Libanon meldet elf Tote bei israelischen Angriffen
Israelische Kampfflugzeuge greifen Wohngebäude im Südlibanon an; Spannungen in der Straße von Hormus und Jemen verschärfen sich weiter.
Quick Look
- Bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon wurden mindestens elf Menschen getötet, darunter zwei Sanitäter und zwei Kinder.
- Währenddessen eskalieren die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus weiter.
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Why It Matters
Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah sowie die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich durch gegenseitige Angriffe auf Schiffe und Infrastruktur verschärft.
Israelische Kampfflugzeuge hätten unter anderem ein Wohngebäude angegriffen, berichtet die Nachrichtenagentur NNA. Israels Armee äußerte sich bisher nicht zu den neuen Attacken.
Bei israelischen Angriffen in Südlibanon wurden offiziellen libanesischen Angaben zufolge mindestens elf Menschen getötet. Unter den Toten seien auch zwei Sanitäter, meldete die Nachrichtenagentur NNA. Mindestens fünf weitere Menschen wurden demnach verletzt. Israelische Kampfflugzeuge hätten in der Nacht unter anderem ein Wohngebäude im Raum Nabatija im südlichen Libanon angegriffen. Unter den Todesopfern seien auch zwei Kinder, berichtete NNA.
Israels Armee äußerte sich bisher nicht zu den neuen Angriffen. Nach israelischer Darstellung richten sich die Angriffe im Land gegen Ziele der Hisbollah-Miliz. In der Nacht hatte Israels Armee auch die Bewohner des Orts Dair al-Sahrani aufgefordert, die Gegend umgehend zu verlassen. Etwa 20 Minuten später attackierten israelische Kampfjets nach libanesischen Angaben ein Gebäude in dem Ort.
Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe werfen sich Israel und die Hisbollah immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Israels Armee ist weiterhin in Südlibanon stationiert und führt nahezu täglich Angriffe aus. Libanesische Medien zählten dabei seit Freitag mindestens 19 Todesopfer.
Nach gegenseitigen Angriffen der USA und Irans auf Tanker ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. In den vergangenen zehn Tagen passierten im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge, wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht. Am Samstag durchquerten demnach lediglich zwei Schiffe die wichtige Handelsroute, am Sonntag waren es sechs. Ein Tanker aus Saudi-Arabien habe beim Versuch, die Meerenge zu verlassen, umkehren müssen, zeigten LSEG-Daten. Zudem habe laut Kpler seit Mittwoch kein einziger Supertanker die Straße von Hormus verlassen.
Iran wird Staatsmedien zufolge in den kommenden Tagen ein neues Sperrgebiet vor der Straße von Hormus ankündigen. Die Zone beginne an der Blockadelinie der US-Marine und erstrecke sich über Teile des Golfs, zitieren die Medien den Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai. Jedes Schiff, das diese Gewässer befährt, werde auf eine Sanktionsliste gesetzt.
Ein von den USA angegriffener iranischer Öltanker ist nach Angaben des US-Militärs im Golf von Oman gesunken. Das Versenken der M/T Kylo sei der „Präzision und der Professionalität“ der US-Soldaten zu verdanken, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom in der Nacht auf der Plattform X. Der Tanker war demnach nicht mit Öl beladen. Ein vom US-Militär veröffentlichter Videoclip schien das getroffene Schiff zunächst mit Schlagseite zu zeigen, dann ging es unter.
Das US-Militär hatte bereits am Samstag mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Die M/T Kylo sei dabei an „mehreren entscheidenden Stellen“ getroffen worden, um es unbrauchbar zu machen. Die Besatzung sei zuvor angewiesen worden, den Tanker zu verlassen, hieß es.
Die iranischen Revolutionsgarde (IRGC) hat nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger und einen Zerstörer mit ballistischen Raketen angegriffen. Eine Bestätigung der USA lag dazu zunächst nicht vor.
Das US-Militär hat nach einem iranischen Angriff auf zwei seiner Kriegsschiffe eigenen Angaben nach drei iranische Öltanker angegriffen. Die iranische Revolutionsgarde habe zuvor ballistische Raketen auf US-Schiffe abgefeuert, teilte das US-Zentralkommando mit. "Die Botschaft an die Revolutionsgarde muss klar sein: Wenn sie auf zwei unserer Schiffe schießt, werden wir ihr einen noch höheren wirtschaftlichen Preis auferlegen - indem wir drei ihrer Schiffe ausschalten", sagte Admiral Brad Cooper, der Chef des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos.
Die USA verhängen im Rahmen des angekündigten verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf Iran Sanktionen gegen eine türkische Bank. Die Golden Global Bank sowie Tochterunternehmen mit Sitz in Istanbul hätten Transaktionen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar für die iranischen Revolutionsgarden ermöglicht, hieß es in einer Mitteilung des Finanzministeriums in Washington. Zudem hätten sie den internationalen Zahlungsverkehr der iranischen Führung unterstützt.
US-Vizepräsident J. D. Vance wertet die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Iran nicht als Krieg. „Ich würde es nicht als Krieg bezeichnen“, sagt Vance im Weißen Haus. Derzeit gebe es keine aktiven Gefechte, auch wenn der Konflikt an einigen Orten wieder aufgeflammt sei.
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über unterirdische Stellungen der libanesischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon übernommen. Im Gebiet des strategisch wichtigen Hügels namens Ali al-Taher hätten die Soldaten „operative Kontrolle“, sowohl oberirdisch als auch unterirdisch, teilte die Armee mit. Sie hätten das Gebiet „von Terroristen befreit“.
In der Provinz Taiz in Jemen ist es erneut zu schweren Gefechten zwischen der Huthi-Miliz und den Truppen der international anerkannten Regierung gekommen. Die mit dem Regime in Teheran verbündete Huthi-Miliz soll mehr als ein Dutzend Raketen auf Ziele der Regierungstruppen an der Küste zum Roten Meer geschossen haben, hieß es aus Militärkreisen.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat Iran im Fall eines Angriffs mit einer massiven Reaktion gedroht. „Wir würden die gesamte nationale militärische und zivile Infrastruktur in Iran treffen – auch die Energieinfrastruktur – und Iran tief in die Steinzeit und das Zeitalter der Finsternis zurückversetzen“, sagte Katz laut Angaben seines Büros.
Die erneute US-Militäroffensive gegen Iran wird nach den Worten von Präsident Donald Trump nicht "zu lange" andauern. Iran versuche, eine Rakete zum Abwurf von Minen zu bauen, sagt Trump vor Journalisten im Oval Office. Die USA hätten diese jedoch zerstört.
US-Präsident Donald Trump hat auf der Plattform Truth Social eine Umbenennung der Straße von Hormus nach sich selbst ins Spiel gebracht. „Jetzt, da wir sie unter US-amerikanischer Kontrolle haben, sollten wir den Namen Hormus-Straße in TRUMP-STRASSE ändern???“, fragte er provozierend.
Das US-Militär hat Berichte über einen tödlichen Raketeneinschlag auf eine Hochzeitsfeier in Iran weder bestätigt noch dementiert. „Das US-Militär nimmt niemals Zivilisten ins Visier“, betonte der Sprecher des US-Regionalkommando Centcom, Tim Hawkins.
Nach Angaben von US-Energieminister Chris Wright ist zuletzt deutlich mehr Öl durch die blockierte Straße von Hormus verschifft worden als in den Monaten zuvor. Am Montag hätten Tanker mehr als 17 Millionen Barrel Öl transportiert, sagte er in einem Interview des US-Senders CNBC.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Iran wird ein neues Sperrgebiet vor der Straße von Hormus ankündigen.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die Sperrgebietspläne Irans reagieren?
- Gibt es eine offizielle Bestätigung für die Raketenangriffe auf US-Schiffe?






