxen Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt, forderte Israels Regierung auf, die Brandstiftungen konsequent zu ahnden. Nur in Ausnahmefälle komme es zu Anklagen und Verurteilungen, Tatverdächtige würden oft rasch wieder freigesetzt. »Das alles erzeugt den Eindruck von Straflosigkeit«, kritisierte der Oberrabiner. Dies ermutige zu weiterer Gewalt.
Seitdem die palästinensische Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 Massaker an israelischen Zivilisten verübte, hat sich die Gewalt auch im Westjordanland zugespitzt. Laut dem Gesundheitsministerium der Palästinensischen Autonomiebehörden starben seither mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Zusammenstößen sowie bei Anschlägen von Palästinensern. Auch radikale israelische Siedler verüben seither mehr gewaltsame Übergriffe. Derzeit mehren sich Warnungen, die Siedlergewalt könnte einen neuen Palästinenseraufstand auslösen.
Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach internationalem Recht illegal sind.
What to Watch
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Ermittlungen durch das israelische Militär
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Open Questions
- Wer sind die konkreten Täter?
- Wird es zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommen?

