Jemen - Huthis: Mehr als 300.000 Menschen auf der Flucht, Lage in Tais besonders dramatisch
Wieder aufgeflammte Kämpfe zwischen Huthi-Milizen und Regierungstruppen führen zu einer humanitären Krise in der Provinz Taizz.
Quick Look
- Im Westjemen sind über 300.000 Menschen aufgrund eskalierender Kämpfe zwischen Huthi-Milizen und Regierungstruppen geflohen.
- Besonders die Stadt Taizz leidet unter einer vollständigen Belagerung, Treibstoffmangel und einer drohenden Cholera-Epidemie.
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Why It Matters
Der Konflikt zwischen den Huthis und der international anerkannten Regierung im Jemen dauert seit Jahren an. Nach einer Phase relativer Ruhe hat sich die Gewalt seit Juli 2024 wieder verschärft.
Im Westjemen sind mehr als 300.000 Menschen auf der Flucht, wie die Vereinten Nationen berichten. Der Grund: Die wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen der proiranischen Huthi-Miliz und von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen.
Nahezu alle Betroffenen seien in den vergangenen zwei Monaten aus ihren Heimatorten geflohen, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Sonntag. Die Menschen bräuchten »dringend Schutz, Nahrung, sauberes Wasser und Gesundheitsversorgung«.
Nach vier Jahren relativer Ruhe hat sich der Konflikt zwischen den Huthis und den Regierungstruppen im Jemen seit Juli wieder intensiviert. Im September starteten die Huthis eine neue Offensive im Westen des Landes. Saudi-Arabien, das die international anerkannte Regierung im Jemen unterstützt, griff seither mehrfach Huthi-Stellungen an.
Es herrsche ein akuter Mangel an Treibstoff, Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Kochgas, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mit. »Die Huthis können die humanitäre Katastrophe, die sie bei der Zivilbevölkerung verursachen, nicht mit der Belagerung von Taizz rechtfertigen«, sagte Niku Dschafarnia, Jemen-Expertin bei HRW. Die Huthis müssten unverzüglich die Einfuhr von Lebensmitteln, Treibstoff, Medikamenten und Wasser sowie die Lieferung humanitärer Hilfe ermöglichen, um weiteres Leid zu verhindern.
Die Huthis belagern die Großstadt nach Angaben von Anwohnern der Stadt inzwischen vollständig. Taizz war bereits ab 2015 jahrelang von den Huthis belagert worden. Nachdem 2024 einige Zufahrtsstraßen geöffnet worden waren, ist sie im Zuge einer neuen Offensive erneut eingekesselt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt in einem jüngsten Bericht vor Ausbrüchen übertragbarer Krankheiten. Die Provinz Taizz gehört laut WHO zu den am stärksten betroffenen Gebieten eines Choleraausbruchs in dem Bürgerkriegsland. Zugleich beherberge sie mit rund 126.000 Menschen den größten Anteil der Vertriebenen im Jemen. Die Lage in Unterkünften, bei der Wasserversorgung und in sanitären Einrichtungen stellt weiterhin die größten Gesundheitsrisiken dar. Zudem gebe es Unterbrechungen bei der Abfallentsorgung.
Das Uno-Nothilfebüro OCHA blickt besonders besorgt auf die Wasserversorgung in Taizz. Viele Menschen in der Stadt seien auf Trinkwasser aus Lastwagen angewiesen, sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke kürzlich. Der Diesel werde jedoch knapp. Die Wasserproduktion habe sich innerhalb der vergangenen Wochen halbiert und der Preis für das gelieferte Wasser verdreifacht, erklärte der Sprecher weiter. Einige medizinische Hilfsgüter hätten Taizz laut WHO erreicht, aber weitere müssten aufgrund eingeschränkter Zufahrtswege in Lagern in Aden liegen bleiben.
Open Questions
- Wie lange können die Hilfsgüter in Aden gelagert werden?
- Gibt es diplomatische Bemühungen zur Öffnung der Versorgungswege?





