Nationalpark Wattenmeer plant Einsatz von Rangern auf See
Quick Look
- Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg planen, das Einsatzgebiet der Nationalpark-Ranger im Wattenmeer auf See auszudehnen.
- Ein Förderantrag bei der DBU wurde gestellt, eine Entscheidung soll im Herbst fallen.
- Umweltminister Meyer betont die Informationsarbeit gegenüber Freizeitbootfahrern, während der Landesfischereiverband Weser-Ems kritisiert, dass Fischer nicht informiert wurden.
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Why It Matters
Der Nationalpark Wattenmeer ist ein UNESCO-Weltnaturerbe und umfasst Küstengebiete von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Die Ranger leisten dort Informations- und Aufklärungsarbeit zum Schutz der Natur und zum Verhalten von Besuchern.
Rangerinnen und Ranger im Nationalpark Wattenmeer könnten künftig nicht nur an Land, sondern auch auf dem Meer zum Einsatz kommen. Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg als Wattenmeeranrainer planen, das Einsatzrevier auf die Schutzgebiete auf See zu erweitern. Die Ranger auf See sollen etwa mit Schiffen unterwegs sein.
Um ein entsprechendes Konzept zu entwickeln, wurde ein Förderantrag bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück gestellt. Eine Entscheidung, ob das Vorhaben gefördert wird, soll in diesem Herbst fallen.
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer sieht viele Vorteile darin, das Ranger-Revier auf das Meer auszuweiten. «Ich begrüße die Idee, auch auf See die wichtige Informationsarbeit der Nationalpark-Rangerinnen und -Ranger auszubauen», sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Viele Wattenmeerbesucher schätzten die Aufklärungs- und Informationsarbeit der Ranger. «Auch auf dem Meer können wir eine Lücke schließen, da dort sehr viele Freizeitboote unterwegs sind und ebenfalls direkt informiert oder auch angesprochen werden können, in welchem Abstand Seehunde und Kegelrobben schonend beobachtet werden können und sollen.»
Fischer fühlen sich kaum informiert
Meyer sagte weiter, es gehe nicht darum, mit den Rangern fischereirechtliche Kontrollen auszuweiten. Der Umweltminister möchte Fischerinnen und Fischer, die teils bereits jetzt etwa als Partner des Nationalparks Ausflugsfahrten übernehmen, stärker einbinden.
«Im Konzept für die Meeres-Ranger wollen wir auch prüfen, wie wir etwa interessierte Krabbenfischer als qualifizierte Partner für Naturerkundung, Seehundfahrten oder Wattwanderungen noch besser unterstützen können», sagt Meyer. Auch eine Einbindung der Fischer bei der Ranger-Ausbildung hält er für möglich.
Der Landesfischereiverband Weser-Ems kritisiert, dass die Fischer bislang nichts von den Ranger-Plänen gewusst hätten – auch nicht im kürzlich beendeten Fischereidialog des Landes Niedersachsen. «Wir erwarten, dass die Landesregierung umfassend darlegt, welche Planungen für das Küstenmeer bestehen. Ein Dialog lebt von Offenheit und Vertrauen. Die Fischerei fühlt sich in dieser Angelegenheit nicht informiert», teilte Verbandschef Dirk Sander mit.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen sollen die Ranger auf See ergreifen?
- Wie wird die Ausbildung der Meeres-Ranger aussehen?
- Welche Schiffe sollen für den Einsatz verwendet werden?
- Wie hoch ist das beantragte Fördervolumen bei der DBU?
