Klima: UN-Bericht – Gelder für Klimaanpassungen reichen nicht aus
Laut UNEP-Bericht fehlen Milliarden für die Bewältigung von Klimafolgen im globalen Süden.
Quick Look
- Laut dem Adaptation Gap Report des UNEP beläuft sich der jährliche Bedarf zur Bewältigung von Klimafolgen bis 2035 auf 305 Milliarden US-Dollar.
- Die Gelder der Industrieländer reichen demnach bei Weitem nicht aus, um die Lücke zu schließen.
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Why It Matters
Der Adaptation Gap Report des UNEP bewertet regelmäßig die weltweiten Fortschritte und den Finanzbedarf bei der Anpassung an den Klimawandel.
Nairobi. Bei der Bewältigung von Folgen des Klimawandels fehlt es einem aktuellen UN-Bericht zufolge an sehr viel Geld. Um die Folgen des Klimawandels aufzufangen, geht der sogenannte Adaptation Gap Report des UN-Umweltprogramms (UNEP) bis 2035 von einem jährlichen Bedarf in Höhe von 305 Milliarden US-Dollar aus.
Die Gelder, die von den Industrieländern an die besonders vom Klimawandel betroffenen Länder im globalen Süden fließen, würden jedoch weit darunter liegen, heißt es in dem in Nairobi vorgestellten Bericht. Selbst wenn die derzeitigen Gelder bis 2035 verdreifacht würden, ließe sich damit nur 20 bis 29 Prozent des Bedarfs decken.
„Die Welt ist nicht darauf vorbereitet, sich an die aktuellen klimatischen Bedingungen anzupassen – geschweige denn an das, was eine Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze mit sich bringen wird“, sagte UNEP-Direktorin Inger Andersen. Als Beispiel für die schweren Auswirkungen des Klimawandels nennt der Bericht die diesjährige sommerliche Hitzewelle in Westeuropa und die Flutkatastrophe in Nepal. In den kommenden Monaten könne es zudem zum bisher größten je beobachteten Wetterphänomen El Niño kommen.
Im Jahr 2024 erreichten die Gelder der Industriestaaten an die Entwicklungsländer dem Bericht zufolge ein Volumen von 28,2 bis 31,7 Milliarden US-Dollar. Das entspreche einem Anstieg von einer Milliarde Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig sei eine stetige Zunahme der Schäden und Verluste durch den Klimawandel zu verzeichnen.
Die Finanzierungslücke lasse sich nicht allein in Geld bemessen, betonte UN-Generalsekretär António Guterres, sondern auch in Menschenleben und verlorenen Zukunftsperspektiven. Die am stärksten gefährdeten Menschen bräuchten schnellen und unkomplizierten Zugang zu Unterstützung, so Guterres. Er forderte neben den finanziellen Mitteln auch verstärkten politischen Willen. „Die Entscheidung ist einfach: Entweder investieren wir heute in Anpassungsmaßnahmen oder wir zahlen morgen den Preis für eine Katastrophe.“
UNEP-Chefin Andersen forderte weitere Finanzzusagen auf der diesjährigen Weltklimakonferenz. „Auf der Klimakonferenz COP31 in der Türkei und darüber hinaus müssen die Nationen ihre Anstrengungen verstärken, um das auf der COP30 vereinbarte Ziel – die Verdreifachung der Finanzmittel für Anpassungsmaßnahmen bis 2035 – zu erreichen“, betonte Andersen. „Dabei muss klar sein, dass noch deutlich höhere Mittel erforderlich sein werden, um Leben zu retten, Verluste und Schäden zu vermeiden sowie Volkswirtschaften zu schützen.“
Der Bericht zeigt aber auch positive Signale auf. So stiegen etwa die Summen der Entwicklungsländer untereinander. Über multilaterale Entwicklungsbanken sowie im Rahmen direkter Süd-Süd-Kooperationen seien 2024 insgesamt 9,6 Milliarden Dollar geflossen – 2019 waren es noch 3,8 Milliarden Dollar. Außerdem wurde demnach ein Anstieg privater Finanzströme festgestellt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Verstärkte Forderungen nach Finanzzusagen auf der Klimakonferenz COP31
Likely · Within months
Open Questions
- Wie wollen die Industrieländer die Finanzierungslücke konkret schließen?
- Welche Zusagen werden auf der kommenden Klimakonferenz gemacht?





