
Hohe Treibstoffpreise drücken auf das Ergebnis, starke Nachfrage nach Premiumtickets stützt die Erlöse
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Die Lufthansa Group hat bereits Anfang August die Ergebnisprognose nach unten korrigiert. Der Irankrieg führt zu hohen Treibstoffpreisen, die das Ergebnis belasten. Das Unternehmen nutzt Hedging, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Die Nachfrage nach Premiumtickets ist hoch, insbesondere auf Strecken nach Asien und Nordamerika.
Die am Dienstagmorgen gemeldeten Zahlen lagen innerhalb der Erwartungen von Analysten. Sie hatten im Schnitt einen Umsatz von 12,19 Milliarden Euro prognostiziert. Nach neun Monaten stehen ein Umsatz von 32,1 Milliarden (Vorjahr: 29,6 Milliarden Euro) und ein bereinigtes Ergebnis von 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,5 Milliarden Euro) in den Büchern.
Dennoch passt das Management die eigene Prognose zum zweiten Mal in diesem Jahr leicht nach unten an. Angesichts der hohen Treibstoffpreise soll das bereinigte Ergebnis im gesamten Jahr zwischen 1,7 und zwei Milliarden Euro betragen. Bereits Anfang August hatte die Konzernführung die Ergebnisprognose nach unten erweitert – von mehr als zwei Milliarden Euro auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.
„Das vergangene Quartal war das umsatzstärkste in der Geschichte der Lufthansa Group“, wird Konzernchef Carsten Spohr in der Mitteilung des Unternehmens zitiert: „Mit steigenden Erlösen bei konstant hoher Nachfrage und strikter Kostendisziplin konnten wir die um rund eine halbe Milliarde Euro gestiegenen Treibstoffkosten mehr als ausgleichen.“
Die Zahlen von Lufthansa sind derzeit von zwei Entwicklungen geprägt. Auf der einen Seite spürt das Unternehmen wie alle Fluggesellschaften die hohen Treibstoffpreise infolge des Irankriegs. Zu Beginn des Krieges hatte die Konzernführung Mehrkosten für Kerosin von rund 1,5 Milliarden Euro vorhergesagt – allerdings in der Erwartung, dass der Konflikt am Persischen Golf zügig wieder enden würde.
Doch bisher gibt es keinen Frieden im Nahen Osten, auch wenn aktuell erneut um eine diplomatische Lösung gerungen wird. Spohr hatte daher bereits Ende September vor Journalisten gesagt, dass man angesichts der anhaltenden Auseinandersetzung froh wäre, wenn es bei den zuletzt genannten Mehrkosten von 1,5 Milliarden Euro bliebe. Und er fügte hinzu: „Die Zahl wird höher sein, die wir am Jahresende wahrscheinlich auszuweisen haben."
Zwar ist Lufthansa zu einem großen Teil gegen starke Ausschläge beim Treibstoffpreis abgesichert, über das sogenannte Hedging. Dabei werden Finanzinstrumente wie Derivate erworben, die Gewinne erzeugen, wenn der Preis für Öl oder andere fossile Energieträger eine gewisse Grenze überschreitet. Diese Gewinne federn die höhere Tankrechnung ab. Allerdings schrumpft die Quote, mit der der Kerosinbedarf abgesichert ist, je weiter der Blick in die Zukunft gerichtet ist. Für das nächste Jahr ist Lufthansa nach eigenen Angaben aktuell zu mehr als 60 Prozent besichert.
Auf der anderen Seite hilft dem Unternehmen eine anhaltend hohe Nachfrage nach Premium-Buchungen, also Tickets für die Premium-Economy, die Business- und die First-Class. Dort ist die Profitabilität am höchsten. Er sei selbst überrascht, wie stabil dieses Geschäft laufe, betonte Spohr in den zurückliegenden Wochen mehrfach.
Auch in der Mitteilung zum aktuellen Quartalsbericht wird das angesprochen. Vor allem die starke Nachfrage nach Premiumtickets sowie auf den Strecken nach Asien und Nordamerika habe bei den Netzwerk-Airlines – das sind Lufthansa Classic, Swiss, Brussels Airlines, Austrian Airlines und ITA – zu einem Anstieg der Durchschnittserlöse um 6,8 Prozent geführt, heißt es dort.
Offen ist, wie lange diese Entwicklung anhalten wird und die Bilanz von Lufthansa retten kann. Deshalb ist es für die ehrgeizigen Mittelfristziele der Führung – bis 2030 soll die bereinigte Ergebnismarge auf acht bis zehn Prozent steigen – so wichtig: Die Sanierung der angeschlagenen Kernmarke Lufthansa Airlines muss funktionieren.
Bislang allerdings ist der Erfolg in den Zahlen nicht wirklich zu erkennen, die hohen Treibstoffkosten zehren die Effizienzgewinne auf. Laut dem aktuellen Zwischenbericht rutschte Lufthansa Airlines in den ersten neun Monaten mit einem bereinigten Betriebsverlust von 180 Millionen Euro wieder in die roten Zahlen. Im Vorjahreszeitraum stand ein Plus von 131 Millionen Euro an dieser Stelle.
Auch bei vielen anderen Airlines der Gruppe zeigen sich die Folgen der deutlich gestiegenen Kerosinpreise. Einzige Ausnahme ist Swiss. Deren bereinigtes Betriebsergebnis betrug 508 Millionen Euro (plus sechs Prozent). Für Brussels Airlines steht ein Ergebnis von 15 Millionen Euro (minus 34 Prozent) in den Büchern, bei Austrian Airlines sind es 48 Millionen Euro (minus 37 Prozent).
AI outlook — possibilities, not facts
Die tatsächlichen Treibstoffkosten werden die prognostizierten 1,5 Milliarden Euro übersteigen, wenn der Irankrieg anhält.
Likely · Within months
Die bereinigte Ergebnismarge der Lufthansa Group wird bis 2030 auf acht bis zehn Prozent steigen, wenn die Sanierung der Kernmarke funktioniert.
Possible · Within years

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