
Deutscher Leitindex verliert zum Auftakt 0,5 Prozent. TSMC meldet Rekordgewinn dank KI-Boom.
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Asiatische und US-Möge stehen unter Druck durch Inflationsdaten und Zinssorgen. Gleichzeitig boomt das Geschäft mit KI-Chips.
Der DAX ist mit Verlusten in den Handel gestartet. Zum Auftakt verlor der deutsche Leitindex 0,5 Prozent auf 25.173 Punkte. Belastend wirkten die schwachen Vorgaben aus Asien. Dort setzte sich die Verkaufswelle bei Halbleiterwerten fort, die am Vortag bereits an der US-Technologiebörse Nasdaq begonnen hatte.
Besonders kräftig ging es an den Börsen in Südkorea nach unten, wo der Leitindex Kospi um rund neun Prozent einbrach. Der ebenfalls technologielastige japanische Nikkei-Index gab um fast fünf Prozent nach. Die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen büßten jeweils gut zwei Prozent ein.
Anleger hinterfragen zunehmend, ob die hohen Bewertungen vieler Technologieunternehmen angesichts der wirtschaftlichen und geldpolitischen Risiken noch gerechtfertigt sind. "Sie fragen sich zunehmend, welchen Preis sie für dieses Wachstum zahlen sollten, wenn die Zinsen hoch sind und möglicherweise weiter steigen", sagte Charu Chanana, Anlagestrategin bei der Saxo Bank.
Auslöser für die Verluste sind unter anderem überraschend hohe Inflationsdaten aus den USA. Sie schüren die Sorge, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen weiter anheben könnte.
Bei ihrer Sitzung am 27. und 28. Oktober beraten die Währungshüter über den weiteren Zinskurs in den USA. Der Leitzins liegt derzeit bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Viele Experten halten eine weitere Anhebung in diesem Jahr für möglich, vermutlich im Dezember.
Höhere Zinsen verteuern Kredite und Investitionen und machen zugleich festverzinsliche Anlagen gegenüber Aktien attraktiver. Besonders empfindlich reagieren darauf Technologiewerte, deren Bewertungen häufig auf hohen Gewinnerwartungen für die Zukunft beruhen.
Hinzu kommen Befürchtungen, dass sich der Wettbewerb bei Speicherchips verschärfen könnte. Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Monate nehmen Anleger offenbar Gewinne mit und reagieren sensibel auf mögliche Veränderungen der Nachfrage. Die jüngsten Kursverluste zeigen, wie anfällig die Technologiewerte trotz des anhaltenden Booms rund um Künstliche Intelligenz für Enttäuschungen und neue Unsicherheiten sind.
Nach dem dem niederländischen Halbleiterunternehmen ASML hat heute auch der taiwanische Chip-Auftragsfertiger TSMC seine Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen erzielte im dritten Quartal einen weiteren Gewinnrekord. Der Schwung an Aufträgen für KI-Rechenzentren ließ den Gewinn im Jahresvergleich um über zwei Drittel auf gut 763 Milliarden Taiwan-Dollar (21,2 Milliarden Euro) anschwellen, wie der Konzern mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit weniger gerechnet.
TSMC profitiert erheblich vom Boom rund um Künstliche Intelligenz und der hohen Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern. Der Konzern fertigt Chips für zahlreiche große Technologieunternehmen und spielt damit eine zentrale Rolle in der weltweiten Lieferkette der Halbleiterindustrie.
Die Zahlen stehen allerdings in einem angespannten Marktumfeld. Während die Nachfrage nach KI-Chips weiterhin als Wachstumstreiber gilt, sorgen die hohen Erwartungen an die Branche für einen zunehmenden Rechtfertigungsdruck. Anleger achten deshalb nicht nur auf Umsatz und Gewinn, sondern vor allem auf den Ausblick.
Neben den internationalen Börsenthemen rückt auch die Preisentwicklung in Deutschland in den Blick. Besonders Kartoffeln haben sich deutlich verteuert. Wegen der geringen Ernte mussten Verbraucher im September 11,3 Prozent mehr für das Grundnahrungsmittel bezahlen als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Preisanstieg lag damit deutlich über der allgemeinen Inflationsrate von 3,3 Prozent.
Die geringere Ernte verknappt das Angebot und treibt die Preise nach oben. Steigende Einkaufspreise können Händler an ihre Kunden weitergeben. Wie stark sich die höheren Kosten tatsächlich in den Ladenpreisen niederschlagen, hängt allerdings auch von den Margen im Handel und der weiteren Entwicklung des Angebots ab.
Die Kartoffelpreise verdeutlichen damit, dass die Inflation nicht alle Bereiche gleichermaßen betrifft. Während die allgemeine Teuerung moderater ausfallen kann, müssen Verbraucher bei einzelnen Lebensmitteln weiterhin mit deutlichen Preissteigerungen rechnen. Für die Einschätzung der Kaufkraft bleibt deshalb nicht nur die Gesamtinflation entscheidend, sondern auch die Entwicklung der Preise für Waren des täglichen Bedarfs.
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Beratung der US-Währungshüter über den Zinskurs
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