Marktbericht: Aus Wahleuphorie wird Wahlkater
Der deutsche Leitindex wird vor Handelsstart 0,8 Prozent tiefer taxiert, nachdem die US-Börsen unter KI-Regulierungsängsten stark nachgaben.
Quick Look
- Der DAX wird vor der Xetra-Eröffnung 0,8 Prozent tiefer auf 26.105 Punkte taxiert.
- Nach dem Rekordhoch von knapp 26.693 Punkten fiel der Index am Donnerstag um 0,4 Prozent auf 26.325 Zähler.
- Auslöser waren Kursverluste an der Wall Street, wo der Nasdaq um 5,5 Prozent und der S&P 500 um 4,4 Prozent einbrachen.
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Why It Matters
Der DAX hatte am Donnerstag zunächst ein Rekordhoch bei knapp 26.693 Punkten erreicht, fiel dann aber im Sog der US-Börsenturbulenzen um 0,4 Prozent auf 26.325 Zähler. Der Nasdaq verzeichnete den stärksten prozentualen Tagesverlust seit 19 Monaten. Marktbeobachter führen die Turbulenzen auf Ängste vor einer strengeren Regulierung von Künstlicher Intelligenz nach dem Sieg der Demokraten zurück.
Der Broker IG Markets taxiert den deutschen Leitindex vor der Eröffnung des Xetra-Handels 0,8 Prozent tiefer auf 26.105 Punkte. Am Donnerstag war der DAX erst auf ein Rekordhoch bei knapp 26.693 Punkten gestiegen, dann ging es rückwärts: Im Sog der Turbulenzen an den US-Börsen ging er schließlich mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 26.325 Zählern aus dem Handel.
Der DAX dürfte nach den extrem schwachen Vorgaben der Wall Street also ebenfalls zurückfallen. Der Sieg der Demokraten hat die Furcht vor einer strengeren Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) geschürt und Technologiewerte auf Talfahrt geschickt.
Der Index der Technologiebörse Nasdaq brach um 5,5 Prozent auf 24.315 Punkte ein. Dies war der stärkste prozentuale Tagesverlust seit 19 Monaten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 4,4 Prozent auf 7.354 Punkte. Der US-Leitindex Dow Jones gab 3,4 Prozent auf 51.523 Zähler nach. Die Vortagesgewinne der US-Indizes sind damit verdampft.
In Asien setzt sich der Ausverkauf derzeit fort. Der japanische Nikkei fällt um fast sechs Prozent zurück. Der südkoreanische Kospi sackt um mehr als fünf Prozent ab. Wegen der heftigen Kursverluste setzte die Börse in Seoul den Handel für 20 Minuten aus.
Im Mittelpunkt stünden die Sorgen um die Zukunft des KI-Booms, stellt Marktbeobachter Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG fest. Anleger würden befürchten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten.
"Diese politischen Risiken treffen auf die ohnehin schwelende Unsicherheit, wann sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz ausreichend auszahlen", so Bouhmidi. "Verzögerungen beim Ausbau könnten die Geduld der Investoren zusätzlich strapazieren. Die Börse bewertet damit zunehmend auch die möglichen wirtschaftlichen Nebenwirkungen der neuen politischen Mehrheitsverhältnisse", erklärt der Experte.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank weist noch auf einen weiteren Umstand hin: "An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten", kommentierte er.
Was ist für Anleger jetzt zu tun? "Langfristig orientierte Anleger sollten sich vom gestrigen Rücksetzer nicht verunsichern lassen", rät Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Wahlausgänge hätten die Börsen in der Vergangenheit selten nachhaltig geprägt, ergänzt der Fachmann.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der DAX wird im Xetra-Handel unter Druck stehen und möglicherweise weiter fallen.
Likely · Within hours
Die Unsicherheit um KI-Regulierung wird die Geduld langfristig orientierter Anleger weiter strapazieren.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wie entwickelt sich der DAX im weiteren Verlauf des Xetra-Handelstags?
- Welche konkreten Regulierungsmaßnahmen planen die Demokraten im Bereich KI?
- Wie lange wird die Handelsaussetzung an der Börse in Seoul andauern?







