Italien: Erneute Ausschreitungen in Mailand – rund 200 Festnahmen
Quick Look
- In Mailand kam es am Sonntag zum zweiten Tag in Folge zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen schwarz gekleideten Randalierern und der Polizei.
- Demonstranten warfen Flaschen, plünderten Geschäfte und setzten Fahrzeuge in Brand.
- Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein und nahm über 200 Personen fest, viele davon minderjährig.
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Why It Matters
Die Ausschreitungen begannen am Samstag im Rahmen von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten in Mailand und breiteten sich auf andere italienische Städte sowie Paris aus. Die Gewalt umfasste Flaschenwürfe, Plünderungen und Brandstiftungen an Fahrzeugen.
In Mailand ist es am Sonntag den zweiten Tag in Folge zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Aus den Reihen größtenteils schwarz gekleideter Randalierer wurden rund um den zentralen Domplatz der norditalienischen Metropole Flaschen auf die Einsatzkräfte und auf Polizeiautos geworfen. Zudem wurden Geschäfte geplündert sowie Fahrzeuge in Brand gesetzt.
Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Gruppen auf dem Platz auseinanderzutreiben. Bürgermeister Giuseppe Sala berichtete von »zerschlagenen Schaufenstern, geplünderten Läden und verängstigten Einwohnern«. Die Polizei nahm nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa bei den Ausschreitungen in Mailand am Samstag und Sonntag insgesamt mehr als 200 Menschen fest. Davon war ein großer Teil noch minderjährig.
Die Ausschreitungen hatten am Samstag am Rande einer Demonstration gegen die hohen Lebenskosten begonnen – manche Beobachter zogen Vergleiche zu den Gewaltausbrüchen in Frankreich bei ähnlichen Protesten. Auch in den italienischen Städten Bologna und Turin kam es am Samstag am Rande von Demonstrationen zu Ausschreitungen.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni berief für Montag eine Sitzung mit den Sicherheitskräften ein. Sie sprach von »Gewalttätern, die Demonstrationen ausnutzen, um Chaos zu verbreiten, diejenigen anzugreifen, die für die Sicherheit sorgen, und ganze Städte in Geiselhaft zu nehmen«. Zu demonstrieren sei ein verbrieftes Recht, schrieb sie am Samstag auf X. »Unsere Städte zu verwüsten, ist keines.«
Lage in Frankreich bleibt angespannt
Die Parallelen zur Entwicklung in Frankreich sind in der Tat unübersehbar. Auch am Wochenende war es in Paris zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Polizei hatte in der Nacht zu Sonntag phasenweise die Kontrolle über Teile der Innenstadt verloren. Um die Prachtmeile Champs-Élysées herum hatten Randalierer Luxusboutiquen attackiert, rund um den Place de la République wurden sie Autos abgefackelt und Sportgeschäfte ausgeräumt.
Nach Angaben aus Polizeikreisen waren in Paris am Sonntag den zweiten Tag in Folge Sondereinheiten mobilisiert worden und am Platz der Republik im Einsatz. Sie setzten den Fernsehbildern zufolge erneut Tränengas ein.
Wenige Monate bevor Präsident Macron ausscheidet, erschüttert die Gewaltorgie junger Randalierer das Land. Politisch dürfte davon eine Frau profitieren: die rechtsradikale Präsidentschaftsfavoritin Marine Le Pen. Mehr dazu hier .
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die italienische Regierung wird nach der Sicherheitskonferenz konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt bei Demonstrationen ankündigen.
Likely · Within days
In Frankreich könnte die rechtsradikale Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen von den Unruhen profitieren und in den Umfragen zulegen.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Welche konkreten Forderungen stellen die Demonstranten außer der Kritik an hohen Lebenshaltungskosten?
- Werden die festgenommenen Minderjährigen strafrechtlich verfolgt?
- Welche Maßnahmen plant die italienische Regierung außer der Sicherheitskonferenz?
- Wie wird die Situation in Frankreich nach den Ausschreitungen weiter eskalieren?





