
Die Aktie von LPKF Laser & Electronics gehört zu den stärksten Werten am deutschen Aktienmarkt, fuhr zuletzt jedoch Achterbahn.
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LPKF entwickelt laserbasierte Fertigungslösungen für verschiedene Branchen und feiert in diesem Jahr 50-jähriges Firmenjubiläum.
Noch immer stehen seit Jahresbeginn fast 100 Prozent Kursplus zu Buche. Die Aktie von LPKF Laser & Electronics gehört dieses Jahr zu den stärksten Werten am deutschen Aktienmarkt. Das war vor allem einem Kursfeuerwerk zur Jahresmitte zu verdanken. Dieses aber ist seit einiger Zeit abgebrannt. Wer in dem Rücksetzer eine Einstiegschance sieht, sollte Vorsicht walten lassen: Für die zwischenzeitliche Rally gab es kaum gute Gründe. Für den darauffolgenden Kursrückgang dagegen schon.
Der Laserspezialist aus Garbsen bei Hannover feiert in diesem Jahr 50-jähriges Firmenjubiläum. In den Anfangsjahren entwickelten die Niedersachsen Kopierfrässysteme für Leiterplatten. Von Mitte der 1990er-Jahre an konzentrierte sich der Mittelständler auf Laser-Fertigungstechnologie, mit der kleinste elektronische Schaltungen hergestellt werden können.
LPKF war vor allem erfolgreich mit Lasern, mit denen sich Antennenstrukturen für Mobiltelefone auf Kunststoffteile aufbringen lassen. Mit dem ab 2010 einsetzenden Wechsel des Mobilfunkstandards von 3G auf 4G ist dieses Geschäft eingebrochen.
Der Schweizer Vermögensverwalter Bantleon, der nebenan in Hannover auch einen Firmensitz unterhält, witterte daraufhin eine Einstiegschance. Er kaufte sich 2016 bei LPKF ein, besetzte den Aufsichtsrat und forcierte den Unternehmensumbau. Das Geschäft wurde breiter aufgestellt.
Heute entwickelt LPKF laserbasierte Fertigungslösungen für die Halbleiter-, Elektronik-, Solar- und Medizintechnikbranche. Im Mai 2020 verkaufte Bantleon seine 29-Prozent-Beteiligung mit einem hübschen Gewinn. Aktuell ist der aktivistische Investor AOC Alpha größter Einzelaktionär mit einem Kapitalanteil von 10,6 Prozent.
Einer raus, einer rein. Und dazu: hoch und runter. Der Aktienkurs von LPKF fährt seit Jahren Achterbahn. Seit 2012 geht es zwischen knapp sechs Euro und 30 Euro auf und ab. Doch so steil nach oben wie in diesem Jahr ging es noch nie. Zwischen Ende März und Mitte Mai legte der Kurs des Laserspezialisten binnen weniger Wochen um 400 Prozent zu.
Ein gutes Händchen, zumindest für den Einstiegszeitpunkt, bewies Peter Mümmler. Der LPKF-Finanzvorstand, seit April 2025 im Unternehmen, kaufte am 26. März dieses Jahres auf eigene Rechnung 4500 Aktien zum Stückpreis von 5,95 Euro. Am 2. Oktober 2025 hatte Mümmler bereits 6000 Aktien zu jeweils sieben Euro gekauft.
Mit ihren jüngsten Aktienkäufen liegen die Vorstandsmitglieder allerdings schon wieder unter Wasser. Mümmler kaufte am 23. Juli noch einmal 1500 Aktien zu 14 Euro, Vorstandschef Klaus Fiedler am 19. Mai 2000 Stück zu 21 Euro. Vom Jahreshoch hat die Aktie inzwischen gut 60 Prozent verloren, zuletzt stand sie bei knapp zwölf Euro.
Was war passiert? Der Ausbau der KI-Infrastruktur hatte unter Investoren Hoffnungen geschürt, dass die Nachfrage nach optischen Komponenten, die Daten in Rechenzentren schneller und energieeffizienter übertragen können als Kupferverbindungen, durch die Decke gehen würde. Das trieb an den Börsen Photonik-Aktien wie LPKF jenseits der fundamentalen Daten nach oben.
Die große Zukunftshoffnung von LPKF heißt LIDE (Laser Induced Deep Etching). Das ist eine Lasertechnologie, die feinste Strukturen und Durchkontaktierungen in Glas erzeugt, ohne Mikrorisse oder thermische Schäden zu verursachen. Das könnte für neue Chip-Generationen im Bereich Advanced Packaging eine Schlüsselrolle spielen.
Wichtige Fragen stellten Investoren allerdings erst nach den spektakulären Kursanstiegen im Frühjahr. Wie schnell verschwinden Kupferkabel aus den Rechenzentren? Nvidia ließ etwa verlauten, dass Kupferkabel in Serverschränken durchaus wichtig blieben.
Für Ernüchterung sorgten dann die Halbjahreszahlen, die am 23. Juli vorgelegt wurden. Der Umsatz lag mit 36,5 Millionen Euro gut 38 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wesentliche Ursache für den Rückgang war der Einbruch im Geschäftsbereich Solar. Dort halten Kunden Investitionen zurück. Der operative Verlust erhöhte sich von 1,7 Millionen auf 14,1 Millionen Euro.
Der Auftragsbestand lag mit 34,7 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau, die Auftragseingänge lagen mit 44 Millionen Euro nur leicht darüber. Das ist noch kein Boom. LPKF wartet weiter auf einen großen Serienauftrag aus dem Halbleiterbereich. Die LIDE-Technologie läuft bei Kunden bisher nur in Testumgebungen. Für die Aktie heißt das: zurück auf Los.
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Warten auf großen Serienauftrag aus dem Halbleiterbereich
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