Klosterbrauerei Mallersdorf: Die letzte Nonnenbrauerei Bayerns
Quick Look
- Die Klosterbrauerei Mallersdorf in Niederbayern ist die weltweit letzte noch von einem Frauenorden betriebene Brauerei.
- Schwester Doris leitet die Brauerei und betont die historische Rolle von Frauen im Bierbrauen sowie den gesunden Umgang mit Alkohol.
- Der Artikel verbindet dieses Thema mit weiteren Kurzbeiträgen aus dem SPIEGEL-Newsletter über globale Nachrichten, Kultur und Alltagstipps.
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Why It Matters
Die Klosterbrauerei Mallersdorf ist die letzte noch von einem Frauenorden betriebene Brauerei weltweit. Historisch war Bierbrauen in Klöstern oft eine Tätigkeit von Nonnen, die im Mittelalter größere Freiheiten genossen als Frauen in der säkularen Welt.
Deutschland ist, könnte man sagen, eine Biernation. Trotz Industriekrise. Durch gesellschaftliche Schichten und Geschlechter hinweg. Und Bayern ist dann, könnte man meinen, eine Bierhochburg.
Kein Wunder also, dass die weltweit letzte Klosterbrauerei, die noch von einem Frauenorden betrieben wird, dort zu finden ist. Genauer: im niederbayerischen Mallersdorf.
Hier leitet Schwester Doris die klostereigene Brauerei. Sie ist das einzige Mitglied eines Ordens, das selbst noch den Sud anrührt, über Stammwürze und Alkoholgehalt wacht.
Die Ordensfrau hat eine Theorie, warum das mönchische Brauwesen mittlerweile säkularisiert wurde, das der Nonnen aber noch nicht. »Wir Frauen sind eben stabiler«, sagt sie und grinst. Das schreibt unser Kollege Christian Reiermann, der der Braumeisterin einen Besuch abgestattet hat.
Nonnenklöster, schreibt Christian, waren bereits im Mittelalter ein regelrechter Hort der Emanzipation. Hier bestimmten Frauen über sich selbst, durften Tätigkeiten ausüben, die sonst Männern vorbehalten waren. Und auch Bierbrauen war eben traditionell Frauensache.
Dieses Selbstbewusstsein nahm Christian vor Ort auch wahr, wie er uns schreibt: »Sie ist eine sehr handfeste Persönlichkeit, direkt und gesegnet mit starken Überzeugungen.« Zudem verstehe Schwester Doris einfach ihr Handwerk.
Die Nonne meint: »Bier trinken ist gesund, man darf es nur nicht übertreiben, wie alles im Leben«. Nahezu ein Fünftel ihrer Produktion verbrauchen die Ordensfrauen selbst. »Bei uns gibt es zu jeder Mahlzeit Bier«, erzählt die Schwester. »Außer zum Frühstück.«
Wie Christian auf den Besuch kam? »Als praktizierender Katholik und Biertrinker habe ich eine natürliche Vorliebe für Produkte aus Klosterbrauereien«, sagt er. Die Qualität und Trinkbarkeit des Bieres würde er »zwischen himmlisch und paradiesisch einordnen«. Na dann, Prost!
Hier geht es zu Christians Text, den wir Ihnen sehr empfehlen: »Ohne Alkohol hätte die Menschheit nicht überlebt« .
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Ihre Anna Ehlebracht und Anna Kauber Birkelbach aus dem Nachrichtenressort des SPIEGEL
Open Questions
- Wie lange wird die Klosterbrauerei Mallersdorf noch betrieben werden können?
- Gibt es Bestrebungen, ähnliche Brauereien in anderen Klöstern wiederzubeleben?
- Wie wirkt sich der Alkoholkonsum in der Ordensgemeinschaft auf das tägliche Leben aus?


