Mercedes-Benz plant Rückkehr zur Präsenzpflicht im Büro
Der Autobauer will Homeoffice weitgehend abschaffen und vier Präsenztage pro Woche als Standard etablieren.
Quick Look
- Mercedes-Benz strebt eine Abkehr vom Homeoffice an.
- Künftig sollen vier Präsenztage pro Woche für Vollzeitkräfte Standard werden, um die Produktivität zu steigern.
- Die Regelung ist Teil einer umfassenden Strategie zur Senkung der Arbeitskosten am Standort Deutschland.
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Why It Matters
Mercedes-Benz reagiert mit einer Produktivitätsoffensive auf einen Gewinneinbruch durch schwache China-Geschäfte und US-Zölle. Das Unternehmen strebt eine Senkung der Arbeitskosten am Standort Deutschland an.
Der Autobauer Mercedes will die Produktivität erhöhen und sieht den besten Ort dafür im Büro. Deswegen wird die Möglichkeit zum Homeoffice weitgehend abgeschafft. Vier Tage Präsenz sollen der neue Standard sein. Und Konzernchef Källenius würde gern noch weiter gehen.
Mitten im Streit über Arbeitskosten will der Autobauer Mercedes-Benz die Möglichkeit von Homeoffice weitgehend abschaffen. "Die neue Vereinbarung soll es Führungskräften ermöglichen, für Vollzeitbeschäftigte bis zu vier Präsenztage pro Woche ohne Begründung festzulegen", erklärte das Unternehmen. "Ziel ist es, dass diese vier Tage künftig der Standard sind." Eine Verhandlungsgruppe von Unternehmen und Betriebsrat habe sich verständigt, das in einer neuen Betriebsvereinbarung auf Konzernebene zu regeln.
"Mit dem Betriebsrat haben wir nun eine neue Regelung erarbeitet, die persönliche Zusammenarbeit, direkten Austausch und Teamgeist wieder stärker in den Mittelpunkt stellt", hieß es in einem Schreiben des Vorstandes an die Beschäftigten. Demnach hatten die Sozialpartner seit dem vergangenen Jahr über eine Neuregelung des mobilen Arbeitens diskutiert. Nun müssten der neuen Vereinbarung die Betriebsräte der Standorte zustimmen, damit sie am 1. Januar 2027 in Kraft treten kann.
Aus Sicht des Unternehmens trägt mehr Präsenz im Büro zu der vom Vorstand im Juni angekündigten "Produktivitätsoffensive" bei, mit der Mercedes-Benz auf den Gewinneinbruch infolge eines schwachen China-Geschäfts und erhöhter US-Zölle reagiert. Niedrigere Arbeitskosten am Hochlohnstandort Deutschland sollen die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Vorstandschef Ola Källenius will erreichen, dass die Wochenarbeitszeit von 35 Stunden bei gleicher Bezahlung erhöht wird. Nach Medienberichten will das Unternehmen auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld kürzen, wozu sich Mercedes nicht äußert.
Die Beschäftigten hatten gegen eine Verlängerung der Arbeitszeit protestiert. Verhandlungen mit dem Betriebsrat blieben bisher ohne Ergebnis. Zuletzt erhöhte das Management den Druck, indem es auf Betriebsversammlungen mit der Schließung von zwei Werken in Deutschland drohte, sollten die Arbeitskosten nicht sinken. Der Betriebsrat kündigte Widerstand gegen die Drohung an, erklärte sich aber gesprächsbereit.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Inkrafttreten der neuen Betriebsvereinbarung zum 1. Januar 2027
Possible · Within months
Open Questions
- Wie reagieren die einzelnen Betriebsräte der Standorte auf die Vereinbarung?
- Werden die Drohungen zur Werksschließung tatsächlich umgesetzt?





