Nahost-Eskalation belastet US-Börsen – Energiesektor und Meta als Gewinner
Quick Look
- Die Eskalation im Nahen Osten trieb den Ölpreis über 100 Dollar und belastete die US-Börsen mit Kursverlusten beim Dow-Jones, S&P 500 und Nasdaq.
- Während der Energiesektor als einzige Branche zulegte, begrenzte Meta mit einem Kursplus von über sechs Prozent die Verluste im S&P 500 durch die Vorstellung eines KI-Assistenten.
AI-generated summary
Why It Matters
Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran dauert bereits sieben Monate an und hat kürzlich zu einer weiteren Eskalation geführt, die den Ölpreis über die 100-Dollar-Marke getrieben hat.
Die weitere Eskalation im Nahen Osten ist Gift für die US-Börsen. Der Ölpreis klettert wieder über die 100-Dollar-Marke. Nur eine Branche kann davon profitieren.
Sorgen über steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen haben der Wall Street am Mittwoch Kursverluste eingebrockt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent tiefer auf 52.381 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,5 Prozent auf 7636 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,6 Prozent auf 26.253 Punkte.
Die Furcht vor einer Ausweitung des seit sieben Monaten andauernden Krieges der USA und Israels gegen den Iran trieb den Preis für die Nordseesorte Brent auf über 100 Dollar pro Barrel (159 Liter). Dies schürte bei den Investoren neue Inflationsängste. Zugleich stieg die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit November 2023. Das US-Finanzministerium hatte angekündigt, zehn- bis 20-jährige Staatsanleihen im Wert von bis zu sechs Milliarden Dollar zu kaufen. Analysten hatten mit einem größeren Volumen von acht bis zehn Milliarden Dollar gerechnet. "Das beunruhigt die Märkte ein wenig, zumal wir bis zum Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal nicht viel haben, worauf wir uns bei den Gewinnerwartungen stützen können", sagte Rob Haworth, Anlagestratege bei U.S. Bank Wealth Management.
Anleger blickten nun auf die US-Erzeugerpreise am Donnerstag und die Verbraucherpreise am Freitag, um Hinweise auf den Zinskurs der US-Notenbank Fed zu erhalten. Händler preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent für eine Zinserhöhung in der kommenden Woche ein.
Meta bewahr S&P 500 vor größeren Einbußen
Auf Unternehmensseite profitierte der Energiesektor von den hohen Ölpreisen und legte als einzige Branche zu. Die Aktien von Apple gaben um 0,3 Prozent nach. Der Technologiekonzern hatte seine erste Smartphone-Präsentation unter dem neuen Chef John Ternus abgehalten.
Meta sprangen dagegen um mehr als sechs Prozent nach oben und begrenzten damit die Verluste im S&P 500. Das Social-Media-Unternehmen stellte einen lange angekündigten KI-Assistenten vor, der im Namen der Nutzer selbstständig E-Mails versenden, ein Auto verkaufen oder Reisen buchen kann. Alphabet verloren 2,3 Prozent. Die Google-Muttergesellschaft will in den kommenden zwei Jahren mindestens 15,1 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur in Finnland investieren und schloss in diesem Zuge auch einen großen Vertrag zur Lieferung von Atomstrom ab.
Die Papiere des Chemiekonzerns Dow fielen um 0,6 Prozent, nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet hatte, das Unternehmen erwäge den Ausstieg aus seiner 20 Milliarden Dollar schweren Partnerschaft mit Saudi Aramco.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Fed wird in der kommenden Woche die Zinsen erhöhen.
Likely · Within days
Meta wird durch den KI-Assistenten langfristig von höheren Nutzerengagement und neuen Einnahmequellen profitieren.
Possible · Within months
Open Questions
- Wie wird die Nahost-Eskalation die globale Ölversorgung langfristig beeinflussen?
- Wird die Fed aufgrund der Inflationsängste tatsächlich die Zinsen erhöhen?
- Wie nachhaltig ist der Gewinn des Energiesektors bei anhaltender geopolitischer Instabilität?




