
Der Gründer von Deutschlands größtem Glücksspielkonzern hat nach dem Zweiten Weltkrieg einen internationalen Konzern mit rund 15.000 Mitarbeitern aufgebaut.
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Paul Gauselmann baute nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem Einmannbetrieb den Glücksspielkonzern Merkur auf. Die Firmenanteile wurden 2016 in eine Stiftung eingebracht.
Der Gründer von Deutschlands größtem Glücksspielkonzern Merkur, Paul Gauselmann, ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 91 Jahren, wie die Merkur Group im ostwestfälischen Espelkamp mitteilte. Er habe nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem Einmannbetrieb einen international tätigen Konzern mit rund 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Gesamtumsatz von rund 2,1 Milliarden Euro aufgebaut, hieß es. Gauselmann hinterlässt den Angaben zufolge seine Ehefrau, vier Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel.
Um den Fortbestand der Gruppe zu sichern, wurden die Firmenanteile der gesamten Gauselmann-Familie den Angaben zufolge 2016 in die Gauselmann-Familienstiftung eingebracht, die alleinige Eigentümerin der Merkur Group ist. Erst 2024 war Gauselmann dann aus der Konzernspitze ausgeschieden. Er habe es sich aber nicht nehmen lassen, noch eine lange Zeit dienstags und donnerstags ins Büro zu kommen, um das Tagesgeschäft zu begleiten, hieß es in einem Nachruf seiner Firma.
2003 wurde Gauselmann mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet, 2004 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Städte Espelkamp und Lübbecke. Gauselmann war außerdem 28 Jahre lang Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Automatenindustrie.
Merkur betreibt Spielhallen (Spielotheken) und Spielbanken, zusätzlich stellt die Gruppe Automaten her und entwickelt Spiele, die auf Zufall basieren. Die Firma bietet auch Sportwetten an.
Vor zwei Jahren verteidigte Unternehmensgründer Gauselmann in einem Interview noch sein Geschäft. Er selbst spiele jeden Abend eine Partie an einem Backgammon-Computer. »Und da ich meistens gewinne, ist schon nach einem Spiel Schluss. Nach diesem Glücksgefühl schlafe ich besser ein«, sagte der damals 89-Jährige.
Die immer wieder vorgebrachte Kritik, dass Glücksspiel süchtig macht, verharmloste er damals. »Alkohol kann süchtig machen, Rauchen kann auch süchtig machen, aber Spielen nicht«, sagte er. »Wenn man einsam ist, braucht man Geselligkeit: Man geht in die Kneipe oder in die Spielhalle. Dort gibt es Glücksgefühle, auch wenn man meistens mehr Geld ausgibt als gewinnt.«

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