
Feuer im Hohen Venn zerstört rund 30 Quadratkilometer Fläche. Einsatzkräfte aus mehreren Ländern kämpfen gegen die Flammen.
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Dem Brand waren ungewöhnlich heiße und trockene Wetterbedingungen in den vergangenen Wochen vorausgegangen. Das betroffene Gebiet besteht aus Heidelandschaft und Torfmoor.
Feuerwehrleute aus Belgien kämpfen weiter gegen einen massiven Waldbrand in einem Naturschutzgebiet im Osten des Landes. Unweit der Grenze zu Deutschland, im Hohen Venn, haben die Flammen eine Fläche von rund 30 Quadratkilometern zerstört. Das entspricht etwa 4.000 Fußballfeldern. Riesige Rauchschwaden ziehen bis nach Nordrhein-Westfalen.
Rund 600 Bewohnerinnen und Bewohner in den nahegelegenen Gemeinden Waimes und Bütgenbach in der Provinz Lüttich mussten sich in Sicherheit bringen. Auch Touristen wurde von Behördenseite nahegelegt, die Gegend zu verlassen.
Monschau teilweise evakuiert
In Teilen der nahegelegenen deutschen Stadt Monschau haben die Behörden eine Evakuierung angeordnet. "Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung folgender Straßenzüge in Kalterherberg: Ruitzhof und Geisberg", teilte die Stadt Monschau auf ihrer Internetseite mit.
Die Maßnahme erfolge aufgrund der aktuellen Brand- und Rauchausbreitung und den vorliegenden Wetterdaten und diene "dem Schutz der Bevölkerung", hieß es in der Mitteilung weiter. Die weitere Entwicklung des Brandes werde "fortlaufend bewertet".
Betroffen seien 17 Häuser und maximal 30 Menschen. Für sie wurde eine Notunterkunft in einer Schule eingerichtet. Zuvor war den Bewohnern bereits geraten worden, ihre Häuser zu verlassen. Grund seien mögliche gesundheitliche Risiken durch Rauch.
"Wenn wir das Feuer nicht eingrenzen können, könnte es Deutschland erreichen, wir sind nur noch 2,5 Kilometer von der Grenze entfernt", hatte der örtliche Feuerwehrchef Luc Burette am Nachmittag in Belgien erklärt.
Deutsche Einsatzkräfte unterstützen bei Brandbekämpfung
Der Gouverneur von Lüttich, Hervé Jamar, teilte mit, mehr als 250 Einsatzkräfte seien entsandt worden. Die belgischen Behörden forderten indes für die Brandbekämpfung auch Hilfe aus Deutschland an an. Die Unterstützung sei bereits angelaufen, teilte die Städteregion Aachen mit. Derzeit würden die für den grenzüberschreitenden Einsatz vorgesehenen Kräfte gesammelt.
Belgien machte zudem von einem Zivilschutzmechanismus der EU Gebrauch, um Hilfe von anderen Ländern zu bekommen, wie die EU-Kommissarin Hadja Lahbib auf X mitteilte. Die Niederlande entsandten Löschhubschrauber, Schweden zwei Löschflugzeuge.
Löscharbeiten extrem schwierig
Ein Vertreter des örtlichen Forstamts, René Dahmen, sagte, das Feuer breite sich in einer Gegend weiter aus, in die Feuerwehrleute nur schwer vordringen könnten. "Die Situation ist äußerst schwierig. Wir brauchen Hubschrauberunterstützung." Die Feuerbekämpfung ist dadurch erschwert, dass das Gebiet aus Heidelandschaft und Torfmoor besteht.
Man sei dem Feuer "immer einen Schritt hinterher", sagte Frank Parthoens, ein Sprecher der Feuerwehr Ostlimburg. Die Kombination aus schlechter Sicht, Atembeschwerden und unberechenbarer Windrichtung macrt die Löscharbeiten extrem schwierig.
Dem Brand waren ungewöhnlich heiße und trockene Wetterbedingungen in den vergangenen Wochen vorausgegangen.
SPD-Politiker will härtere Strafen für Brandstiftung
Angesichts möglicher Brandstiftung als Ursache für Waldbrände in Deutschland fordert SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese schärfere Strafen. Er schlug in der Rheinischen Post eine "Anhebung des Strafrahmens für vorsätzliche und fahrlässige Brandstiftung" vor. Bislang können vorsätzliche Brandstiftungen mit Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr geahndet werden, fahrlässige Taten auch mit Geldstrafen.
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