Marktbericht: "Unsicherheitscocktail" belastet die Aktienbörsen
Der deutsche Leitindex sinkt um 0,8 Prozent. Hohe Energiepreise, politische Unruhen und steigende Anleiherenditen belasten die Märkte.
Quick Look
- Der deutsche Leitindex DAX sinkt im frühen Handel um 0,8 Prozent auf knapp 25.100 Punkte.
- Neben hohen Energiepreisen belasten politische Unsicherheiten in Europa, steigende Anleiherenditen und Sorgen um die Finanzierung des KI-Booms die Märkte.
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Why It Matters
Der deutsche Aktienkurs leidet unter makroökonomischen Faktoren wie Energiepreisen und Zinsängsten.
Der deutsche Leitindex sinkt im frühen Handel um 0,8 Prozent auf knapp 25.100 Punkte. Gestern war der DAX um 1,2 Prozent auf 25.319 Punkte zurückgefallen. Laut den Expertinnen und Experten der Landesbank Helaba sind neben den hohen Energiepreisen auch Unruhen in europäischen Städten und steigende Anleiherenditen kursbelastende Faktoren. "Das Risiko für französische Staatsanleihen werde eindeutig in die europäischen Aktien eingepreist", sagte Chris Weston, Analysechef bei Pepperstone.
Für Timo Emden, Chefmarktanalyst von CapTrader, gibt es an der Börse derzeit einen "Unsicherheitscocktail" bestehend aus Zweifeln an der Finanzierung des KI-Booms, Zinsängsten und politischen Unsicherheiten in europäischen Großstädten. "Solange Zinsängste und überzogene Erwartungen an die Künstliche Intelligenz wie Böen durch die Märkte fegen, bleibt der Herbst eher stürmisch als golden", erklärt der Marktexperte.
Für positive Impulse könnte die Berichtssaison sorgen. In dieser Woche stehen an den Aktienmärkten die Bilanzen der US-Technologiewerte im Blickpunkt. Anlegerinnen und Anleger warten heute auf den Geschäftsbericht von SpaceX. "Bei SpaceX sollten Anleger besonders auf das Wachstum von Starlink und die Skalierung des Geschäfts mit KI-Rechenleistung achten. Der Umsatz stammt zunehmend nicht mehr nur aus Raketenstarts, sondern auch aus dem Vermieten von Rechenkapazitäten", so Maximilian Wienke, Marktbeobachter beim Broker etoro.
Auch der Streaminganbieter Netflix wird seine Quartalszahlen nach US-Börsenschluss veröffentlichen. Die Anlegerinnen und Anleger interessieren sich bei Netflix besonders für das internationale Geschäft, da der US-Markt als gesättigt gilt. Daneben hoffen sie auf detaillierte Aussagen zu den Werbeeinnahmen. Netflix will Nutzerinnen und Nutzer zum Wechsel in anzeigenfinanzierte Abonnements bewegen, weil sich der Konzern dadurch langfristig höhere Einnahmen verspricht.
Am Mittwoch präsentieren dann Tesla und Meta ihre Zahlen. Für die Investoren ist vor allem wichtig, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz auch in Gewinne übersetzen lassen. Von den Wachstumschancen war viel die Rede, irgendwann müssen die Chancen auch durch Zahlen untermauert werden.
"Überzeugen die Unternehmen mit starken Margen und Ausblicken, könnten die Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen abnehmen. Enttäuschungen könnten dagegen die Sorgen über die Finanzierung der KI-Infrastruktur verstärken und den Druck auf den gesamten Technologiesektor erhöhen", so etoro-Experte Wienke.
Am deutschen Aktienmarkt müssen die Investoren die aktuellen Erzeugerpreise verdauen. Die Hersteller haben ihre Preise im September so stark angehoben wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Sie verlangten 6,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Wieder einmal ist es teure Energie, die für besonderen Preisdruck sorgt. Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte zeigen eine Entwicklung auf einer frühen Wirtschaftsstufe. Sie dürften zumindest zum Teil auf die Entwicklung der Verbraucherpreise durchschlagen. Anders gesagt: Die Inflation könnte in den kommenden Wochen weiter steigen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Steigende Verbraucherpreise durch erhöhte Erzeugerpreise
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie fallen die Quartalszahlen von SpaceX, Netflix, Tesla und Meta aus?
- Steigt die Inflation in den kommenden Wochen weiter an?







