Kai Havertz glänzt bei Arsenals Sieg gegen Chelsea
Mit einem Tor und einer Vorlage führt der deutsche Nationalspieler Arsenal zum dritten Sieg im dritten Saisonspiel.
Quick Look
- Kai Havertz führte Arsenal mit einem Tor und einer Vorlage zum 2:1-Sieg gegen Chelsea.
- Der deutsche Nationalspieler unterstrich damit seine starke Form und festigte seinen Status als Leistungsträger bei den Gunners.
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Why It Matters
Havertz wechselte 2023 von Chelsea zu Arsenal. Er war zwischen Februar 2025 und Januar 2026 aufgrund verschiedener Verletzungen lange ausgefallen.
Als Begleitmusik wurde in Arsenals Stadion Shakiras „Waka Waka“ aufgelegt, den die Gunners nach Havertz’ Wechsel 2023 von Chelsea zu dessen Verteidigung umgedichtet hatten. Damals verspotteten gegnerische Fans den 75 Millionen Euro teuren Havertz als Fehleinkauf. Der inzwischen etablierte Konter passte am Sonntagabend besonders gut – schließlich richtete er sich gegen den Erzrivalen und Havertz’ früheren Klub: „Waka Waka, eh, eh / 60 million down the drain / Kai Havertz scores again!“ 60 Millionen Pfund sind futsch, Havertz trifft schon wieder.
Mit einem Tor und einer genialen Vorarbeit trug Havertz dazu bei, dass Arsenal seine makellose Startbilanz als einziger Premier-League-Klub neben Manchester City aufrechterhält. Durch das 2:1 gegen Alonsos Chelsea, das die erste Niederlage hinnehmen musste, gab es den dritten Sieg im dritten Ligaspiel. Zunächst bügelte Havertz in der 25. Minute den frühen Rückstand von Morgan Rogers aus, der bereits nach 77 Sekunden per Volleyschuss getroffen hatte. Der deutsche Nationalspieler zog von der rechten Seite in die Mitte und dann mit links trocken ab. Für Chelseas Torwart Emiliano Martínez, der kürzlich von Aston Villa verpflichtet worden war, kam der Abschluss überraschend: Der Ball ging gegen seine Laufrichtung und durch die Beine seines Teamkollegen Maxence Lacroix.
Beim Siegtreffer, fünf Minuten nach der Halbzeit, ließ Havertz ein Zuspiel passieren, indem er im letzten Moment zur Verwirrung der Gegenspieler seinen Fuß zurückzog. Der Ball glitt um die Breite eines Grashalms unter seinen Stollen hindurch – und Ödegaard musste nur noch einschieben. In der Analyse erklärte Havertz, Ödegaard habe ihm zugerufen, den Ball durchzulassen. Allerdings hatte sich zuvor bereits eine ähnliche Situation ereignet, in der Havertz in aussichtsreicher Position zugunsten des Norwegers verzichtet hatte – Ödegaard traf jedoch nicht. Deshalb habe er sich kurz gefragt: „Soll ich es noch einmal versuchen?“, erläuterte Havertz süffisant. Er vertraute seinem Mitspieler, und diesmal habe es „ziemlich gut funktioniert“, befand er.
Ödegaard gab das Kompliment zurück und bezeichnete Havertz als „wirklich cleveren Spieler“, der sich „sehr gut“ bewege und Verteidiger binde. „Ein brillantes Tor“, konstatierte Feingeist Ödegaard. Havertz knüpft durch seinen starken Saisonauftakt mit drei Toren in vier Pflichtspielen an seine Form vom Ende der vergangenen Saison an. Verschiedene Verletzungen hatten ihn zwischen Februar 2025 und Januar 2026 fast ein Jahr lang außer Gefecht gesetzt. Die Zwangspause nutzte Havertz, um athletisch zuzulegen. Das war gegen Chelsea deutlich zu sehen. Er behauptete sich in den robusten Zweikämpfen und entwickelte zugleich bei seinen Antritten eine neue Dynamik. Immer wieder hatten die Gegenspieler Mühe, ihn zu stoppen.
Immer wieder entscheidet Havertz die Spitzenspiele
Was ihn seit jeher auszeichnet, hat er nicht eingebüßt: sein Spielverständnis und seine Teamfähigkeit. Er wich als Mittelstürmer immer wieder nach links und rechts aus, um seine Mitspieler zu unterstützen. Trainer Mikel Arteta fasste die Gründe prägnant zusammen: „Er wirkt glücklich und angekommen, fühlt sich fit und hat derzeit einen festen Rhythmus.“ Auch im Privatleben seien „großartige Dinge passiert“, sagte Arteta – womit er wohl die Geburt von Havertz’ Sohn vor einem Jahr meinte. Mit 27 Jahren hat sich Havertz in den elitären Spielerkreis der Premier League entwickelt, die Spitzenpartien wiederkehrend entscheiden. Er verfügt mittlerweile über genügend Erfahrung und Reife auf höchstem Niveau, dazu kommt das Selbstvertrauen durch große Titelgewinne: Meister mit Arsenal 2026, Champions-League-Sieger mit Chelsea 2021. Dass er mit der deutschen Nationalmannschaft einmal mehr einen enttäuschenden Sommer erlebte, ist ihm nicht mehr anzumerken.
Mit seiner Klasse und dennoch besonnenen Art verkörpert Havertz jenen Spielertyp, der in der Premier League gerade besonders in Mode ist. Der Altinternationale Joe Cole fand, dass Havertz bei Arsenal zur „Weltklasse“ aufgestiegen sei, und fragte verblüfft, wie Chelsea einen solchen Spieler einst ziehen lassen konnte. Bereits vor der Partie hatten Gary Neville und Jamie Carragher über Havertz diskutiert. Während Carragher ihn mit dem Ex-Mittelstürmer Roberto Firmino verglich, wiegelte Neville ab: „Ich glaube nicht, dass Havertz Firmino in irgendeiner Hinsicht das Wasser reichen kann.“ Später müsste Neville einräumen: Mit Ödegaard sei Havertz der beste Mann des Spiels gewesen.
Open Questions
- Kann Havertz seine aktuelle Form über die gesamte Saison halten?

