Junge Union fordert „gesellschaftliche Ächtung“ von Rot-Grün-Rot in Berlin
Antrag beim Deutschlandtag in Bonn: Union warnt vor „Kulturbruch“ bei möglicher rot-grün-roter Koalition in Berlin und fordert Bundesgesetz gegen Enteignungen.
Quick Look
Die Junge Union fordert im Falle einer rot-grün-roten Koalition in Berlin den Ausschluss der Landesregierung von Verfassungsschutz- und BKA-Informationen sowie ein Bundesgesetz gegen Vergesellschaftungen.
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Why It Matters
Linke, Grüne und SPD in Berlin haben Sondierungsgespräche abgeschlossen und wollen Koalitionsgespräche aufnehmen.
Für den Fall einer Koalition von Linkspartei, Grünen und SPD in Berlin fordert die Junge Union einen Ausschluss der Landesregierung von Informationen des Verfassungsschutzes und des Bundeskriminalamts. Einen entsprechenden Antrag beschloss die unabhängige Jugendorganisation von CDU und CSU bei ihrem Deutschlandtag in Bonn einstimmig.
Darin wird auch ein Gremium auf Bundesebene „zur Dokumentation von Rechtsbrüchen und Rechtsbeugung“ durch die Berliner Regierung gefordert.
Außerdem verlangen die Jungunionisten, das geplante Verbot von Vergesellschaftungen per Bundesgesetz umgehend umzusetzen. Eine rot-grün-rote Koalition wäre ein „Kulturbruch“, der eine „gesellschaftliche Ächtung“ der Regierung erfordere, heißt es in dem Antrag.
Linke, Grüne und SPD in Berlin hatten am Samstag ihre Sondierungsgespräche abgeschlossen und wollen nun Koalitionsgespräche aufnehmen. Die Union hält die Linke für linksextremistisch und wirft ihr unter anderem antisemitische Tendenzen vor. Die Junge Union hat etwa 90.000 Mitglieder und bezeichnet sich selbst als größte politische Jugendorganisation Europas.
Das plant Rot-Grün-Rot für Berlin
Wohnen und Mieten
Vergesellschaftung großer privater Wohnungskonzerne ab einem Bestand von 10.000 Wohnungen in Berlin, betroffen wären rund 160.000 Wohnungen
Mietendeckel für die 440.000 kommunalen Wohnungen erlaubt maximal zwei Prozent Mieterhöhung pro Jahr
Neubauprogramm für 100.000 bezahlbare Wohnungen mit 100.000 Baugenehmigungen bis 2031
Aufbau einer „Mietenaufsicht“ und einer Schwerpunktabteilung bei der Staatsanwaltschaft gegen überhöhte und „Wuchermieten“
Keine Bebauung Tempelhofer Feld
Sauberkeit
Kostenlose Abholung von Sperrmüll für jeden Haushalt einmal pro Jahr
Mehr Sauberkeit in Parks oder auf Spielplätzen
Klima
Mehr Bäume, Bänke und Brunnen zur Klimaanpassung
Nachhaltigere Wasserbewirtschaftung: Regenwasser in der Stadt halten, Flächen entsiegeln und Berlin zur Schwammstadt weiterentwickeln
Mobilität und Verkehr
Ausbau der Radwege
Busse und Straßenbahnen erhalten mehr eigene Spuren und Vorrang an Ampeln, damit sie nicht im Stau stehen
Mehr Verlässlichkeit von Bus und Bahn
Mehr Verkehrsberuhigung etwa durch Schulstraßen oder Wohnstraßen ohne Durchgangsverkehr
ÖPNV-Sozialticket wird billiger (heute: 27,50 Euro pro Monat)
Kein Weiterbau der A100
Bildung
Mehr Gemeinschaftsschulen
Kostenfreiheit von der Kita bis zur Hochschule bleibt
Kostenloses Schülerticket und kostenloses Schulmittagessen bis zur 6. Klasse bleibt
Handyverbot an Grundschulen
Aufbau einer unabhängigen Beschwerdestelle für mehr Schutz vor Diskriminierung und Mobbing im Bildungsbereich
Keine Kooperationsvereinbarung der Bildungsverwaltung mehr mit der Bundeswehr
Sicherheit
Kein Personalabbau bei der Polizei
Der Verfassungsschutz bleibt in seiner jetzigen Form erhalten bei Stärkung der Transparenz und parlamentarischen Kontrolle
Überprüfung der bestehenden Messer- und Waffenverbotszonen und der Videoüberwachung im Jahr 2028 unter Einbeziehung der Polizei
Kultur
Kulturfördergesetz für verlässlichere Förderung
Wiedereinführung der 16 kostenlosen Museumssonntage pro Jahr und der Kulturkarte für Jugendliche
Gesellschaft
Konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus, Antiziganismus, antimuslimischen und antischwarzen Rassismus und gegen Queerfeindlichkeit
Demokratiefördergesetz für verlässlichere Förderung von Initiativen aller Art
Aufbau von Kiezkantinen mit preiswertem Essen für mehr Austausch und sozialen Zusammenhalt
„Wir setzen uns nachdrücklich für die Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts auf kommunaler und Landesebene im Rahmen unserer Kompetenzen für alle Menschen nach fünf Jahren Aufenthalt in Deutschland ein.“
Finanzen
Konsolidierungsstrategie im Haushalt bis 2031 unter anderem mit Hilfe von Ausgabendeckel, Erhöhung der Einnahmen, Verlagerung von Investitionsfinanzierung aus dem Kernhaushalt, Nutzen von Kreditspielräumen sowie Priorisierung der Ausgaben
Open Questions
- Wie reagieren SPD und Grüne auf die Forderungen der Jungen Union?
- Wird das geforderte Bundesgesetz gegen Vergesellschaftungen geprüft?




