Marktbericht: DAX fällt unter 25.500 Punkten
Anleger wägen Unternehmensdaten, Geopolitik und Rohstoffe ab. DAX sinkt um 0,7 Prozent. Chinas Exportkontrollen und US-Handelsdrohungen belasten die Stimmung.
Quick Look
Am Montag fiel der DAX unter 25.500 Punkte, belastet durch Zinssorgen in den USA, Chinas neue Exportbeschränkungen für Schlüsseltechnologien und US-Drohungen gegen die EU wegen Mobilfunkfrequenzen.
AI-generated summary
Why It Matters
Investoren bewerten globale Wirtschaftsdaten, Zinsaussichten in den USA und zunehmende Handels- sowie Technologiekonflikte zwischen Großmächten.
Unternehmensdaten, Geopolitik, Rohstoffe - am Montag haben Investoren bereits viele Daten und Informationen rund um den Globus gegeneinander abzuwägen. Vor allem Meldungen aus China und den USA drücken die Stimmung.
Am Morgen fiel der DAX unter die Marke von 25.500 Punkten. Zuletzt sank er um 0,7 Prozent auf 25.447 Zähler. Am Freitag hatte er sich noch dem KI- und Zinssorgen-Sturm aus den USA entgegen gestemmt und ein Prozent auf 25.622 Zähler gewonnen.
Aus den USA kamen schwache Vorgaben: Denn die Mehrheit der Investoren erwartet, dass die Zinsen dort Ende Oktober angehoben werden, entsprechend war Kapital aus Risiko-Anlagen in den letzten Tagen abgezogen worden, darunter hatten vor allem Chiptitel gelitten.
Verschiedene Nachrichten kommen aus China: So will die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stärker kontrollieren, welches technische Wissen ins Ausland gelangt. Für 14 von 40 Schlüsseltechnologien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Photovoltaik und Biomedizin soll der Export verboten werden, für die übrigen 26 sollen Genehmigungen erforderlich sein. China fordert bereits Genehmigungspflichen für bestimmte Seltene Erden und daraus hergestellte Produkte. Das ist eine Herausforderung für ausländische Unternehmen.
Indessen meldete China ein unerwartet starkes Wirtschaftswachstum für das dritte Quartal. Das geht allerdings zum Teil auf Kosten anderer Volkswirtschaften: Ein Export-Boom von allein 36 Prozent im September legt nah, dass günstige chinesische Produkte europäische und deutsche Hersteller verdrängen.
Die USA drohen der EU - so ein Bericht der Financial Times - mit "verheerenden" Vergeltungsmaßnahmen, wenn sie den Marktzugang für US-Unternehmen einschränkt. Der US-Botschafter bei der EU, Andrew Puzder, habe eine entsprechende Warnung ausgesprochen, berichtete die "Financial Times" am Sonntag.
Hintergrund ist eine Entscheidung der EU-Kommission, den Großteil der wertvollen Mobilfunkfrequenzen für Satelliten an europäische Firmen zu vergeben und den Anteil für US-Betreiber zu reduzieren. Damit will Brüssel die Abhängigkeit von großen US- Konzernen senken.
In Frankreich als zweitgrößter Volkswirtschaft der EU bleibt die Frage, wie es nach den verheerenden Protesten in vielen Regionen weitergeht. Die Stimmung dort belastet auch den Euro leicht.
Eine positive Entwicklung gibt es am Rohstoff-Markt: Die Ölpreise geben zum Wochenauftakt deutlich nach. Vom Fünfmonatshoch am Freitag rückte die Nordsee-Sorte Brent wieder etwas weg. Allerdings kamen unterschiedliche Signale aus der Krisenregion im Nahen Osten. Einerseits gab es erneut Angriffe auf zwei Tanker im Persischen Golf. Außerdem griff die von Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen erneut Saudi-Arabien an.
US-Energieminister Chris Wright versuchte dagegen, die Gemüter mit Aussagen zur Versorgung aus dem Persischen Golf zu beruhigen. Wrights Worten zufolge haben sich die Öllieferungen aus dem Persischen Golf auf etwa 80 Prozent ihres Niveaus vor dem Konflikt erholt. Die Lieferungen von Raffinerieprodukten seien aber weiterhin eingeschränkt. Er stehe in Gesprächen mit europäischen Verbündeten, um Dieselvorräte freizugeben, sagte Wright.
Positiv vorgelegt hat bereits der Logistiker DHL am Freitag nach Börsenschluss: Nach prozentual zweistelligen Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal hob das Unternehmen seine Jahresprognose.
Am Morgen stiegen Aktien der Norma Group, nachdem der Industrie-Zulieferer erste Daten zum Quartalsende und zur künftigen Dividendenpolitik veröffentlicht hatte: Danach ist eine Ausschüttung von mindestens zehn Prozent des bereinigten Konzernjahresergebnisses, sofern die wirtschaftliche Lage und die Liquidität dies erlaubten, geplant. Zugleich will das Unternehmen profitabler arbeiten.
In Berlin beginnt ein Investitionsgipfel. Eingeladen sind Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Unternehmen aus Deutschland und dem Ausland, darunter der Chef des US-Chipherstellers Nvidia, Jensen Huang. Wie es aus Regierungskreisen hieß, plant die Bundesregierung eine Kooperation mit Nvidia.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Zinsanhebung in den USA Ende Oktober
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie wird die EU auf die US-Drohungen bezüglich der Mobilfunkfrequenzen reagieren?
- Welche konkreten Konsequenzen haben Chinas Exportverbote für ausländische Unternehmen?






