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BackLidl testet erstmals autonome Lkw für Filialbelieferung in Deutschland
Lidl testet erstmals autonome Lkw für Filialbelieferung in Deutschland
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Handelsblatt1 hour agoBusiness3 min readGermany

Lidl testet erstmals autonome Lkw für Filialbelieferung in Deutschland

Als erster deutscher Händler erprobt der Discounter die Belieferung von Filialen mit selbstfahrenden Lastwagen auf einer Teststrecke in Hessen.

Quick Look

  • Der Discounter Lidl testet als erster deutscher Händler die Belieferung von Filialen mit autonom fahrenden Lkw.
  • Dafür nutzt das Unternehmen ein fahrerkabinenloses, batterieelektrisches Fahrzeug des schwedischen Start-ups Einride für eine 400 Meter lange Strecke in Hessen.

AI-generated summary

Why It Matters

Lidl testet als erster deutscher Händler autonom fahrende Lkw ohne Fahrerkabine im Realbetrieb.

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Düsseldorf. Der Discounter Lidl testet als erster deutscher Händler die Belieferung von Filialen mit autonom fahrenden Lkw. Dafür hat der Lebensmitteleinzelhändler eine Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bekommen, wie das Handelsblatt vorab erfuhr.

Am Dienstag will Lidl das Projekt auf der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation vorstellen. Bis zum Einsatz gibt es aber noch einige Fragen zu klären.

Die Logistik im Lebensmitteleinzelhandel gilt aufgrund der schnellen Taktung und der hohen Mengen als komplex und teuer. Mit autonom fahrenden Lkw könnte sich dieser Prozess standardisieren lassen.

Der batterieelektrisch betriebene Lkw hat keine Fahrerkabine. Das Fahrzeug kann verpackte und ungekühlte Lebensmittel wie Nudeln, Zucker oder Konserven vom Warendepot zur Filiale liefern. Technologiepartner bei dem Pilotprojekt ist das schwedische Start-up Einride.

Die selbstfahrenden Fahrzeuge sind auch eine Antwort auf den aktuellen Fahrermangel: Allein in Deutschland fehlen bis 2030 mehr als 100.000 Lkw- und Busfahrer. „Lkw mit autonomer Fahrfunktion können zukünftig einen Lösungsansatz für dieses Problem bieten“, sagt Serhan Yildirim, Logistik-Chef der Lidl-Mutter Schwarz-Gruppe.

Der Vorteil des Projekts mit Einride liege in der frühzeitigen Umsetzung, sagt Yildirim. „Wir bringen die Technologie schon heute in den operativen Realbetrieb“, erklärt er. So könne das Unternehmen die Voraussetzungen schaffen, um diese Lösungen reibungslos in das bestehende Gesamtsystem einzubinden.

Im Lebensmitteleinzelhandel gilt Lidl damit als Pionier: Noch kein deutscher Konkurrent testet bisher die autonome Belieferung einer Filiale. Der Drogeriefilialist dm hat in einem Pilotprojekt zusammen mit dem Hersteller Iveco Waren zwischen zwei Lagern transportiert – allerdings nur teilautonom mit einem Fahrer im Cockpit. Die Supermarktkette Rewe hat im E-Commerce die Auslieferung von Bestellungen an die Endkunden mit einem komplett autonom fahrenden VW-Transporter getestet. Aber auch hier war noch ein Sicherheitsfahrer an Bord.

Lidl setzt den selbstfahrenden Lkw im ersten Schritt nur für eine Strecke ein. Das Fahrzeug transportiert Waren im hessischen Edermünde bei Kassel aus dem lokalen Warenverteilzentrum in die nahegelegene Lidl-Filiale. Die Strecke ist nur 400 Meter lang. Zudem muss ein Auto mit Fahrer am Steuer hinterherfahren, das gibt das KBA bei dem Pilotprojekt vor. Im Lkw ist aber kein Sicherheitsfahrer.

Mit der sogenannten „letzten Meile“ habe sich Lidl den komplexesten Abschnitt zuerst vorgenommen, sagt Thomas Dangelmayer, der bei Lidl die operative Logistik leitet. „Das ist die härteste Bewährungsprobe, von der wir viel lernen können“, betont er. Gemessen würden dabei unter anderem Fahrtzeiten, die Präzision beim Anfahren der Laderampen und wie der Lkw mit den Abläufen im Verteilzentrum und in der Filiale harmoniert.

Nach Abschluss des Pilotprojekts, das vier Monate laufen soll, will Lidl in einem zweiten Schritt mehrere Filialen auf längeren Strecken anbinden, berichtet Dangelmayer. „Als vielversprechender Baustein für eine souveräne Transportlogistik können autonome Fahrzeuge langfristig unsere bestehenden Logistikpartnerschaften ergänzen“, prognostiziert er.

Bis zu einem bundesweiten Roll-out wird es aber noch viele Jahre dauern, falls es überhaupt dazu kommt. Lidl hat in Deutschland 3250 Filialen, die aus 39 Warenverteilzentren beliefert werden.

In Europa gibt es laut der Beratung McKinsey weniger als 100 autonom fahrende Liefervans und weniger als zehn selbstfahrende Trucks, die in Betrieb sind. In China und den USA ist die Zahl deutlich höher.

Viele europäische Hersteller wollen bis Ende der Dekade serienfertige autonome Trucks in Serie produzieren. Sie peilen das sogenannte Level 4 an. Assistenzsysteme werden in fünf Stufen aufgeteilt: vom Spurhalteassistenten (Level 1) bis zum vollautonomen Fahren (Level 5). Heute sind Lkw auf Level 2 üblich. Diese Fahrzeuge können in manchen Situationen allein fahren, der Fahrer muss allerdings jederzeit eingreifen können.

Ab Level 4 werden alle Fahrzeuginsassen zu Passagieren, der Lkw fährt von allein. Allerdings muss das Fahrzeug dann mit mehr Sensoren sowie zusätzlich mit Radar- und Kamerasystemen ausgerüstet werden. Aus Sicherheitsgründen werden etwa für Bremsen redundante Systeme verbaut. Das treibt die Entwicklungs- und Produktionskosten für die Hersteller.

Der Lidl-Partner Einride führt bereits heute autonome Lieferungen für Kunden in Europa und den USA durch. Trotzdem habe der Test bei Lidl besondere Bedeutung, sagt Firmenchef Roozbeh Charli: „Das deutsche Zulassungsverfahren gehört zu den strengsten der Welt. Diese Hürde hier zu nehmen, gibt uns das Fundament, um mit Zuversicht zu skalieren.“

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Vier Monate Testphase in Edermünde

    Very likely · Within months

Open Questions

  • Wann erfolgt ein flächendeckender Einsatz?
  • Wie hoch sind die Anschaffungskosten für die Technik?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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