Nach Sturzflut im Himalaya: Such- und Rettungsaktionen in Nepal intensiviert
Quick Look
- Nach einer verheerenden Sturzflut im Himalaya hat die nepalesische Armee die Such- und Rettungsaktionen in der Grenzregion zu Tibet intensiviert, stößt jedoch auf Schwierigkeiten aufgrund abgelagerten Schlamms.
- Über 4.400 Menschen wurden gerettet, fast 600 Tote und 1.924 Vermisste wurden gemeldet, darunter mindestens acht Deutsche.
- Bundeskanzler Merz kondolierte den Opfern.
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Why It Matters
Die Sturzflut wurde durch den Abbruch eines Gletschers ausgelöst, der als Beben der Stärke 5,2 registriert wurde. Es ist die tödlichste Katastrophe in der Region seit dem Erdbeben 2015 in Nepal.
Nach der zerstörerischen Sturzflut im Himalaya hat die Armee in Nepal die Such- und Rettungsaktionen intensiviert, stößt aber weiterhin auf große Probleme. »Der schwierigste Teil ist der abgelagerte Schlamm als Folge der Flutwelle«, sagte Armeesprecher Raja Ram Basnet in Battar Bazar in der an Tibet grenzenden Provinz Bagmati. Dadurch sei es sehr schwierig, Hubschrauber in den betroffenen Gebieten wie Temure, Syabrubesi und Mailung zu landen oder zu starten.
Derzeit sind laut Basnet unter anderem 14 Rettungshubschrauber in der Region im Einsatz. Die Rettungsaktionen seien verstärkt worden. Bis zum Freitagabend (Ortszeit) gab die Katastrophenschutzbehörde des Landes die Zahl der Geretteten mit mehr als 4.400 Menschen an. Die Zahl der Toten ist nach Behördenangaben auf fast 600 gestiegen.
Als eine weitere Hürde nannte der Sprecher bestehende Tunnel im Gebirge, in denen Menschen festsaßen. In einem Video war zu sehen, wie die Armee zwei mit Schlamm überzogene Arbeiter lebend aus einem Tunnel an einem Wasserkraftwerk zogen. Die Männer wurden von den Rettern auf dem Rücken zu einem Hubschrauber getragen.
Wie lange die Rettungsaktionen noch andauern könnten, sei schwierig zu sagen, sagte Basnet. Vermisst werden in der bei Touristen beliebten Gebirgsregion 1.924 Personen, darunter 517 Ausländer, wie die nepalesischen Behörden am Freitag mitteilten. Auf chinesischer Seite in Tibet wurden 558 Vermisste gemeldet.
Auch Deutsche unter den Vermissten
Unter den Vermissten sind laut der nepalesischen Tourismusbehörde mindestens acht Deutsche. Das Auswärtige Amt erklärte dazu am Freitag, dass sich eine »hohe einstellige Zahl deutscher Staatsbürger unter den Vermissten« befinde. Zuvor war von einer »niedrigen zweistelligen Zahl« die Rede gewesen. Die »Auslandsvertretungen stehen mit den Familienangehörigen und mit den lokalen Behörden im engen Kontakt«, hieß es.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kondolierte dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem nepalesischen Ministerpräsidenten Balendra Shah. »Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und allen Menschen, die durch die Katastrophe ihr Zuhause verloren haben«, hieß es in seiner Kondolenzbotschaft an den Regierungschef Nepals. Den Verletzten wünschte er eine »rasche und vollständige Genesung«.
Wie ein AFP-Reporter berichtete, wurde in der nepalesischen Wanderregion Langtang eine vierköpfige deutsche Familie von Rettungskräften in Sicherheit gebracht. Sie hatte angesichts von Erdrutschen auf halbem Weg kehrtgemacht.
Tödlichste Katastrophe seit dem Erdbeben 2015
Am Mittwoch war eine gewaltige Welle aus Wasser, Schlamm und Geröll durch das Grenzgebiet zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet geströmt und hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte wurde die Katastrophe durch den Abbruch eines Gletschers ausgelöst. Dieser war so heftig, dass er als Beben der Stärke 5,2 registriert wurde.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Rettungsaktionen werden in den nächsten Tagen fortgesetzt, wobei der Fokus auf dem Zugang zu verschütteten Tunneln und Gebieten liegt.
Likely · Within days
Die Zahl der bestätigten Toten könnte in den kommenden Tagen weiter steigen, da Rettungskräfte schwer zugängliche Gebiete erreichen.
Possible · Within days
Open Questions
- Wie lange werden die Rettungsaktionen noch andauern?
- Wie viele der Vermissten werden noch lebend gefunden?
- Welche langfristigen Folgen hat die Flut für die Infrastruktur und die lokale Bevölkerung?



