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Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wird alle zwei Jahre von der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe verliehen und ist mit 100.000 Euro dotiert. In diesem Jahr erhielt die NATO den Preis für ihr Engagement für Sicherheit und Frieden im euro-atlantischen Raum seit drei Generationen.
Die NATO ist in diesem Jahr mit dem Internationalen Preis des Westfälischen Friedens ausgezeichnet worden. In Münster wurde dem westlichen Militärbündnis der Preis von Bundeskanzler Friedrich Merz verliehen. Der lobte in seiner Laudatio die "Allianz der Freiheit". Das Bündnis bürge seit drei Generationen für Sicherheit und Frieden im euro-atlantischen Raum, so Merz. "Sie schützt unsere Sicherheit und unseren Wohlstand. Sie dient dem Frieden."
Warum das für Merz so einen hohen Stellenwert hat, erklärte der Kanzler in Münster vor allem anhand der russischen Bedrohung für die Bündnispartner, Europa - und auch konkret Deutschland. Frieden und Freiheit in Europa stünden derzeit auf dem Spiel, so der Bundeskanzler - "durch den gewalttätigen, expansiven Revisionismus Russlands".
Merz warnt vor schweren hybriden Angriffen
"Es geht auch um uns", sagte der Kanzler. Und nutzte die Preisverleihung somit - wie angekündigt - nicht nur für Lobgesang auf den Preisträger, sondern vor allem für eine Grundsatzrede zur Sicherheits- und Außenpolitik.
"Wir stellen uns auf weitere hybride Angriffe ein, auch auf schwere", sagte Merz mit Blick auf die Gefahren durch Moskau. Russland breche in der Ukraine mit äußerster Brutalität die grundlegendsten Regeln des Völkerrechts und der europäischen Ordnung, so Merz. In seiner Rede warnte er deshalb eindringlich: "Wanken wir in Deutschland, dann wankt Europa. Wankt Europa, dann wankt auch die Ukraine."
Und wenn die Ukraine fällt, wird die Bedrohung laut Merz noch konkreter: "Gelingt es nicht, Moskau Einhalt zu gebieten, dann wird sich die russische Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns, gegen die NATO selbst richten". Als Szenario nannte er etwa einen Drohnenkrieg über dem Baltikum wie im ostukrainischen Donbass-Gebiet oder Angriffe mit ballistischen Raketen auf europäische Großstädte. "Vor dieser Gefahr dürfen wir nicht die Augen verschließen."
"Parolen der AfD und ihrer russischen Hintermänner"
Gegen die Milliardenhilfen für die Ukraine gibt es wachsenden Widerstand - aber Merz betonte, die Unterstützung schütze "Freiheit und Sicherheit der Menschen in unserem Land". Deutschland werde sich weder durch Russlands "hybride Angriffe" noch durch "Parolen der AfD und ihrer russischen Hintermänner" spalten lassen.
Merz' Äußerungen schloss sich auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte an, der den Preis in Münster entgegennahm. In seiner Dankesrede hob er die Bedeutung der Allianz für Sicherheit und Zusammenhalt hervor. Die Ukraine müsse weiter unterstützt werden. Russlands Präsident Wladimir Putin wolle "einschüchtern und herausfordern, aber es wird ihm nicht gelingen".
Während Merz in seiner Rede die NATO als Preisträger verteidigte, versammelten sich in Münsters Innenstadt Demonstrierende, um gegen die Gewinnerauswahl zu protestieren. Schon im Vorfeld hatten mehrere Gruppen Kritik daran geübt, dass das Militärbündnis den Friedenspreis erhält. Die Verleihung war deshalb begleitet von hohen Sicherheitsauflagen.
Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens ist mit insgesamt 100.000 Euro dotiert. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergibt ihn in der Regel alle zwei Jahre für Engagement zur Erhaltung des Friedens und der Eigenständigkeit Europas. Das Preisgeld der NATO kommt einer gemeinnützigen Organisation in der Ukraine zugute.
Jugendpreis für "socioMovens"
Verliehen wurde in Münster heute auch der Jugendpreis: Der ging an das Jugendnetzwerk "socioMovens - Giving Europe a Soul", das seit 2012 soziales Engagement, europäische Verständigung und eine werteorientierte Jugendkultur fördert. In internationalen Jugendcamps und Projekten wird der Geist eines solidarischen, friedlichen Europas vermittelt.
AI outlook — possibilities, not facts
Die NATO wird ihre Verteidigung gegen hybride Angriffe in den kommenden Monaten verstärken.
Likely · Within months
Die Unterstützung für die Ukraine durch Deutschland und die NATO wird angesichts der anhaltenden russischen Bedrohung fortgesetzt.
Very likely · Within months

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