
Der deutsche Leitindex kann die Gewinne vom Wochenstart nicht halten. Im Fokus stehen die Berichtssaison mit Tech-Schwergewichten und anstehende Notenbankentscheidungen.
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Der deutsche Leitindex verzeichnet im laufenden Handelsverlauf volatile Phasen geprägt durch die Berichtsaison und anstehende Notenbanksitzungen.
Der deutsche Leitindex hat die Erholungsgewinne vom Wochenstart nicht halten können. Der DAX gab zur Eröffnung rund 0,2 Prozent auf 25.369 Punkte nach. Am Montag hatte der er noch 0,9 Prozent auf rund 25.411 Punkte zugelegt. Für gute Stimmung hatte unter anderem gesorgt, dass der ifo-Geschäftsklimaindex zum sechsten Mal in Folge angestiegen war.
Noch immer suchen die Anleger also nach Orientierung: "Für den DAX bleibt der Bereich um 25.500 Punkte aus meiner Sicht der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Angesichts der hohen Termindichte spricht einiges dafür, dass sich der Index zunächst weiter an dieser Marke orientiert, während Anleger auf belastbare Signale warten", stellt Salah-Eddine Bouhmidi fest, Marktexperte bei IG.
Für einen nachhaltigen Ausbruch brauche es überzeugende Impulse aus den Unternehmensausblicken und der Geldpolitik. "Geopolitische Risiken bleiben allerdings ein Unsicherheitsfaktor, der diese abwartende Haltung jederzeit in stärkere Kursbewegungen verwandeln kann", meint Bouhmidi.
Auch Timo Emden, Marktexperte bei CapTrader, weist auf gewisse Risiken hin: "Auf der einen Seite lockt die Aussicht auf eine konjunkturelle Belebung, auf der anderen Seite zehren geopolitische Risiken und geldpolitische Fragezeichen am Nervenkostüm der Anleger", fasst er die Lage zusammen. Für Investoren bleibe es ein Balanceakt in einem Spannungsfeld aus geopolitischen Risiken, geldpolitischen Fragezeichen und fragiler Technologiefantasie, so Emdens Einschätzung.
Die laufende Handelswoche hat es in sich. Zum einen erreicht die Berichtssaison langsam einen Höhepunkt. Mit Amazon, Alphabet und Microsoft stellen wichtige Technologiekonzerne ihre Bilanzen vor. "Nach den jüngsten Kursverlusten wird entscheidend sein, ob die Geschäfte mit den gewaltigen Investitionen Schritt halten und die Ausblicke wieder Vertrauen schaffen", konstatiert Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets und sprach von einer "Woche der Wahrheit".
Aus dem DAX legen im Wochenverlauf unter anderem der Chemiekonzern BASF, die Deutsche Bank und die Autobauer Mercedes-Benz und Volkswagen die Quartalszahlen vor. Die Fragen der Anleger lauten: Wie gut kommen die Unternehmen mit den schwierigen Bedingungen zurecht? Wie stark belasten die hohen Energiepreise? Gelingt es den Konzernen trotzdem, höhere Umsätze und Gewinne zu erzielen?
Neben der Berichtssaison steht zum anderen auch die Geldpolitik im Fokus. Mit Sitzungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan stehen drei wichtige geldpolitische Entscheidungen auf der Agenda.
Aus dem DAX war heute bereits der Konsumgüterkonzern Beiersdorf an der Reihe. Verbraucher achten aktuell angesichts hoher Lebenshaltungskosten und steigender Inflation stärker auf den Preis und üben sich in Kaufzurückhaltung. Beiersdorf hielt den Umsatz im dritten Quartal trotzdem in etwa stabil. Das Management konnte den Abwärtstrend der wichtigsten Marke Nivea zumindest bremsen. Ein Marktteilnehmer wertete aber das Geschäft der Sparte Tesa als Enttäuschung.
"Im dritten Quartal hat sich die Geschäftsentwicklung in unserem gesamten Consumer-Geschäft im Vergleich zur ersten Jahreshälfte verbessert", bilanzierte Konzernchef Vincent Warnery. Der im Sommer gesenkte Jahresausblick wurde bestätigt.
Der Sportwagen- und SUV-Bauer Porsche AG hat angesichts gesunkener Verkäufe im dritten Quartal noch etwas weniger Geschäft verbucht als erwartet. Der Umsatz ging um 7,5 Prozent auf 8,05 Milliarden Euro zurück, wie das MDAX-Unternehmen mitteilte. Operativ verdiente der Autobauer aus dem VW-Konzern mit 387 Millionen Euro wieder Geld, nachdem ein Jahr zuvor Sonderkosten das operative Ergebnis auf minus 966 Millionen hatten absacken lassen. Bei Umsatz und operativem Ergebnis hatten Analysten etwas mehr auf dem Zettel.
Bei der Deutschen Börse können Anleger seit heute rund um die Uhr die 40 Aktien der DAX-Konzerne handeln. Die Deutsche Börse habe über ihre Beteiligung 360X ein Modell eingeführt, das es Kunden ermögliche, mit den wichtigsten deutschen Börsenwerten auch außerhalb der regulären Börsenzeiten Geschäfte zu machen. "Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer rund um die Uhr verfügbaren europäischen Marktinfrastruktur", teilte die Deutsche Börse mit.
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