Marktbericht: DAX behauptet sich in der Gewinnzone
Der deutsche Leitindex profitiert von positiven Vorgaben aus den USA, während Ölpreise und Haushaltsdefizite die Stimmung belasten.
Quick Look
- Der DAX notiert stabil über 25.000 Punkten, gestützt durch positive US-Vorgaben.
- Trotz der Erholung belasten hohe Ölpreise, Anleiherenditen und Haushaltsdefizite die Märkte.
- Volkswagen meldet deutliche Absatzrückgänge, während Traton zulegt.
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Why It Matters
Der DAX erholt sich nach einer turbulenten Handelswoche. Die US-Berichtssaison beginnt als neuer Impulsgeber für die Märkte.
Der DAX verteidigt sein erhöhtes Niveau vom Handelsstart und bleibt über der Marke von 25.000 Punkten. Der deutsche Leitindex steigt am Mittag um rund 0,7 Prozent und baut seine Gewinne damit sogar noch etwas aus. Das Index-Hoch liegt bisher bei 25.268 Punkten.
Damit knüpft der DAX an die jüngste Zwischenerholung an. Zum Wochenschluss war er nach einer turbulenten Handelswoche bereits rund 1,1 Prozent auf 25.087 Zähler gestiegen. Rückenwind kommt zudem von guten Vorgaben der Wall Street. Am Freitag hatten die großen US-Aktienindizes allesamt zugelegt. Die Wall-Street-Futures deuten erneut auf einen freundlichen Handelsstart in New York hin.
Getragen wird die gute Stimmung von etwas mehr Zuversicht bei den Ölpreisen sowie der jüngsten Handelsvereinbarung der EU mit China über Exportbeschränkungen für Hybridautos. Davon profitieren auch die Autoaktien.
Zudem nehme die Aussicht auf russische Diesel-Lieferungen in die USA "etwas Druck von den internationalen Energiemärkten", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. US-Präsident Donald Trump hat sich nach eigenen Angaben vom Freitag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf umfangreiche Diesel-Lieferungen geeinigt, was starke Kritik in Europa und auch bei US-Politikern ausgelöst hatte.
Mittlerweile ist der Entlastungseffekt aber wieder verpufft, Öl der Nordseesorte Brent bleibt auf hohem Niveau bei aktuell wieder über 105 Dollar je Fass. Ob sich die Kriegsparteien wirklich an ein Moratorium bei den Angriffen auf die jeweilige Energieinfrastruktur halten, ist ebenfalls noch unklar. Die Lage im Nahen Osten bleibt zudem angespannt: Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeweitet.
"Belastungsfaktoren zerren an den Nerven"
Übergeordnet wird die Entwicklung am Anleihe- und Ölmarkt auch weiterhin die Stimmung am deutschen Aktienmarkt beeinflussen, sodass die Erholung eher auf wackligen Füßen steht. "Die beiden zentralen Belastungsfaktoren, Ölpreise und Anleiherenditen, zerren an den Nerven", resümierte Claudia Windt von der Landesbank Helaba die Schwankungen an den Märkten.
Die Lage an den Rentenmärkten bleibe unterdessen heikel, zumal es laut Windt "für die aus dem Ruder laufenden Haushaltsdefizite keine kurzfristige Lösung gibt". Das betreffe sowohl die USA als auch Frankreich. "Solange die Geldpolitik aufgrund der hohen Ölpreise an der Zinsschraube drehen muss, werden die Zinskosten weiter zulegen und so die Staatshaushalte belasten."
Mit dem Start in die US-Berichtssaison kommt ab Dienstag noch ein dritter Impulsgeber für die Richtung im DAX ins Spiel. Denn die US-Berichtssaison, die traditionell früher startet als in Europa, beginnt mit den Ergebnissen der Banken.
Anleger werden die Berichte und vor allem die Ausblicke der Geldhäuser genau prüfen, denn Hinweise auf Änderungen des Marktumfeldes finden sich meist schon frühzeitig in den Büchern der Banken wieder. "Die Banken sind ein guter Indikator dafür, wie sich die Kreditnachfrage entwickelt und wie die allgemeine Wirtschaftslage ist", sagte Kim Forrest, Chefanlegerin bei Bokeh Capital Partners.
"Das gibt uns auch Aufschluss darüber, was die Notenbank Federal Reserve (Fed) möglicherweise tun wird", so Forrest. Und obendrein könnten sich die Inflationsdaten in den Vereinigten Staaten für September womöglich auf die Leitzinspläne der Notenbank Federal Reserve auswirken.
Der Verkaufsrückgang bei Volkswagen hat sich derweil im dritten Quartal weiter beschleunigt. Weltweit wurden von Juli bis September rund 1,89 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken an Kunden ausgeliefert - und damit 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Morgen in Wolfsburg mitteilte. Mit 38,5 Prozent fiel das Minus in China besonders hoch aus. VW hat damit von Januar bis September gut sechs Millionen Autos verkauft. Das sind 9,0 Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.
Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton hat hingegen ihren Absatz im dritten Quartal spürbar gesteigert. Die Verkäufe stiegen um zehn Prozent auf 78.900 Fahrzeuge, wie der MDAX-Konzern heute in München mitteilte. Grund war vor allem ein besseres Abschneiden im US-Markt, der vor einem Jahr wegen der Zollkapriolen von Präsident Donald Trump deutlich eingebrochen war.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Beginn der US-Berichtssaison mit Fokus auf Bankenergebnisse.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie entwickeln sich die US-Inflationsdaten für September?
- Hält das Moratorium bei Angriffen auf Energieinfrastruktur?







