
Der Preisanstieg von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern hat sich laut einer Auswertung verlangsamt, inflationsbereinigt sinken die Wohnungspreise sogar.
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Zu wenige Neubauten und gestiegene Materialkosten treiben die Immobilienpreise, während Zinsen und Inflation den Markt dämpfen.
Zu wenige Neubauten und gestiegene Materialkosten lassen die Immobilienpreise zuletzt deutlich steigen - auch für Eigentum. Der Trend schwächt sich für Eigentumswohnungen nun aber zumindest ab, meldet das Kiel Institut für Weltwirtschaft.
Der Preisanstieg von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern hat sich einer Auswertung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft zufolge weiter abgeschwächt. Kaufpreise von Wohnungen stiegen im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent, wie das Institut mitteilte. Preise von Einfamilienhäusern nahmen um 1,8 Prozent zu. Daten des Statistischen Bundesamts liegen für das zweite Quartal bislang nicht vor.
Unter den acht bevölkerungsreichsten Städten legten die Kaufpreise von Eigentumswohnungen am stärksten in Düsseldorf mit 1,2 Prozent zu. In Stuttgart, wo die kriselnde Automobilindustrie wichtiger Arbeitgeber ist, fielen die Preise mit 1,6 Prozent am kräftigsten. Zahlen für Berlin, Hamburg und München lagen dem Forschungsinstitut allerdings bisher nicht vor.
"Nominal steigen die Preise zwar weiter, doch der Auftrieb hat sichtbar an Schwung verloren", sagte der Leiter des Projekts Greix, Jonas Zdrzalek. Nach Berücksichtigung der Inflation gingen Preise von Eigentumswohnungen sogar um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück. Das bedeutet: Verkäufer erzielen zwar höhere Preise, aber können sich davon weniger leisten.
Die Wissenschaftler des Kiel Instituts werten üblicherweise vierteljährlich Transaktionsdaten von Gutachterausschüssen aus und erstellen den Index Greix. Dieser enthält Daten aus mehr als 20 größeren Städten und drei Kreisen.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln argumentierte Ende April, der Iran-Krieg dämpfe die Immobilienpreise. Das IW verwies auf die infolge des Kriegs gestiegenen Zinsen. Die Erschwinglichkeit von Immobilien sinke damit. Das dämpfe die Nachfrage und begrenze Spielräume für Preissteigerungen.
Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt eine schwache Dynamik: Laut Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft führen immer weniger Inserate zu tatsächlichen Verkäufen. Eigentümer und Käufer finden aufgrund von Preisvorstellungen schwer zueinander.

Aufgrund der alternden Babyboomer-Generation könnten Millionen Immobilien auf den Markt kommen. Experten warnen vor einem sogenannten „Silver Tsunami“, einer demografisch bedingten Verkaufswelle, die zu sinkenden Preisen führen könnte.

Beim Hauskauf spielt die Heizungsart eine immer größere Rolle. Immobilien mit umweltfreundlichen Wärmepumpen oder erneuerbaren Energien erzielen in Frankfurt und deutschen Großstädten deutlich höhere Angebotspreise als Häuser mit alten Öl- oder Gasheizungen.

In deutschen Großstädten wird ein immer größerer Teil der Mietwohnungen unter der Hand über persönliche Kontakte und WhatsApp-Gruppen vergeben. Dies verschärft die Situation für Wohnungssuchende ohne lokale Netzwerke.

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