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Märkte Insight: Von wegen KI-Ängste – Investoren reißen sich um neue Anleihen von Big Tech
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Handelsblatt1 hour agoBusiness2 min readGermanyView translation

Märkte Insight: Von wegen KI-Ängste – Investoren reißen sich um neue Anleihen von Big Tech

Während Tech-Aktien unter Druck stehen, haben Microsoft, Apple, Alphabet, Meta und Oracle Anleihen im Wert von 75 Milliarden Dollar emittiert.

Quick Look

  • Trotz Kurseinbrüchen bei Tech-Aktien haben große Konzerne wie Microsoft und Apple Anleihen über 75 Milliarden Dollar ausgegeben.
  • Investoren zeigen sich trotz steigender Risikoaufschläge kaufbereit, da die Bonität der Unternehmen weiterhin als solide gilt.

AI-generated summary

Why It Matters

Tech-Konzerne investieren massiv in KI, was zu höheren Ausgaben führt. Gleichzeitig sind die Aktienmärkte aufgrund von Gewinn- und Wachstumssorgen unter Druck geraten.

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Inmitten des Absturzes an den Aktienmärkten haben ausgerechnet die großen Tech-Konzerne Bonds über fast 75 Milliarden Dollar ausgegeben. Doch das ist kein Widerspruch, meint Andrea Cünnen.

Die Ängste rund um Künstliche Intelligenz (KI) haben an den Aktienmärkten tiefrote Spuren hinterlassen. In den vergangenen vier Wochen ist in den USA der Technologieindex Nasdaq 100 um rund 14 Prozent eingebrochen. Der Sieg der eher KI-kritischen Demokraten bei den US-Zwischenwahlen hat die Verkaufswelle noch einmal verstärkt.

Zuvor hatten Sorgen über hohe KI-Ausgaben und einige enttäuschende Quartalszahlen auch Big-Tech-Aktien teils heftig unter Druck gebracht. Ausgerechnet in dieser Phase haben sich Microsoft, Oracle, Alphabet, Meta und Apple wieder auf den Anleihemarkt gewagt. Seit Ende Oktober sammelten sie mit Anleihen über viele verschiedene Laufzeiten zusammen knapp 75 Milliarden Dollar ein.

Und das mit großem Erfolg: Investorinnen und Investoren gaben Kaufaufträge von insgesamt rund 320 Milliarden Dollar ab. Das klingt zunächst wie ein Widerspruch, ist aber keiner.

Investoren an den Anleihemärkten stellen schlicht andere Fragen als Aktionäre. Aktienkurse werden vor allem durch die tatsächlichen und erwarteten Gewinne von Unternehmen bestimmt. Wenn sich die Gewinnaussichten verschlechtern, werden Aktienkäufer skeptischer.

Anleihegläubiger interessiert dagegen vor allem, ob die Schuldner solvent bleiben, also ihre Zinsen zahlen und die Anleihen am Ende der Laufzeit tilgen.

Bei Microsoft, Alphabet, Meta und Apple gibt es daran wenig Zweifel. Die Konzerne können ihre Investitionen zwar nicht mehr vollständig aus dem laufenden Cashflow finanzieren. Doch ihre Bilanzen sind solide. Die Ratingagenturen stufen ihre Bonität von „AAA“ bei Microsoft bis „AA-“ bei der Facebook-Mutter Meta als exzellent bis sehr gut ein.

Einzig Oracle liegt mit der Bonitätsnote „BBB-“ von S&P an der Schwelle eines schwächeren Schuldners. Der Softwarekonzern hat aber zugesichert, in den nächsten Jahren keine neuen Anleihen mehr auszugeben, sondern allenfalls auslaufende Bonds zu ersetzen.

Trotzdem zeigt sich eine gewisse Verunsicherung auch bei den Anleiheinvestoren. Die Unternehmen müssen sie mit hohen Zinsen locken. Für die Dollar-Anleihen mit Laufzeit von jeweils zehn Jahren bot Microsoft eine Rendite von 5,6 Prozent, Meta von 6,6 Prozent, Apple von 5,4 Prozent und Oracle von sogar 8,0 Prozent. Alphabet und Meta gaben zudem Anleihen in Euro aus, hier lagen die Renditen für neunjährige Bonds bei 4,9 und 4,5 Prozent.

Das sind deutliche Risikoaufschläge im Vergleich zu US-Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen und auch gegenüber Anleihen von anderen Unternehmen mit vergleichbarer Bonität. Und in den vergangenen Monaten sind Risikoaufschläge weiter gestiegen.

Das gilt es zu beobachten, aber eine Skepsis gegenüber den Anleihen lässt sich daraus nicht ableiten. Anleihestrategen wie Srikanth Sankaran von der US-Bank Citi erklären die hohen Risikoaufschläge vor allem mit dem großen Angebot.

Tatsächlich dominiert Big Tech den Markt für neue Anleihen. Die großen US-Tech-Konzerne haben seit Anfang 2025 Anleihen über rund 440 Milliarden Dollar in verschiedenen Währungen begeben und brauchen künftig wohl noch mehr. Dass sie deshalb tiefer in die Tasche greifen müssen, ist nachvollziehbar.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Oracle wird in den nächsten Jahren keine neuen Anleihen emittieren.

    Likely · Within years

Open Questions

  • Wie entwickeln sich die Zinskosten bei weiteren Anleiheemissionen?
  • Können die KI-Investitionen langfristig die Gewinne stützen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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