Lichterzug in Florenz nach Femizid an Lorena I.
Quick Look
- Nach der Ermordung von Lorena I. durch ihren Ex-Partner Federico V. in Florenz zog ein Lichterzug von rund 2000 Personen zum Wohnhaus der Opfer.
- Bürgermeisterin Sara Funaro hatte den Zug organisiert, während der Vater des Opfers in einem Video parteiübergreifende Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen forderte.
- Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte ihr Mitgefühl und versprach weiteren Kampf gegen Femizide.
AI-generated summary
Why It Matters
Lorena I. hatte die Beziehung zu Federico V. beendet, nachdem er sie betrogen hatte. V. akzeptierte die Trennung nicht und bedrängte sie zunehmend aggressiv. Aus Angst kehrte sie vorübergehend zu ihren Eltern nach Apulien zurück, folgte jedoch nicht deren Rat, die Behörden zu kontaktieren.
Am Sonntagabend zogen rund 2000 Personen mit Kerzen und Blumen zu jenem Haus in Florenz, in dem die 46 Jahre alte Lorena I. bis zu ihrer Ermordung am vergangenen Donnerstag gewohnt hatte. Zu dem Lichterzug hatte Bürgermeisterin Sara Funaro aufgerufen. Zuvor hatte Franco I., der Vater des Mordopfers, in einem eindringlichen Video die Politik dazu aufgefordert, parteiübergreifend alles zu unternehmen, um weitere Tragödien wie diese zu verhindern – von der Schulerziehung über die bessere personelle und finanzielle Ausstattung von Frauenhäusern bis zu Gesetzesverschärfungen.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni antwortete dem verzweifelten Vater, es sei „immer eine Niederlage für uns alle, wenn eine Frau von jemandem getötet wird, der ihr Liebe und Schutz versprochen hat“. Sie versicherte, „im Namen einer Gesellschaft, die Frauen und deren Freiheit schützt“, weiter gegen Gewalt gegen Frauen zu kämpfen.
F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen
F.A.Z. bei Google bevorzugen
Sie versuchte, aus dem Kofferraum Hilfe zu rufen
Lorena I. hatte vor Wochen die Beziehung zu dem 36 Jahre alten Federico V. beendet, weil der sie betrogen hatte. V. wollte die Trennung nicht akzeptieren, bedrängte sie immer aggressiver. Aus Angst war Lorena I. schließlich vorübergehend zu ihren Eltern nach Apulien zurückgekehrt. Deren Rat, sich wegen der Bedrohung an die Behörden zu wenden, war sie nicht gefolgt.
Am Donnerstag um die Mittagszeit lauerte Federico V. seiner ehemaligen Partnerin in der Garage von deren Wohnhaus auf, misshandelte und fesselte sie, ehe er sie in den Kofferraum seines Autos verfrachtete. Von dort konnte die verletzte und desorientierte Frau mehrere Hilferufe absetzen, nachdem sie ihr Handy aus dem Rucksack hatte angeln können, den Federico V. ebenfalls in den Kofferraum geworfen hatte.
Der Polizei gelang es, den Wagen zu lokalisieren – er fuhr auf der Autobahn in Richtung Rom. Dort stoppte Federico V. auf einem 45 Meter hohen Viadukt und stieß Lorena I. in die Tiefe. Als die Polizei, die den Autobahnabschnitt hatte sperren lassen, am Tatort eintraf, stand der Täter neben seinem auf dem Standstreifen abgestellten Wagen, jenseits der Leitplanke, mit dem Rücken zum Abgrund. Der Mutter von Lorena I. hatte er zu dem Zeitpunkt per Textnachricht schon mitgeteilt, dass ihre Tochter nicht mehr lebe – wovon die Einsatzkräfte an Ort und Stelle nichts wissen konnten.
Rund 40 Minuten lang versuchte eine junge Polizistin, Federico V. zu überreden, sich den Beamten zu ergeben. Sie tat es auf Knien, mitten auf der Fahrbahn, wie auf veröffentlichten Handyaufnahmen von Polizisten und Rettungskräften zu erkennen ist. Sie hoffte, damit auch die entführte verletzte Frau retten zu können, die sie im Kofferraum des abgestellten Autos vermutete.
Schließlich stürzte sich Federico V. in die Tiefe. Dort fanden die Einsatzkräfte neben dem Leichnam des Mörders auch den seines Opfers. Eine Autopsie des Leichnams von Lorena I. soll klären, ob sie schon tot war, als sie von Federico V. von der Brücke gestürzt wurde.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die italienische Regierung wird konkrete Gesetzesverschärfungen gegen Stalking und Femizid ankündigen.
Likely · Within weeks
Es wird eine offizielle Untersuchung zu möglichen Versäumnissen im Umgang mit der Vorwarnung durch Lorena I. durchgeführt.
Possible · Within months
Open Questions
- Warum hat Lorena I. trotz der Warnung ihrer Eltern nicht die Polizei eingeschaltet?
- Gab es vorherige Anzeigen oder Kontakte zu Behörden wegen Stalking oder Bedrohung durch Federico V.?
- Welche konkreten Maßnahmen plant die italienische Regierung zur Prävention von Femiziden?
- Gab es Systemversäumnisse im Umgang mit Fällen von Beziehungsgewalt?


