Katja Lüke übernimmt im September das Amt der Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz und setzt auf das Thema Umsetzung.
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Katja Lüke tritt im September ihr Amt als neue Landesbehindertenbeauftragte in Rheinland-Pfalz an.
Katja Lüke sieht sich für alle Ministerien in Rheinland-Pfalz zuständig. «Inklusion ist ein Querschnittsthema, das alle Ressorts einer Landesregierung betrifft», sagt die neue Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Denn: «Menschen mit Behinderungen sind von allen Themen des täglichen Lebens betroffen, wie nicht behinderte Menschen auch», sagt die 56-Jährige.
Barrierefreiheit ist die Klammer für alle Themen
«Wichtige Themen sind Bildung, Arbeiten, Wohnen, Gesundheit, Digitalisierung, Freizeit- und Mobilität», sagt Lüke. Wenn man für all dies eine Klammer suche, dann sei diese die Barrierefreiheit. «Ich hoffe, dass ich alle Bälle gut jonglieren kann.»
«Wenn ich einen Schwerpunkt setzen soll, dann ist es das Thema Umsetzung», kündigt Lüke an. «Es ist wichtig, dass man immer wieder schaut, wo Barrieren oder Missstände sind, und wie wir es angehen können, sie zu beheben.»
«Dazu hat sich die Landesregierung ja auch im Koalitionsvertrag verpflichtet.» In dem Papier von CDU und SPD wird eine Evaluierung und Weiterentwicklung des Landesaktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention angekündigt. «Und die UN-Behindertenrechtskonvention ist für mich als Landesbehindertenbeauftragte natürlich meine Bibel.»
Lüke wechselt das Bundesland und den Job
Die Vielfalt mitgestalten - das reizt Lüke, die in Kassel Sozialarbeit und Sozialpädagogik auf Diplom studiert hat und für ihre neue Aufgabe ihre unbefristete Stelle beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Frankfurt als Referentin für Diversity und Inklusion gekündigt hat.
Krankenhaussozialdienst, Organisation von persönlicher Assistenz, Paritätischer Landesverband in Hessen, DOSB: «Mein Ziel meiner beruflichen Stationen war immer, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.»
Lüke selbst ist nach einer Erkrankung seit fast 30 Jahren inkomplett querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. «Nur ungefähr drei Prozent der Behinderungen sind angeboren», sagt sie. «Es kann schneller gehen als man denkt.»
335.000 Rheinland-Pfälzer haben eine anerkannte Behinderung
Rund 335.000 Menschen in Rheinland-Pfalz - etwa acht Prozent der Bevölkerung - haben nach Angaben des Sozialministeriums eine anerkannte Behinderung. Der Anteil wachse mit der alternden Gesellschaft. «Je älter wir werden, desto größer ist die Chance, auch eine Behinderung zu erwerben», sagt Lüke.
«Barrierefreiheit ist etwa für 10 Prozent der Menschen unerlässlich und für 90 Prozent ein schöner Komfort», zitiert Lüke den Bundesbehindertenbeauftragten Jürgen Dusel. «Die einen sehen, wenn sie an Barrierefreiheit denken, vor allem Rollstuhlfahrer und Rampen. Die anderen sehen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und der Notwendigkeit von leichter Sprache.», sagt Lüke.
«Dazwischen gibt es aber noch so vieles mehr.» Gebärdensprachdolmetscher, Farbkontraste, Leitsysteme oder richtige Beleuchtung nennt sie als Beispiele. Die Herausforderungen von Menschen mit Behinderungen seien so vielfältig wie die Lösungsmöglichkeiten, stellt Lüke fest.
Die Landesbeauftragte fängt im September an
Lüke beginnt ihre neue Aufgabe Anfang September. Landesbehindertenbeauftragte werden für eine Wahlperiode berufen. Ihr Arbeitsplatz ist im Sozialministerium und ihr Team besteht aus vier Mitarbeiterinnen bei 2,5 Stellen.
In dem Ministerium hat auch die erste Landesbeauftragte in Deutschland gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, Anette Diehl, ihren Schreibtisch. Und Staatssekretärin Kathrin Anklam-Trapp (SPD) arbeitet dort, die auch Landesbeauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Geschlechtsidentität ist.
Zu beiden sieht Lüke «thematische Schnittmengen»: «Frauen mit Behinderungen sind ja noch viel öfter von Gewalt betroffen als nicht behinderte Frauen.»
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Katja Lüke tritt im September ihr Amt an.
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