Metall- und Elektroindustrie: IG Metall schlägt Lösung zur Sicherung von Investitionen vor
Im festgefahrenen Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie macht die Gewerkschaft einen neuen Vorschlag zur Standortsicherung.
Quick Look
- Die IG Metall schlägt einen „Lösungskorridor“ vor, um Investitionen in Deutschland zu halten.
- Dabei könnten Beschäftigte tarifliche Beiträge gegen verbindliche Beschäftigungszusagen tauschen.
- Arbeitgeber zeigen sich gesprächsbereit, betonen aber Differenzen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Lohn bei 12 Monaten Laufzeit. Die Arbeitgeber boten bisher lediglich eine Einmalzahlung ab 2027 an.
In die Verhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie ist etwas Bewegung gekommen. Die IG Metall macht einen Vorstoß. Kann dieser zur Lösung des Tarifkonflikts beitragen?
Frankfurt. Die IG Metall hat den Arbeitgebern im laufenden Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie einen „Lösungskorridor“ zur Sicherung von Investitionen und Standorten vorgeschlagen. Die Gewerkschaft zeigte sich bereit zu zeitlich befristeten tariflichen Regelungen, nach denen Beiträge der Belegschaft gegen verbindliche Beschäftigungszusagen der Unternehmen vereinbart werden könnten.
„Wir brauchen einen Hebel, um Investitionen hier zu halten“, sagte die IG-Metall-Bezirksleiterin von Baden-Württemberg, Barbara Resch, nach der dritten Verhandlungsrunde in Ludwigsburg am Donnerstag. Die Gewerkschaft wolle so verhindern, dass noch mehr Investitionen zulasten Deutschlands nach Osteuropa fließen, wo die Lohnkosten viel geringer sind.
Der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite, Südwestmetall-Chef Peter Krause, nannte den Vorschlag interessant und einen bemerkenswerten Schritt der IG Metall. Er biete die Möglichkeit, Kostenstrukturen wettbewerbsfähig zu machen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue Geschäftsmodelle zu realisieren.
Auf Details gingen Krause und Resch nicht ein. Nach Vorstellung der Arbeitgeber sollen die Sozialpartner im Betrieb die Gestaltungsmacht haben. „Das Treffen hat sich gelohnt“, sagte Krause. „Wenn auch eins nach wie vor klar ist: Wir sind sehr weit voneinander entfernt in Bezug auf das Gesamtpaket.“
Die Gewerkschaft fordert für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent mehr Geld ab November bei zwölf Monaten Laufzeit und Regelungen zur Beschäftigungssicherung. Gut verdienende Unternehmen sollen zudem eine tarifliche Gewinnbeteiligung bezahlen. Die Arbeitgeber boten eine Einmalzahlung im Juli 2027 an, die je nach Ertragslage laut der Gewerkschaft zwischen 500 und 850 Euro liegen würde.
Ab Juli 2028 wollen sie die Tariflöhne um 1,3 Prozent erhöhen. Zu einer Gewinnbeteiligung waren sie bisher nicht bereit. Aus Sicht der IG Metall ist das angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten eine Minusrunde, weil nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen wäre. Zigtausende Beschäftigte bringen ihren Unmut über das unzureichende Angebot in dieser Woche mit Warnstreiks bundesweit zum Ausdruck.
Die kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen sollen bis Montagmittag weitergehen. Resch erklärte, der intern in der Gewerkschaft abgestimmte Vorschlag werde am Freitag in den regionalen Verhandlungen vorgelegt. Die Arbeitgeber hätten dann bis Montag Zeit für eine Antwort, über die dann in der dritten Gesprächsrunde in Nordrhein-Westfalen gesprochen werden soll. An dem Treffen in Ludwigsburg nahmen auch die Verhandlungsführer von Nordrhein-Westfalen, Knut Giesler für die IG Metall und Arndt Kirchhoff für METALL NRW, teil.
Resch betonte, es müsse klar definiert sein, unter welchen Umständen Unternehmen die Entlastungen nutzen dürften. Ausgeschlossen sei, auf Kosten der Arbeitnehmer den Gewinn zu steigern. „Teile der Arbeitgeber wollen auf Billigheimer machen, dazu sind wir nicht bereit.“ Als Prämisse gilt laut Gewerkschaft, dass die Investitionen höher sein müssen als die Beiträge der Belegschaft.
Der Korridor soll für Betriebe offenstehen, die vor Investitionsentscheidungen stehen, nicht jedoch für Unternehmen mit gescheitertem Geschäftsmodell. Über die Anwendung des angestrebten Tarifvertrags müsse zudem die IG Metall unter Beteiligung der Mitglieder und nicht der Betriebsrat entscheiden, wie es vielen Unternehmen lieber wäre.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fortsetzung der Tarifgespräche in Nordrhein-Westfalen am Montag.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie reagieren die Arbeitgeber konkret auf den Vorschlag?
- Welche Details umfasst der Lösungskorridor genau?






