
Sorgen um die künftige Regulierung von KI setzen Anleger unter Druck – wie stark trifft es die Chipwerte?
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Der Philadelphia Semiconductor Index erlitt zuvor starke Verluste infolge von Sorgen über verstärkte KI-Regulierung nach den US-Kongresswahlen.
Die Verkaufswelle aus den USA hat die Technologiebörsen in Asien erfasst. Sorgen um die künftige Regulierung von KI setzen Anleger unter Druck – wie stark trifft es die Chipwerte?
Seoul/Tokio/Hongkong/Shanghai. Die Aktienmärkte in Fernost haben deutlich verloren. Damit schwappte die Verkaufswelle aus den USA an die asiatischen Börsen über. Der Philadelphia Semiconductor Index hatte am Donnerstag seine stärksten Verluste seit dem Corona-Einbruch 2020 erlitten und damit auf Sorgen vor einer verstärkten Regulierung im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) reagiert.
Anlass war der Sieg der Demokraten bei den US-Kongresswahlen. „Die Anleger erkennen, dass sich mit den US-Zwischenwahlen auch die politischen Rahmenbedingungen für den KI-Boom verändern könnten“, merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets dazu an.
„Durch neue Mehrheitsverhältnisse und politische Führungswechsel auf Ebene der Bundesstaaten geraten bislang als sicher geltende Rechenzentrumsprojekte möglicherweise erneut auf den Prüfstand“, sagte er. Damit wachse die Unsicherheit über den künftigen Investitionsbedarf und die Geschwindigkeit des geplanten Kapazitätsausbaus. Die Bewertungsaufschläge würden daher zunehmend hinterfragt und abgebaut.
Technologielastige Börsen besonders unter Druck
Am deutlichsten ging es an den technologielastigen Börsen in Japan, Südkorea und Taiwan nach unten. So brach der südkoreanische Leitindex Kospi im Frühhandel um knapp neun Prozent ein und rutschte erstmals seit Februar unter die Marke von 5.000 Punkten. Zuletzt konnte der Kospi das Minus etwas reduzieren, verlor aber immer noch sechs Prozent.
Stabilisierte US-Futures federten die Verluste etwas ab, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank anmerkten. Damit ist der Index im bisherigen Jahresverlauf immer noch gut 20 Prozent im Plus, hat seit seinem Rekordhoch von fast 9.400 Punkten im Juni aber fast die Hälfte eingebüßt. Auch auf Wochensicht liegt der Kospi deutlich im Minus.
Speicherchip-Produzenten geben nach
Die Aktien der Speicherchip-Produzenten SK Hynix und Samsung gaben deutlich nach. Beide Papiere hatten im Sommer für den Boom am südkoreanischen Aktienmarkt gesorgt. Besonders deutlich wird das beim Blick auf die SK-Hynix-Aktie. Ähnlich sah es in Taiwan aus, wo das Schwergewicht TSMC belastete.
Vergleichsweise stark fielen auch japanische Aktien. Der Nikkei 225 beendete den Handel knapp sechs Prozent tiefer mit 57.434,77 Punkten. Neben Verlusten im Technologiebereich belasteten wie an den anderen Märkten auch die wieder gestiegenen Ölpreise. Auch im Vergleich zur Vorwoche tendiert der Nikkei merklich schwächer.
Die chinesischen Börsen kamen etwas besser weg. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten vom Festland sank um 1,4 Prozent, der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong gab um 1,3 Prozent nach.
Vergleichsweise stabil präsentierte sich der australische S&P ASX 200. Dank seiner geringen Abhängigkeit vom Technologiesektor sank er lediglich um 0,49 Prozent auf 9.020,80 Punkte.

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