Krieg gegen die Ukraine: Mindestens 20 Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen
Bei massiven russischen Luftangriffen auf ukrainische Regionen gibt es zahlreiche Tote und Verletzte; gleichzeitig meldet Moskau einen massiven Drohnenangriff auf die Hauptstadtregion.
Quick Look
- Russische Luftangriffe auf ukrainische Städte fordern mindestens 20 Todesopfer.
- Parallel dazu meldet Moskau einen massiven Drohnenangriff auf die Region Moskau mit 650 Drohnen.
- Beide Seiten berichten von Schäden an ziviler und kritischer Infrastruktur.
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Why It Matters
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert an, wobei beide Seiten zunehmend Infrastrukturziele angreifen. Die Ukraine leidet unter einem Mangel an Luftabwehrkapazitäten.
Bei den russischen Luftangriffen auf mehrere ukrainische Regionen sind nach örtlichen Angaben mindestens 20 Menschen getötet worden. In der Stadt Pryluky in der nordukrainischen Region Tschernihiw wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes 14 Menschen getötet. Vier von ihnen seien Kinder, teilte die Behörde mit. Zudem seien 50 Menschen, darunter sieben Kinder, verletzt worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach zuvor von sechs weiteren Getöteten in Kyjiw und zwei weiteren Städten.
Bei den nächtlichen Luftangriffen setzte Russland nach Angaben aus Kyjiw 48 Marschflugkörper, 130 Drohnen und eine nicht genannte Zahl ballistischer Raketen sowie Hyperschallflugkörper ein. Fünf ballistische Raketen, 39 Marschflugkörper und 117 Drohnen habe man abwehren können, teilte die Luftwaffe mit.
Kyjiws Polizei meldete, dass eine ballistische Rakete inmitten von Wohngebäuden in der Hauptstadt niedergegangen sei, ohne zu explodieren. Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes arbeiteten daran, den Gefechtskopf zu entnehmen.
Gestern Abend hatte Selenskyj unter Verweis auf Geheimdiensterkenntnisse vor einem nahenden Großangriff der russischen Luftwaffe gewarnt. Die Warnung verknüpfte er mit einer erneuten Bitte nach weiteren Lieferungen von Raketenabwehrsystemen und Munition dafür. Vor allem bei der Abwehr ballistischer Raketen leidet die ukrainische Luftverteidigung seit Monaten an weltweit knappen Beständen von Abfangraketen.
Bei einem der bislang größten Angriffe auf die Ukraine hat Russland nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens elf Menschen getötet. Landesweit sei der Energiesektor mit 70 Raketen und Drohnen angegriffen worden, sagte Selenskyj. Ballistische Raketen Russlands blieben die »größte Herausforderung« für die Ukraine. Luftverteidigungssysteme seien für sein Land »dringend notwendig«.
Die ukrainische Armee ist in der Region Saporischschja am Frontabschnitt bei Orichiw vorgestoßen. Wie das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebild berichtet, kontrollieren ukrainische Einheiten das Gelände bei Nowosseliwka und Nowoandrijiwka. Russische Einheiten haben laut ISW den Süden von Schewtschenko in der Region Donezk infiltriert. Kontrolle über das Gebiet haben sie demnach jedoch nicht erlangt.
Bei russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Das teilte die Militärverwaltung der Stadt mit. Russland hatte Kyjiw am frühen Morgen mit Raketen und Drohnen überzogen. Laut Kyiv Independent waren erste Explosionen gegen 3.15 Uhr (Ortszeit) zu hören, eine zweite Welle sei gegen 5.15 Uhr erfolgt. Die russischen Angriffe fielen mit dem 74. Geburtstag des russischen Staatschefs Wladimir Putin zusammen.
Ein unter liberianischer Flagge fahrender Tanker ist vor der russischen Schwarzmeerküste in der Nähe von Sotschi in Brand geraten. Die Aframax Rio sei von Seedrohnen angegriffen worden, teilte das russische Transportministerium in Moskau laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit. Die 23 Besatzungsmitglieder aus Indien seien gerettet worden. Der Tanker brannte den Angaben nach komplett.
Im anhaltenden Streit zwischen der Ukraine und Südkorea hat ein Kyjiwer Regierungsbeamter Südkorea vorgeworfen, Russland mit Treibstofflieferungen zu unterstützen. Im Juli und August seien 176.000 Tonnen Ölprodukte von südkoreanischen Häfen aus nach Russland exportiert worden, teilte Wladyslaw Wlassjuk mit, der im ukrainischen Präsidentenbüro für Sanktionen zuständig ist. Die Lieferungen hätten im August 31 Prozent der russischen Treibstoffimporte ausgemacht.
Nach russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine ist in Teilen von Kyjiw die Stromversorgung unterbrochen worden. Auf Anordnung des staatlichen Netzbetreibers Ukrenergo werde es zur Stabilisierung des Netzes bis zum Abend Stromabschaltungen geben, teilte das private Energieunternehmen DTEK mit.
Zwölf Personen ist es gelungen, im vergangenen Monat die von der Versorgung abgeschnittene, besetzte Kleinstadt Oleschky im Süden der Ukraine zu verlassen und auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet zu fliehen. Das berichtet der Kyiv Independent unter Verweis auf Angaben von Tatjana Hasanenko, die Leiterin der Exilverwaltung der Stadt.
Die Zahl der Toten nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau ist nach Angaben russischer Behörden auf zwei gestiegen. Neun weitere seien verletzt worden, teilte Regionalgouverneur Andrej Worobjow mit. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte auf Telegram mitgeteilt, dass in der vergangenen Nacht 650 Drohnen in Richtung der russischen Hauptstadt abgefeuert worden seien.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fortsetzung der ukrainischen Forderungen nach Luftabwehrsystemen.
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- Wie hoch ist der tatsächliche Schaden an der russischen Ölförderanlage?
- Welche Auswirkungen haben die Sanktionen auf die südkoreanischen Exporte?


