
OLG-Präsidenten und Generalprokuratur warnen vor Verschlechterung des Justizsystems und politischem Einfluss.
Die OLG-Präsidenten und die Generalprokuratur in Österreich kritisieren scharf die geplante Schaffung einer neuen Bundesstaatsanwaltschaft, insbesondere wegen befürchteter politischer Einflussnahme und Schwächung des Justizsystems.
AI-generated summary
In Österreich wird über die Einführung einer neuen Bundesstaatsanwaltschaft und die Reform der Aufsichtsstrukturen im Justizsystem diskutiert.
Kritisch sehen sie primär die geplante parlamentarische Kontrolle der neuen Behörde, die nach den Entwürfen auch laufende Ermittlungsverfahren umfassen soll. Deren Kontrolle falle im Sinne der Gewaltenteilung ausschließlich in die Zuständigkeit unabhängiger Gerichte, argumentierten die OLG-Präsidenten. Zudem drohe der Auswahlprozess für die Führungsspitze der neuen Behörde zum parteipolitischen Spielball zu werden.
Künftig soll eine neue Bundesstaatsanwaltschaft diese Aufsicht ausüben und zugleich die bisherigen Aufgaben der Generalprokuratur übernehmen. Diese ist eine Besonderheit des österreichischen Justizsystems: Sie führt selbst keine Ermittlungen und erhebt auch keine Anklagen. Vielmehr tritt sie als Rechtswahrerin auf, die am Obersten Gerichtshof über eine gesetzeskonforme Anwendung des Strafrechts wacht und bislang außerhalb der üblichen Hierarchie von Ministerium und Staatsanwaltschaften steht.
Generalprokuratur warnt vor Verschlechterung des Systems
Genau diese geplante Zusammenlegung der Aufgaben steht in der Kritik. Widerstand kommt dabei nicht nur aus den Oberlandesgerichten, sondern auch von der höchsten staatsanwaltschaftlichen Behörde Landes.
Statt die Justiz zu stärken, drohe eine Verschlechterung des bestehenden Systems, erklärte die am Obersten Gerichtshof angesiedelte Generalprokuratur ergangene Woche in einer Stellungnahme. Zwar unterstütze man das Ziel, die Ermittlungsbehörden vollständig von politischem Einfluss zu entkoppeln. Der vorliegende Entwurf verfehle dies jedoch. Vielmehr drohe die neue Behörde durch unklare Zuständigkeiten und eine zu geringe personelle Ausstattung überlastet und letztlich gelähmt zu werden.
Die Generalprokuratur lehnt zudem die geplante Führungsstruktur ab. Die drei Mitglieder der neuen Behörde sollen lediglich für sechs Jahre ernannt werden, wobei der Vorsitz alle zwei Jahre wechselt. Ein solches Rotationsprinzip vernichte Führungswissen und erschwere den Aufbau internationaler Kontakte.
Scharfe Kritik übt die Behörde auch an der geplanten Auswahlkommission für das neue Spitzenpersonal: Dass in dieser keine Vertreter der Staatsanwaltschaften vorgesehen seien, sei sachfremd und systemwidrig. Zudem sei der Name »Bundesstaatsanwaltschaft« verfehlt, da Österreich keine Trennung in Bundes- und Landesbehörden kenne. International üblicher sei der Begriff »Generalstaatsanwaltschaft«.
AI outlook — possibilities, not facts
Anpassung des Entwurfs
Possible · Within months
In der Talkshow von Caren Miosga diskutierten Wolfgang Schmidt, Hanna Notte und Nico Lange über Russlands hybride Kriegsführung gegen Deutschland, fehlende Konsequenzen und Putins innenpolitische Lage.

Eine Tasse mit dem Emblem der russischen Armee im Wahlkreisbüro des AfD-Politikers Hans-Thomas Tillschneider sorgt für Irritationen. Der Politiker wiegelt ab und bezeichnet sie als Mitbringsel. Zudem wollte er die Veröffentlichung eines entsprechenden Videos verhindern.
Bettina Kohlrausch analysiert in einem Gastbeitrag das Zusammenspiel ökonomischer und kultureller Faktoren für den Erfolg der AfD. Laut empirischer Forschung spielen Statusängste und Verteilungsfragen eine zentrale Rolle.

Das BSW wirbt im Osten um Stimmen und sieht sich mit Vorwürfen der Nähe zur AfD konfrontiert. Nun gibt es einen ersten gemeinsamen Antrag mit Rechten in Sachsen-Anhalt.

Angela Merkel forderte bei den Berliner Festspielen dazu auf, für die Demokratie zu kämpfen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und starker AfD-Umfragewerte kritisieren Medienberichte die Entfremdung der Politik von Bürgern und die Belastung durch Bürokratie.

Im Interview kritisiert Verkehrsminister Crumbach die Deutsche Bahn scharf für anhaltendes Baustellen-Chaos und Überforderung. Er fordert die Überführung des Infrastrukturbetreibers in staatliche Strukturen und bezeichnet die Bahnprivatisierung als Fehler.