Marktbericht: DAX nähert sich dem Rekordhoch
IG Markets taxiert deutschen Leitindex vor Xetra-Eröffnung ein halbes Prozent höher auf 26.561 Punkte
Quick Look
- Der DAX rückt nach euphorischer Reaktion auf das US-Wahlergebnis seinem Rekordstand bei 26.619 Punkten näher.
- IG Markets taxiert den Index vor Xetra-Eröffnung auf 26.561 Punkte.
- Auch die Wall Street und asiatische Märkte reagieren, während fallende Ölpreise den Inflationsdruck lindern könnten.
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Why It Matters
Der DAX stieg am Mittwoch um 2,2 Prozent auf 26.437 Punkte, in der Spitze fehlten nur 78 Punkte zum Rekordstand von 26.619. Anleger reagieren euphorisch auf das Ergebnis der US-Zwischenwahlen, das laut Experten die amerikanische Haushaltspolitik disziplinieren und Sorgen über Staatsverschuldung sowie hohe Anleiherenditen entschärfen könnte.
Der Broker IG Markets taxiert den deutschen Leitindex vor der Eröffnung des Xetra-Handels ein halbes Prozent höher auf 26.561 Punkte. Damit rückt der Rekordstand bei 26.619 Punkten immer näher. Am Mittwoch war der DAX um 2,2 Prozent auf 26.437 Punkte gestiegen. In der Spitze hatten ihm mit fast 26.542 Zählern nur noch 78 Punkte zur Bestmarke gefehlt.
Die Anleger reagieren euphorisch auf das Ergebnis der US-Zwischenwahlen: Halte die aktuelle Dynamik an, könnte der DAX sein Allzeithoch bereits in den kommenden Tagen testen, meint Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG.
"Voraussetzung ist, dass die Käufer den Ausbruch über 26.000 Punkte weiter behaupten", so die Expertin. "Die heutige Euphorie verbessert das kurzfristige Marktbild, die geopolitischen Unsicherheiten und das Risiko kräftiger Rückschläge bleiben jedoch bestehen."
Was könnten konkrete Folgen des Wahlergebnisses sein? "Die veränderten politischen Kräfteverhältnisse könnten die amerikanische Haushaltspolitik stärker disziplinieren und damit zumindest einen Teil der Sorgen über die ausufernde Staatsverschuldung und langfristig hohe Anleiherenditen entschärfen", kommentiert Andreas Lipkow, Marktbeobachter von CMC Markets. Die Chancen auf eine Jahresendrally hätten sich für den DAX nun deutlich erhöht.
Das Wahlergebnis sende das Signal, dass die Politik von US-Präsident Donald Trump "nicht grenzenlos durchsetzbar" sei, stellte Dekabank-Experte Joachim Schallmayer fest. Dramatische Kurswechsel seien zwar nicht zu erwarten, doch einzelne Branchen könnten, seiner Einschätzung nach, neue Rahmenbedingungen bekommen.
Unterstützung kommt auch von den Rohstoffmärkten. Die Ölpreise geben kräftig nach. Viele Investoren rechnen damit, dass eine friedliche Lösung für den Nahen Osten nun wahrscheinlicher geworden ist. Sinken die Ölpreise dauerhaft, würde das den Inflationsdruck senken. Das würde auch die Gewinnaussichten für viele Unternehmen verbessern.
Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,0 Prozent auf 93,63 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,5 Prozent schwächer bei 86,81 Dollar.
Der Wahlsieg der Demokraten hat auch der Wall Street kräftigen Auftrieb gegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss zur Wochenmitte drei Prozent fester bei 53.356 Punkten. Der S&P 500 gewann 1,6 Prozent auf 7.688 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 1,4 Prozent auf 25.736 Stellen vor.
Besonders gefragt waren die Papiere von Solar- und Ökostromfirmen. Unter Druck gerieten aber Rüstungsaktien wie Northrop Grumman und Lockheed Martin. Anleger rechnen damit, dass das Verteidigungsbudget von Präsident Donald Trump im nun von den Demokraten kontrollierten Kongress auf größere Hürden stoßen dürfte.
Die sinkenden Ölpreise beflügeln derzeit auch den Gesamtmarkt in Japan. Technologiewerte brachen jedoch wegen der Sorgen um die KI-Branche ein. Der breiter gefasste Topix notierte 1,5 Prozent höher. Der technologielastige Nikkei-Index gab hingegen 0,8 Prozent auf 61.686 Punkte nach.
"Kapital, das zuvor in KI und Halbleiter geflossen ist, wird nun in andere Sektoren umgeschichtet", sagt Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities. "Es setzt sich zunehmend die Ansicht durch, dass die Wahlerfolge der Demokraten Projekte für Rechenzentren verzögern werden, wodurch das derzeitige Tempo des Gewinnwachstums möglicherweise nicht zu halten ist."
Vor allem in Südkorea belasten Sorgen vor einem nachlassenden KI-Boom nach den US-Zwischenwahlen die Börse. Der Leitindex Kospi verlor rund vier Prozent auf 5.459 Punkte. Zeitweise war der Handel nach einem Kursrutsch von mehr als fünf Prozent ausgesetzt worden. Die Börse Shanghai blieb dagegen fast unverändert, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,4 Prozent.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der DAX testet sein Allzeithoch in den kommenden Tagen
Possible · Within days
Die Chancen auf eine Jahresendrally für den DAX erhöhen sich
Possible · Within weeks
Das Verteidigungsbudget von Donald Trump stößt im von Demokraten kontrollierten Kongress auf größere Hürden
Likely · Within weeks
Open Questions
- Welche konkreten Auswirkungen hat das Wahlergebnis auf die US-Haushaltspolitik?
- Welche Branchen erhalten neue Rahmenbedingungen durch die veränderten Kräfteverhältnisse?
- Testet der DAX das Allzeithoch in den kommenden Tagen tatsächlich?







