Enise Ö. soll nach der Tat eine schwer verletzte Sozialarbeiterin angegriffen haben
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Am 29. Juni 2026 tötete Fatih G. in einem Mutter-Kind-Heim in Stade sechs Menschen während eines Hilfeplangesprächs. Das Kind des Paares war zuvor aufgrund eines Schütteltraumas in die Obhut des Jugendamts gekommen.
Nach der tödlichen Schussattacke in einem Mutter-Kind-Heim in Stade werden neue Vorwürfe gegen die Partnerin des mutmaßlichen Täters bekannt. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll die Kindsmutter Enise Ö. nach den Schüssen eine schwer verletzte Sozialarbeiterin angebrüllt und geschlagen haben. Ein Reporter konnte dafür die Ermittlungsakte einsehen.
Die Bluttat ereignete sich am 29. Juni 2026 während eines Hilfeplangesprächs in der Einrichtung. Dabei sollte über die Zukunft der damals drei Monate alten Tochter des Paares beraten werden. Ärzte hatten bei dem Kind zuvor ein Schütteltrauma festgestellt und das Jugendamt eingeschaltet.
Mutter und Baby lebten deshalb in der Einrichtung. Der Kindsvater Fatih G. erschien zu dem Gespräch gemeinsam mit einer Frau, die sich selbst als Patentante des Kindes bezeichnete: Sylvia S., die Schwiegermutter des inzwischen zurückgetretenen SPD-Migrationsbeauftragten Deniz Kurku.
Während des Termins wurde zunächst das Baby aus dem Raum gebracht, wenig später auch die Mutter. Kurz darauf soll Fatih G. nach bisherigen Ermittlungen eine Pistole gezogen und das Feuer auf Mitarbeiter der Jugendhilfe und des Jugendamts eröffnet haben. Sechs Menschen wurden getötet. Eine Sozialarbeiterin konnte sich schwer verletzt aus dem Gebäude retten.
Wie die „Bild“-Zeitung nun unter Berufung auf die Ermittlungsakte berichtet, soll sich vor dem Heim anschließend ein weiterer Vorfall ereignet haben. Eine Polizistin will beobachtet haben, wie Enise Ö. die schwer verletzte Sozialarbeiterin festhielt, zu Boden stieß und auf sie einschlug. Dabei soll sie gerufen haben: „Ihr habt mir das Kind genommen!“ Die Sozialarbeiterin soll später ihren schweren Verletzungen erlegen sein.
Die Heim-Mitarbeiterin, die das Baby während der Schüsse in Sicherheit gebracht haben soll, gab laut „Bild“-Zeitung zudem zu Protokoll, vor dem Gebäude Beschimpfungen gehört zu haben. Enise Ö. soll ihr demnach „Halt die Fresse“ und „Hure“ zugerufen haben.
Nach Informationen der Zeitung habe Enise Ö. die Handgreiflichkeiten bei ihrer späteren Vernehmung nicht bestritten. Sie habe jedoch angegeben, die schweren Schussverletzungen der Sozialarbeiterin zunächst nicht bemerkt zu haben.
Fatih G. wurde nach der Tat festgenommen. Gegen ihn wurde wegen sechsfachen Mordes ermittelt, bevor er sich später in Untersuchungshaft das Leben nahm. Laut Staatsanwaltschaft laufen auf Nachfrage von WELT die Ermittlungen gegen die Kindsmutter und die Patentante weiter. Zuletzt war ein 49-Jähriger in Berlin festgenommen worden, der Fatih G. die Waffe verkauft haben soll.
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Fortsetzung der Ermittlungen gegen Enise Ö. und Sylvia S.
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