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Mutmaßlicher Täter nach Anschlägen auf Strominfrastruktur festgenommen
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Die Zeit1 hour agoCrime2 min readGermanyView translation

Mutmaßlicher Täter nach Anschlägen auf Strominfrastruktur festgenommen

Nach dem Fund von Sprengvorrichtungen an Hochspannungsleitungen in Sachsen, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wurde ein 48-jähriger Tatverdächtiger bei Aachen gefasst.

Quick Look

  • Ein 48-jähriger Tatverdächtiger wurde bei Aachen festgenommen, nachdem er Sprengvorrichtungen an Hochspannungsleitungen in Sachsen, Brandenburg und NRW platziert hatte.
  • Die Vorrichtungen sollten Kurzschlüsse verursachen; regionale Blackouts waren laut Behörden möglich.

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Why It Matters

An Hochspannungsleitungen wurden in mehreren Bundesländern Sprengvorrichtungen platziert, um Kurzschlüsse zu provozieren.

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Die an Hochspannungsleitungen in Sachsen gefundenen Sprengvorrichtungen hätten laut Landesinnenminister Armin Schuster zu regionalen Stromausfällen führen können. Wenn der inzwischen festgenommene, mutmaßliche Täter erfolgreich gewesen wäre, hätte die Dimension regionale Blackout-Qualitäten erreichen können, sagte der CDU-Politiker. »Das wäre schon möglich gewesen.«

Den mutmaßlichen Täter nahm die nordrhein-westfälische Polizei am Morgen in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen fest. Nach dem Mann war mit einem Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Cottbus gesucht worden. Er leistete laut Polizei bei seiner Festnahme keinen Widerstand und hatte weitere Sprengmittel bei sich. Außerdem hätten Einsatzkräfte in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler im Unterholz ein Zelt gefunden, das mit weiteren Sprengladungen versehen gewesen sei.

Nach der Festnahme hat Brandenburgs Innenminister Jan Redmann umfassende Konsequenzen angekündigt. Er sprach zudem von einem »fehlgeleiteten Einzeltäter«. »Es braucht schon mehr als einen Chaoten, um Deutschland ins Chaos zu stürzen«, sagte der CDU-Politiker. »Uns muss aber auch klar sein: Ein fehlgeleiteter Einzeltäter ist nur eines von vielen Gefährdungsszenarien, gegen die wir uns wappnen müssen.«

Mehrere Sprengvorrichtungen gefunden

In Ostsachsen hatte die Polizei am Freitag und Samstag insgesamt 21 pyrotechnische Sprengvorrichtungen an Hochspannungstrassen entdeckt. Diese waren laut Schuster so angelegt, dass sie einen Draht über die Hochspannungskabel ziehen konnten, um dadurch Kurzschlüsse zu erzeugen. Einige der Vorrichtungen waren demnach bereits gezündet. Es sei aber außer etwas verbranntem Gras kein nennenswerter Schaden entstanden.

Weitere Sprengvorrichtungen wurden in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg entdeckt. In zwei Fällen erfüllten diese ihren Zweck: In Bergheim westlich von Köln legte ein Kurzschluss mehrere Blöcke eines Kraftwerks für einige Tage lahm. Im Brandenburger Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde kam es zu zwei Kurzschlüssen. Zu Stromausfällen kam es in beiden Fällen aber nicht.

»Der wollte weitermachen«

Der Tatverdächtige hatte nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) die Absicht, seine Angriffe fortzusetzen. »Der war immer noch unterwegs und wollte weitermachen. Dieses Spiel ist heute beendet worden«, sagte Reul in Duisburg. »Im Moment spricht alles dafür, dass es ein Einzeltäter und alles aus seiner Hand war.«

Hinweise, wonach der 48-Jährige psychische Probleme haben oder bezahlt worden sein könnte, seien »Kaffeesatzleserei.« Wie dieser sich in der Vernehmung geäußert habe, wisse er allerdings noch nicht, sagte Reul. Seine Festnahme sei einer aufmerksamen Polizistin zu verdanken, der der Mann verdächtig vorgekommen sei.

Open Questions

  • Welches Motiv verfolgte der Täter?
  • Wie konnte der Täter unbemerkt in mehreren Bundesländern agieren?

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This article was originally published by Die Zeit.

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